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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gesundheitsförderung und Selbsthilfeunterstützung als Gemeinschaftsaufgaben


Autor/in:

Nowak, Meinolf


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Soziale Sicherheit, 1995, 44. Jahrgang (Heft 8/9), Seite 298-305, Frankfurt am Main: AiB, ISSN: 0490-1630


Jahr:

1995



Abstract:


Sogenannte unspezifische Maßnahmen der Gesundheitsförderung versprechen gegenüber allen anderen präventiven Maßnahmen und Krankheitsfrüherkennungsuntersuchungen den größeren gesundheitlichen Erfolg. Dennoch tut sich die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) schwer, das Paradigma des biomedizinischen Krankheitsmodell um das der Gesundheitsförderung zu ergänzen.

Mit dem Gesundheitsreformgesetz (GRG) von 1989 wird erstmalig den Krankenkassen die Möglichkeit gegeben, Leistungen für die Gesundheitsförderung zu erbringen. Über die konkreten Bestimmungen, Inhalte und Umsetzungsmöglichkeiten sagt das Gesetz nichts aus. Die darauf folgende Handhabung der Gesundheitsförderung von den Krankenkassen als Marketing- und Werbeinstrument wurde auch durch das am 1. Januar 1993 in Kraft getretene Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) nicht aufgehalten. Die durch das GSG verstärkte Konkurrenz der Kassenarten untereinander hat entsprechend der Aushöhlung der Gesundheitsförderung noch die Folge, dass das im Gesetz verankerte Kooperationsgebot (Gesundheitsfürsorge nur als Gemeinschaftsaufgabe) kaum umgesetzt wird. Es bleibt also dabei, dass die Praxis der Gesundheits- und Selbsthilfeförderung von den Kassen unter den Bedingungen von Konkurrenz und Wettbewerb weitgehend auf das Ziel ausgerichtet ist, sogenannte gute Risiken für die Kassen zu gewinnen beziehungsweise das Erscheinungsbild der Kassen in der Öffentlichkeit und bei potenziellen Mitgliedern durch gesundheitsfördernde Maßnahmen zu verbessern.

Dabei ist davon auszugehen, dass nur ein kleiner Bruchteil der 1,3 Milliarden DM, die für Gesundheitsförderung verausgabt werden, für gezielte und qualitativ ausgerichtete Gesundheitsförderungsmaßnahmen aufgewendet wird. Demgegenüber stehen 300 Millionen DM jährlich für Werbemaßnahmen den Kassen zur Verfügung.

Im weiteren Verlauf des Artikels beschreibt der Autor die Perspektiven der dritten Stufe der Gesundheitsreform, die Gesundheitsförderung und Selbsthilfeunterstützung auf Länderebene, die Gesundheitsförderung und Selbsthilfeunterstützung in den Kommunen und in einem letzten Abschnitt fordert er, dass die Krankenkassen dazu verpflichtet werden müssen, sich an der Finanzierung von Selbsthilfegruppen und von Kontaktstellen zu beteiligen (Modell der Gemeinschaftsfinanzierung von Land, Kommunen und Krankenkassen zu jeweils einem Drittel).


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Soziale Sicherheit - Zeitschrift für Arbeit und Soziales
Homepage: https://www.bund-verlag.de/zeitschriften/soziale-sicherheit/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA0506


Informationsstand: 12.02.1997

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