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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rehabilitation psychisch Behinderter in den Werkstätten für Behinderte?

Fakten, Ergebnisse, Empfehlungen



Autor/in:

Eikelmann, Bernd; Reker, Thomas


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Krankenhauspsychiatrie, 1994, 5. Jahrgang (Heft 5), Seite 66-70, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0937-289X


Jahr:

1994



Abstract:


Lange Zeit galten psychisch Kranke als Stiefkinder der Rehabilitation. Arbeitsintegration und -rehabilitation haben jedoch eine neue Aktualität erreicht, seit die Enthospitalisierung chronisch psychisch Kranker in großem Umfang vorankommt und gleichzeitig jüngere, von Chronifizierung bedrohte Patienten möglichst frühzeitig und umfassend rehabilitiert werden.

In einer Studie zur Evaluation der psychiatrischen Arbeitsrehabilitation innerhalb einer gut versorgten Region mit circa neun Millionen Einwohnern haben wir 268 repräsentativ ausgewählte Mitarbeiter in den besonderen Abteilungen für psychisch Behinderte der Werkstätten für Behinderte untersucht.

Durch ein Follow-up nach einem Jahr sollten die Rehabilitationsverläufe bestimmt werden. Die Inanspruchnahmepopulation kann als Gruppe chronisch psychisch kranker und erheblich behinderter Menschen bezeichnet werden, die hier eine dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeit erhält.

Lediglich sechs Mitarbeitern gelingt in Jahresfrist ein Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, zwei weitere finden in einer Zuverdienst- oder Selbsthilfefirma Aufnahme. In großem Umfang erfolgt eine Wanderung aus der zeitlich limitierten Trainingsstufe in den Arbeitsbereich der Werkstatt-Abteilung.

Im Unterschied zur vergleichsweise geringen Bezahlung wird von den Nutzern vor allem der Aspekt Arbeitsplatzsicherung geschätzt.

Die Werkstatt-Abteilung für psychisch Behinderte hat einstweilen noch fast ausschließlich die Funktion einer Endstation der Rehabilitation. Immerhin 17 Prozent der psychisch kranken Mitarbeiter äußerten den aus Sicht der Untersucher zumeist berechtigten Wunsch, die Werkstatt für behinderte Menschen in Richtung Arbeitsmarkt zu verlassen.

In dem Maße, in dem es gelingt, in der Werkstatt-Abteilung moderne, mit anderen psychiatrischen Institutionen vernetzte Arbeitsplätze anzubieten, wir die Zahl der erfolgreichen Reintegrationsversuche auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zunehmen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Rehabilitation of the mentally disabled at sheltered workshops?

Facts, Results, Recommendations

Abstract:


The mentally ill were long regarded as 'stepchildren' of rehabilitation. With large-scale dehospitalization of chronically mentally ill patients on the agenda and younger patients at risk of chronification undergoing
rehabilitation as early and extensively as possible, however, the focus has returned to vocational integration and rehabilitation.

In a study designed to evaluate psychiatric vocational rehabilitation within a well-provided region with a population of about 9 million, we interviewed 268 representatively selected patients working in special departments for the mentally disabled at sheltered workshops. The course of rehabilitation was to be charted by a one-year follow-up.

The population using this facility can be described as a group of chronically mentally disabled and psychosocially severely disabled persons who find longterm employment there. Only 6 employees succeeded in changing to the open labour market within the year under review; two others found employment in a social firm. An extensive 'migration' took place from the temporary training stage to the unlimited area of sheltered workshops. In contrast to the relatively low pay, the aspect of 'job security' is highly valued by patients.

Yet the department for the mentally disabled at sheltered workshops still has a 'terminal' function. The number of successful attempts at reintegration will increase in line with the availability of modern employment facilities interlinked with other psychiatric institutions. This complies with the generally justified wish among some 17% of mentally ill employees for a move away from sheltered workshops towards the labour market.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Krankenhauspsychiatrie
Homepage: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/journal/10....

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA0490


Informationsstand: 12.02.1996

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