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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Frühförderung im SGB IX - ein Gordischer Knoten?


Autor/in:

Speck, Otto


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Frühförderung interdisziplinär, 2001, Band 20 (Heft 4), Seite 170-174, München: Reinhardt, ISSN: 0721-9121


Jahr:

2001



Abstract:


In das neue Sozialgesetzbuch IX waren von der sozialen Szene her große Hoffnungen gesetzt worden. Der vom Bundestag und am 19.6. 2001 vom Bundesrat verabschiedete Text stieß dann auch allgemein auf eine positive Resonanz.

Das neue Gesetz sollte unter anderem auch das Problem einer Verbundfinanzierung der Frühförderung lösen. Ist dies gelungen?

Die ersten bekannt gewordenen Umsetzungen des Gesetzes haben Irritationen und erhebliche Verunsicherungen hervorgerufen. Offensichtlich bestehen Interpretationsunklarheiten.

So wurden in Bayern bereits am 22.5.2001, das heißt, einen Monat vor der Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt am 22.6.2001, also mit einer auffallenden Eile, seitens der Sozialhilfeträger Maßnahmen getroffen, durch die die Finanzierung sämtlicher Leistungen der interdisziplinären Frühförderstellen mit In-Kraft-Treten des Gesetzes (1.7.2001) auf die Krankenkassen übergehen. Diese Regelung wurde aus den §§ 26 und 30 SGB IX abgeleitet.

Bereits Anfang Juni war daraufhin von einigen Sozialhilfeämtern den Eltern mitgeteilt worden, dass die Kostenübernahme ab 1.7.2001 aufgehoben sei und auf die Krankenkasse übergehe. Die überraschten Eltern sollten sich an ihre Krankenkasse wenden und dort entsprechende Anträge stellen.

Die Krankenkassen selber waren von ihrer neuen Zuständigkeit und Kostenträgerschaft ebenso überrascht. Für den Fall eintretender Schwierigkeiten sollte einstweilen (bis Ende August) noch die Sozialhilfe zuständig sein.

Wegen der generellen Unmöglichkeit eines solch abrupten Zuständigkeitsübergangs wird inzwischen versucht, eine freie Vereinbarung der bisherigen Kostenträger zu Stande zu bringen, und diesen bis zum 30.6.2002 zu verschieben; in der Zwischenzeit soll geklärt werden, ob die Frühförderung tatsächlich nur noch von den Krankenkassen finanziert wird, und welche Auswirkungen mit einer Übernahme der Frühförderung in den Bereich der medizinischen Rehabilitation verbunden sind.

Bis jetzt sind nicht alle Kommunen bereit, dieser Vereinbarung beizutreten. Die Verwirrung ist groß ...


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 42 SGB IX Leistungen zur medizinischen Rehabilitaton | REHADAT-Recht
§ 46 SGB IX Früherkennung und Frühförderung | REHADAT-Recht
§ 79 SGB IX Heilpädagogische Leistungen | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Frühförderung interdisziplinär
Homepage: https://www.reinhardt-journals.de/index.php/fi

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2749


Informationsstand: 09.09.2008

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