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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitgeber dürfen sich nicht drücken

AK-Fachtagung Schwerbehindertenrecht



Autor/in:

Schulz, Thomas


Herausgeber/in:

Arbeitskammer des Saarlandes


Quelle:

Arbeitnehmer, 2001, 49. Jahrgang (Heft 09/10), Saarbrücken: Eigenverlag, ISSN: 0334-8223


Jahr:

2001



Abstract:


Zum 1. Oktober 2000 ist das neue Schwerbehindertengesetz (SGB IX) in Kraft getreten, mit dem die Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter gesenkt werden soll. Auf einer AK-Veranstaltung wurden die wichtigsten Gesetzesänderungen vorgestellt. Bei der Umsetzung tun sich noch viele sehr schwer.

Die Änderung im Schwerbehindertenrecht wurde vom Gesetzgeber nicht ohne Not vorgenommen. Bei Schwerbehinderten von einer kleinen Randgruppe zu sprechen, scheint verfehlt, wenn man bedenkt, dass im Saarland allein zwölf Prozent der Bevölkerung diesen Status haben. Auch bundesweit geraten Schwerbehinderte zum Problem zu werden - nicht wegen ihrer Behinderungen, sondern wegen der daraus resultierenden Nachteile auf dem Arbeitsmarkt.

Die Zahl der beschäftigten Schwerbehinderten sank von 5,9 Prozent im Jahr 1982 auf nur 3,8 Prozent im Jahr 1998, gleichzeitig stieg die Zahl der nichtbesetzten Pflichtplätze in derselben Zeitspanne von 236.000 ins schier Unendliche auf 526.000.

Als Resultat hatte sich vor einem Jahr die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten auf einen Höchststand von 190.000 Personen geschraubt, mehr als doppelt so hoch wie 1981. 'Allein im Saarland sind rund 3.000 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet', betonte Arbeitskammer-Hauptgeschäftsführer Horst Backes in seinem Grußwort. Er wertete das Gesetz als 'ein Bündel an Maßnahmen, mit denen arbeitslose Schwerbehinderte wieder in Arbeit gebracht werden sollen'. Manfred Jost vom Integrationsamt (früher Hauptfürsorge) stimmte ihm zu: 'Es hat sehr viel Neues gegeben'.

Jost übernahm die inhaltliche Vorstellung der Gesetzesänderungen im Detail. Er fungiert als Partner der Arbeitskammer bei der Durchführung von Schulungs- und Bildungsmaßnahmen für Schwerbehindertenvertrauensleute, Beauftragter der Arbeitgeber sowie Personal- und Betriebsräte. Die Arbeitskammer führt diese Maßnahmen im Auftrag des Integrationsamtes durch.

Im Folgenden eine Übersicht über zentrale Änderungen. Eine spektakulärer Passus im Gesetz, der besagt, dass Schwerbehinderte auch Anrecht auf eine Entschädigung in Höhe von drei Monatsgehältern haben, wenn die Ablehnung nicht benachteiligend (zum Beispiel auf Grund mangelnder Qualifikation, also nicht diskriminierend) erfolgte, scheint nach Einschätzung von Manfred Jost ein Irrtum zu sein. Ein interessanter Vorschlag aus dem Publikum dazu lautete: 'Ich bewerbe mich als Intendant beim Saarländischen Rundfunk, werde abgelehnt und kassiere drei Monatsgehälter!'


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


arbeitnehmer - Zeitschrift der Arbeitskammer des Saarlandes
Homepage: https://www.arbeitskammer.de/publikationen/zeitschrift-arbei...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA2336


Informationsstand: 07.12.2004

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