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Bibliographische Angaben zur Publikation

Entwicklung der Arbeitslosenquote in der Suchtrehabilitation und Verlauf der beruflichen Integration Alkoholabhängiger vor und nach der Rehabilitation

Eine Auswertung von Routinedaten der Rentenversicherungen



Autor/in:

Henkel, Dieter; Grünbeck, Peter


Herausgeber/in:

Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V. (DGS); Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie e.V. (DGSPS)


Quelle:

Suchttherapie, 2005, 6. Jahrgang (Heft 4), Seite 155-164, Stuttgart: Thieme, ISSN: 1439-9903


Jahr:

2005



Abstract:


Fragestellung, Methode, Stichprobe:
Anhand von Daten der gesetzlichen Rentenversicherungen wurde die Entwicklung des Anteils der Arbeitslosen in der Gruppe der alkoholabhängigen Rehabilitanden seit 1975 (VDR-Daten) untersucht und der Erwerbsverlauf im Zeitraum von 2 Jahren vor und 2 Jahren nach einer Suchtrehabilitation analysiert, unterteilt in 8 Messzeitpunkte (BfA-Daten, Reha-Jahrgang 2001, n = 5,929).

Ergebnisse:

Es zeigte sich ein erheblicher Anstieg der Arbeitslosenquote von zunächst 7 Prozent (1975) auf 37 Prozent (2003). Dazu werden verschiedene Bedingungen diskutiert, die auf diese Entwicklung Einfluss genommen haben können. In Hinblick auf die berufliche Integration der Alkoholabhängigen fiel die Bilanz insofern negativ aus, als der Beschäftigtenanteil vor der Rehabilitation zwar kontinuierlich abgenommen hatte, aber zu Beginn des Untersuchungszeitraums höher war als nach der Reha-Maßnahme. Allerdings ließ sich feststellen, dass die Rehabilitation eine weitere Eskalation der beruflichen Desintegrationsprozesse verhindert hatte. Diese Verlaufsstruktur zeigte sich in West- und Ostdeutschland sowie bei Männern und Frauen gleichermaßen. Darüber hinaus wurde die Dauer der Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit nach der Rehabilitation in verschiedenen Gruppen untersucht (Männer-Frauen, Alters- und Einkommensgruppen und anderes mehr). Die durchschnittliche Beschäftigungszeit variierte zwischen 12 und 18 Monaten. Die Mittelwerte der ununterbrochenen Arbeitslosigkeit lagen bei allen Arbeitslosengruppen dicht an der Grenze hin zur Langzeitarbeitslosigkeit oder hatten diese leicht überschritten.

Schlussfolgerung:

Die Ergebnisse unterstreichen, dass sowohl arbeitsreintegrative Maßnahmen für die Arbeitslosen als auch arbeitsplatzsichernde für die Erwerbstätigen in der Suchtrehabilitation eine hohe Priorität haben müssen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Development of the Unemployment Rate in Rehabilitation Programs and Course of Vocational Integration of Alcohol-addicted Patients before and after Rehabilitation

An Analysis of Routine Data of the Pension Insurances

Abstract:


Objective, method, sample:

Based on data of the pension insurances this study investigates the development of the unemployment rate among alcohol-addicted patients in rehabilitation programs since 1975 (VDR-data) and analyses the course of vocational integration during a period of 2 years before and after treatment and rehabilitation, subdivided in 8 measurement points in time (BfA-data, rehabilitation cohort of the year 2001, n = 5.929).

Results:

It was proved to be a considerable increase of the unemployment rate from 7 percent (1975) to 37 percent in 2003. Various conditions possibly having influenced this development are discussed. With regard to the vocational integration the outcome was negative in so far as the employment rate was much higher before than after rehabilitation. But it could be clearly established that rehabilitation prevented a further increase of vocational disintegration which had taken place during the period of 2 years before rehabilitation. The structure of this course of vocational integration among men and women and West and East Germany closely resembled each other. In addition to that the duration of employment and unemployment after rehabilitation was investigated for various groups (men-women, age and income groups etc.). The average length of employment varied between 12 and 18 months. The means of unemployment of all unemployed groups were near to the perimeter of long term unemployment or exceeded it slightly.

Conclusion:

The results underline that measures for promoting vocational reintegration and protecting against job loss must have a high priority in addiction treatment and rehabilitation.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Suchttherapie
Homepage: https://www.thieme.de/de/suchttherapie/profil-1850.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2769


Informationsstand: 09.08.2006

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