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Bibliographische Angaben zur Publikation

Patientenfallgruppen in der medizinischen Rehabilitation am Beispiel der Rehabilitation von Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen unter besonderer Berücksichtigung depressiver Störungsbilder


Autor/in:

Zielke, Manfred


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2008, 21. Jahrgang (Heft 80), Lengerich: Pabst Science Publishers, ISSN: 0933-842X


Jahr:

2008



Abstract:


Obwohl vom Begriff her häufig verwendet gibt es kaum Ausarbeitungen zum Schweregrad von Erkrankungen. Hierzu werden systematische Überlegungen angestellt, die berücksichtigen, dass Schweregradklassifikationen immer zweckgebunden erfolgen.

Wenn man einen Veränderungsanspruch als Klassifikationszweck annimmt, erscheint es möglich Kriterien zu definieren, die zunächst einmal unabhängig von einem konkreten Behandler zu sehen sind, und sie zu unterscheiden von Schweregradkriterien, die erst in der Interaktion mit einem tatsächlichen Behandler zu beobachten sind.

Darüber hinaus wird vorgeschlagen, Krankheitsgruppen zu unterscheiden, die in ihrer Vorgeschichte verschiedene Handlungskreisläufe durchlebt haben und in Abhängigkeit davon unterschiedliche Indikatoren für Krankheitsschweregrade aufweisen. Dies gilt sowohl für den Begutachtungsprozess vor Beginn von Behandlungen als auch für die Interaktionen im Behandlungsgeschehen.

Auf der Basis der Jahrgangsstichprobe 2003 von Patienten aus der stationären verhaltensmedizinischen psychosomatischen Rehabilitation werden Einflussfaktoren ermittelt, die mit der Dauer der stationären Behandlung im Zusammenhang stehen, und es werden auf dieser Grundlage differenzielle Behandlungszeitfenster vorgeschlagen, die es ermöglichen, die Behandlungsschweregrade unter der Perspektive des zeitlichen Behandlungsaufwandes stärker zu berücksichtigen.

Als wesentliche Einflussfaktoren hinsichtlich der stationären Behandlungsdauer ergeben sich die Behandlungsdiagnosen, die Komorbidität, das Lebensalter der Patienten und die Krankheitsdauer. Diese klinisch und theoretisch erwarteten Einflussgrößen trennten unter Beachtung der Cutoff-Kriterien 'Isolierte Störung/zwei oder mehr F-Diagnosen', 'Alter bis 35/über 35 Jahre' und 'Dauer seit Erstmanifestation bis zu einem Jahr/zwei und mehr Jahre' innerhalb der Diagnosen deutlich zwischen kürzeren und längeren Behandlungsdauern.

Unter Beachtung der erstrangigen Behandlungsdiagnosen und der Kriterienkombinationen erfolgt eine Zuordnung zu sechs Behandlungszeitkorridoren. Die gefunden Zusammenhänge stimmen gut mit den bisherigen Analysen überein. Die ausgewählten Kriterien liegen weitgehend als objektive Information vor und unterliegen keiner Ermessensentscheidung. Sie ermöglichen eine rationale Zuordnung zu differenziellen Behandlungszeitfenstern, die den Behandlungserfordernissen ausreichend Rechnung tragen.

Die Häufigkeiten der Merkmalskombinationen in einer größeren Patientenkohorte erlauben ebenfalls eine fiskalische Planung des Behandlungsaufwandes. Abschließend werden Behandlungskorridore für die Behandlung von Patienten mit depressiven Erkrankungen vorgeschlagen und ausgehend von einer vierwöchigen 'Kernbehandlung Antidepressives Verhalten' zeitliche und inhaltliche Differenzierungen des Behandlungsaufwandes vorgenommen und die jeweiligen Behandlungsleistungen und deren zeitliche Abfolge beschrieben.

[Kurzfassung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Praxis Klinische Verhaltensmedizin & Rehabilitation
Homepage: https://www.psychologie-aktuell.com/index.php?id=praxis

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA3469


Informationsstand: 02.09.2009

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