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Bibliographische Angaben zur Publikation

Elektronische Reisehilfen für Blinde

Einführung und neue Entwicklungen



Autor/in:

Schneider, Jochen


Herausgeber/in:

Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF)


Quelle:

FIfF-Kommunikation, 2000, 13. Jahrgang (Heft 2), Bremen: Eigenverlag


Jahr:

2000



Abstract:


Nach Schätzung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes gibt es rund 155.000 Blinde und etwa sechsmal so viele Sehbehinderte in der Bundesrepublik. Hilfsmittel für diesen Personenkreis sollten nach Meinung des Autors stets darauf ausgerichtet sein, einen möglicherweise auch noch so kleinen Sehrest der Betroffenen auszunutzen. Dies gilt dementsprechend auch für Mobilitätshilfen, die ein wichtiges Moment der Selbstständigkeit für Blinde und Sehbehinderte darstellen.

Der Autor stellt neben den traditionellen Hilfsmitteln, zum Beispiel dem weißen Langstock und dem Blindenhund, die von ihm entwickelten virtuellen taktilen Karten vor, die auf der Basis der Umsetzung durch Bildverarbeitung funktionieren. Zu diesem Zweck geht er vorab allgemein auf den Bereich grafischer Medien für Blinde ein. Taktile, also ertastbare, Darstellungen bieten eine gute Möglichkeit, blinden Menschen Objekte, physische oder abstrakte Zusammenhänge oder geografische Informationen zu vermitteln.

In diesem Zusammenhang spielen Computer eine wichtige Rolle. Textbasierte Programme können anhand von sogenannten Screenreadern für Blinde zugänglich gemacht werden. Anschließend bespricht der Autor speziell Hilfsmittel zur Unterstützung von Mobilität und Orientierung, wozu auch die taktilen Karten zählen. Sie sind der bislang beste Weg für die Vermittlung geografischer Informationen an blinde Menschen. Elektronische Reisehilfen sind dabei zusätzlich hilfreich.

Der eigene Ansatz des Autors besteht nun darin, bei der Erkundung eines neuen Weges im Vorfeld nicht mehr mit taktilen Karten zu arbeiten, sondern mit dem Computer auf der Basis von digitalen Kartendaten. Dabei erfolgt die Dateneingabe über Bewegungen mit der Hand und mit spielsteinähnlichen Objekten. Die Informationen, die der Computer liefert, werden über synthetische Sprache und Klänge wiedergegeben.

Auf diese Weise ist das freie Erkunden eines Gebietes möglich. Der Computer sucht einen begehbaren Weg zwischen zwei von dem Benutzer angegebenen Punkten und vermittelt diesen mit Hilfe der spielsteinähnlichen Gegenstände. Auf diese Weise entsteht eine tatsächlich taktile Repräsentation des Weges. Benötigt wird für dieses Verfahren ein Standard-PC, der um eine Videokarte erweitert ist.

Für die Zukunft nimmt der Autor sich vor, digitale Kartendaten als virtuelle taktile Karten mit einem sogenannten Kraftrückkopplungsgerät darzustellen. Dabei soll die digitale Karte in eine Form überführt werden, die sich wie eine gravierte Platte anfühlt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF)
Homepage: https://www.fiff.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2371


Informationsstand: 13.01.2005

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