Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Cost-effectiveness of alternative thresholds of the fasting plasma glucose test to identify the target population for type 2 diabetes prevention in adults aged >=45 years


Autor/in:

Zhuo, Xiaohui; Zhang, Ping; Kahn, Henry S. [u. a.]


Herausgeber/in:

American Diabetes Association


Quelle:

Diabetes Care, 2013, Volume 36 (Number 12), Seite 3992-3998, Alexandria, Virginia: Eigenverlag, ISSN: 0149-5992


Jahr:

2013



Abstract:


Pressemeldung der Deutschen Diabetes Gesellschaft zum Beitrag:

Neue US-Studie zu Kosten einer Diabetes-Prävention: Lebensstil-Programm für Menschen mit erhöhtem Risiko lohnt sich

Bewegung und gesunde Ernährung können jeden zweiten Typ-2-Diabetes verhindern oder verzögern. Aus diesem Grund befürwortet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) Vorbeugemaßnahmen. Ob aber flächendeckende Präventionsprogramme in einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen, war bislang unklar. Eine US-Studie zeigt jetzt, dass Blutzucker-Tests beim Arzt und die Teilnahme an einem Diabetes-Präventionsprogramm ab einem Nüchtern-Blutzucker von 105 mg/dl auf längere Sicht zu vertretbaren Kosten für das Gesundheitswesen angeboten werden könnten.

Eine US-Studie, das Diabetes-Prevention-Programm, hat vor einem Jahrzehnt gezeigt, wie Diabetes-Prävention funktionieren kann. 'Die Senkung des Körpergewichts um sieben Prozent durch eine fett- und kalorienarme Diät kombiniert mit 150 Minuten körperlicher Bewegung pro Woche - forciertes Gehen reicht hier schon aus - haben das Erkrankungsrisiko um 58 Prozent gesenkt', erläutert Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Die meisten Betroffenen schaffen dies allerdings nicht aus eigenem Antrieb. Sie benötigen eine Lebensstil-Intervention, die nicht zum Null-Tarif zu haben ist. Das Diabetes-Prevention-Programm, bei dem die Teilnehmer von Fall-Managern teilweise in Einzelgesprächen geschult wurden, kostete pro Person im ersten Jahr 1800 US-Dollar und in den beiden Folgejahren jeweils die Hälfte.

Gesundheitsökonomen beschäftigen sich mit der Frage, ob solche Ausgaben vertretbar wären. In Studien stellen sie die Kosten von Gesundheitsmaßnahmen mit dem Nutzen in Beziehung, der in der Vermeidung der Erkrankung und ihrer Folgen besteht. Der Typ-2-Diabetes etwa führt zu Schäden an Nieren, Nerven, Augen und begünstigt Schlaganfälle und Herzinfarkte, die das Gesundheitswesen belasten. Forscher des renommierten US-Centers of Disease Control and Prevention haben jetzt in einer Studie untersucht, für welche Zielgruppe eine Diabetes-Prävention aus ökonomischer Sicht sinnvoll sein könnte.

Die 'Währungseinheit' der Gesundheitsökonomen, mit der sie die Effizienz oder Kosten-Effektivität einer Arznei oder eines Programms bewerten, sind die Kosten für ein gewonnenes qualitätskorrigiertes Lebensjahr oder QALY ('quality adjusted life year'). 'Ein QALY entspricht einem Jahr in voller Gesundheit', erläutert Professor Dr. Rolf Holle, Gesundheitsökonom am Helmholtz Zentrum München. 'Kosten von 50 000 US-Dollar oder 30 000 Pfund pro gewonnenem QALY gelten international als vertretbare Obergrenze.'

Doch wer soll in ein Präventionsprogramm aufgenommen werden, ab welchem Blutzuckerwert macht das ökonomisch Sinn? Ein Typ-2-Diabetes liegt vor bei einem Blutzuckerwert über 125 mg/dl, gemessen auf nüchternen Magen. In ihren Rechenmodellen kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Aufnahme in ein Präventionsprogramm ab einem Nüchtern-Blutzucker von 105 mg/dl als gesundheitsökonomisch vertretbar angesehen werden könnte - die US-Forscher errechneten für diesen Grenzwert Kosten in Höhe von 42 300 US-Dollar pro QALY. 'Dieser Wert gilt als kosteneffektiv', so Holle. 'Aber man muss auch berücksichtigen, dass ein solches Programm in den ersten Jahren mit hohen Ausgaben verbunden ist, während sich Einsparungen erst später ergeben.' Wer einen Nüchtern-Blutzucker von 105 mg/dl aufweist, hat ein erhöhtes Risiko, in den folgenden Jahren tatsächlich an Diabetes zu erkranken.

In Deutschland steht derzeit nicht zur Diskussion, ob die Krankenkassen eine vorbeugende Lebensstil-Intervention anbieten. 'Die Studie zeigt, dass sich Prävention in den USA auf längere Sicht rechnet', so Erhard Siegel. 'Es wäre nun interessant zu prüfen, ob dies auch auf deutsche Verhältnisse übertragen zutrifft.'


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Cost-effectiveness of alternative thresholds of the fasting plasma glucose test to identify the target population for type 2 diabetes prevention in adults aged >=45 years


Abstract:


Objective:

The study objective was to evaluate the cost-effectiveness of alternative fasting plasma glucose (FPG) thresholds to identify adults at high risk for type 2 diabetes for diabetes preventive intervention.

Research design and methods:

We used a validated simulation model to examine the change in lifetime quality-adjusted life years (QALYs) and medical costs when the FPG threshold was progressively lowered in 5-mg/dL decrements from 120 to 90 mg/dL. The study sample includes nondiabetic adults aged ?45 years in the United States using 2006-2010 data from the National Health and Nutrition Examination Survey. High-risk individuals were assumed to receive a lifestyle intervention, as that used in the Diabetes Prevention Program. We calculated cost per QALY by dividing the incremental cost by incremental QALY when lowering the threshold to the next consecutive level. Medical costs were assessed from a health care system perspective. We conducted univariate and probabilistic sensitivity analyses to assess the robustness of the results using different simulation scenarios and parameters.

Results:

Progressively lowering the FPG threshold would monotonically increase QALYs, cost, and cost per QALY. Reducing (in 5-mg/dL decrements) the threshold from 120 to 90 mg/dL cost $30,100, $32,900, $42,300, $60,700, $81,800, and $115,800 per QALY gained, respectively. The costs per QALY gained were lower for all thresholds under a lower-cost and less-effective intervention scenario.

Conclusions:

Lowering the FPG threshold leads to a greater health benefit of diabetes prevention but reduces the cost-effectiveness. Using the conventional benchmark of $50,000 per QALY, a threshold of 105 mg/dL or higher would be cost effective. A lower threshold could be selected if the intervention cost could be lowered.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Diabetes Care
Homepage: http://care.diabetesjournals.org/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA1267


Informationsstand: 24.03.2016

in Literatur blättern