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Bibliographische Angaben zur Publikation

Vergleich von Früh- und Spätrehabilitation bei zerebral geschädigten Patienten mit Gesichtsfelddefekten


Autor/in:

Müller, I.; Sabel, Bernhard A.; Kasten, Erich


Herausgeber/in:

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)


Quelle:

Der Nervenarzt, 2006, 77. Jahrgang (Heft 6), Heidelberg: Springer, ISSN: 0028-2804 (Print); 1433-0407 (Online)


Jahr:

2006



Abstract:


Hintergrund:

Die meisten Studien zur Rehabilitation von Gesichtsfelddefiziten nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma wurden bislang erst durchgeführt, wenn die Spontanremission keine Auswirkungen mehr auf die Trainingseffekte hatte. Untersucht werden sollte nun, ob größere Gesichtsfelderweiterungen erzielt werden, wenn schon sehr frühzeitig nach der Läsion mit dem Training begonnen wird.

Material und Methoden:

Die Trainingsergebnisse der visuellen Restorationstherapie von 26 Patienten, die innerhalb der ersten 12 Monate nach der Läsion mit der Behandlung begonnen hatten, wurden retrospektiv mit einer altersparallelisierten gleich großen Stichprobe, bei der die Läsion älter als ein Jahr war, verglichen.

Ergebnis:

Die Frühreha-Gruppe verbesserte sich um rund 8 Prozent in der Computerkampimetrie und um 10 bis 15 Prozent am konventionellen Automatikperimeter. Die Spätreha-Gruppe zeigte hingegen eine Verbesserung von 13,5 Prozent in der Kampimetrie und 20 Prozent am Perimeter.

Schlussfolgerungen:

Entgegen unserer Annahmen profitiert die Spätreha-Gruppe tendenziell mehr als die Frühreha-Gruppe, allerdings zeigten sich keine signifikanten Gruppenunterschiede. Als Erklärung werden stärkere Konzentrationsdefizite kurz nach der Hirnläsion diskutiert, die das Training möglicherweise erschweren.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Comparison of early and late rehabilitation of stroke and cerebral trauma patients with visual field defects


Abstract:


Background:

Most rehabilitation studies on visual field deficits after stroke or trauma are conducted after completion of the spontaneous recovery phase. However, the question arises whether more extensive visual field improvements can be reached when the training starts very soon after the lesion.

Methods:

In this study, the results of 26 patients who began visual restoration therapy within the first 12 months after the lesion were compared with an age-related group whose lesions were more than 1 year old.

Results:

The early-onset group showed an improvement of 8% in computer campimetry and 10-15% in conventional automated perimetry. The late-onset group had 13.5% improvement in campimetry and 20% in perimetry.

Conclusion:

In contrast to our assumptions, there was no significant difference between the groups. Furthermore, the late-onset group showed considerably greater improvement than the early-onset group. It is proposed that pronounced attention deficits soon after brain damage may complicate the training.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Der Nervenarzt
Homepage: https://link.springer.com/journal/115

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA3361


Informationsstand: 10.12.2008

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