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Bibliographische Angaben zur Publikation

Behinderte Menschen als ExistenzgründerInnen


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH (G.I.B.)


Quelle:

G.I.B. Info, 2003, Heft 4, Seite 24-27, Bottrop: Eigenverlag, ISSN: 1860-9384


Jahr:

2003



Abstract:


Der Artikel stellt drei Menschen mit Behinderung beziehungsweise Schwerbehinderung vor, die aus der Not der Arbeitslosigkeit eine Tugend machten und zu Existenzgründern wurden:

Zunächst Thorsten M. machte nach einem Schlaganfall eine Umschulung zum Baggerfahrer, fand jedoch in seinem neuen Beruf zunächst keine Anstellung. So beherzigte er nach einigen Monaten schließlich den Vorschlag seines Beraters beim Arbeitsamt und machte sich selbstständig. Inzwischen vermietet er sich als Baggerfahrer an Unternehmen und ist damit erfolgreich. Zwar ist sein Einkommen in der Selbstständigkeit etwas geringer als im Angestelltenverhältnis, für ihn bedeutet die Tätigkeit jedoch einen willkommenen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit.

Ähnlich ist der Werdegang von Andrea K. - die Diplom-Geografin, deren Schwerbehinderung durch Contergan ausgelöst wurde, fand nach ihrem Studium und anschließender ABM-Maßnahme beim Bauamt keine Beschäftigung. Sie schulte um zur Reiseverkehrskauffrau und fand so einen Job im Reisebüro. Als ihr Arbeitgeber das Geschäft jedoch zu verkaufen beabsichtigte und ihr wieder die Arbeitslosigkeit drohte, entschied sie sich für die Selbstständigkeit. Mit einem zinslosen Darlehen, das sie für ihre Existenzgründung von der örtlichen Fürsorgestelle beantragte und bekam, übernahm sie das Büro ihres ehemaligen Chefs. Mit ihrem kleinen Unternehmen ist sie heute erfolgreich. Im Rahmen ihrer Arbeit bemüht sie sich außerdem, genügend Angebote für Reisende mit Behinderung bereit zu halten.

Ingrid B. war bereits 53 Jahre alt, als sie sich zur Existenzgründung entschloss. Die gelernte Schneiderin wollte nach jahrelanger Heimarbeit und anschließender familienbedingter Pause wieder in einem Unternehmen arbeiten, doch aufgrund eines angeborenen Sprachfehlers konnte sie keine Anstellung finden, obwohl ihre Behinderung ihre berufliche Tätigkeiten keinster Weise beeinträchtigt. Mit Unterstützung der Regionalstelle 'Frau und Beruf' in Münster machte sie zunächst einen Lehrgang bei der Handwerkskammer, nutzte das Beratungsangebot des Amtes für Wirtschaftsförderung in Senden, und konnte schließlich mit einem Kleinkredit ihrer örtlichen Fürsorgestelle eine Nähmaschine finanzieren. Auch eine extra auf ihre Behinderung abgestimmte Telefonanlage konnte über einen solchen Kredit angeschafft werden. Durch verschiedene Zeitungsinserate gelang es ihr, Kunden aus einem weiten Einzugsbereich zu werben.

Trotz dieser Erfolge kann Ingrid B. ihren Lebensunterhalt heute nicht nur mit den Einkünften aus ihrer Selbstständigkeit bestreiten. Dennoch ist sie mit ihrer Existenzgründung rückblickend zufrieden und bleibt zuversichtlich.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


G.I.B. Info
Homepage: https://www.gibinfo.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA0935


Informationsstand: 25.02.2004

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