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Bibliographische Angaben zur Publikation

MBOR-Check-up

Modulare Bewertungsmethoden zur Standortbestimmung und Weiterentwicklung von MBOR-Konzepten in Reha-Kliniken



Autor/in:

Kaiser, Udo; Nübling, Rüdiger; Schmidt, Jürgen [u. a.]


Herausgeber/in:

Nübling, Rüdiger; Kaiser, Udo; Streibelt, Marco


Quelle:

Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2020, 33. Jahrgang (Heft 112), Lengerich: Pabst Science Publishers, ISSN: 0933-842X


Jahr:

2020



Abstract:


Arbeit ist häufig verknüpft mit Identität, sozialem Status, Struktur und festen Abläufen, Sozialkontakten, Erfüllung von Rollenerwartungen und nicht zuletzt mit Einkommen. Arbeit hat für die meisten Menschen eine wichtige Bedeutung, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten an Arbeit und Gesellschaft teilzuhaben.

Die medizinische Rehabilitation der Rentenversicherung hat zum Ziel, dass Versicherte mit - vor allem chronischen - Erkrankungen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren oder in einen anderen Beruf einsteigen können. Sie soll eine 'Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit' beseitigen beziehungsweise das 'vorzeitige Ausscheiden aus dem Erwerbsleben' verhindern oder hinausschieben.

Bei der zukünftigen Entwicklung der Rehabilitation wird die Erhaltung der Erwerbsfähigkeit und somit auch die medizinisch-berufliche Rehabilitation (MBOR) allein aus Gründen der demografischen Entwicklung eine immer wichtigere Rolle spielen.

In zahlreichen Studien konnte für die orthopädische, mit Einschränkungen auch die psychosomatische und kardiologische Rehabilitation nachgewiesen werden, dass MBOR im Vergleich zur herkömmlichen medizinischen Rehabilitation die Wahrscheinlichkeit der stabilen beruflichen Teilhabe mittel- und langfristig steigern kann.

MBOR ist jedoch nur dann effektiv, wenn eine frühzeitige und valide Identifikation der Zielgruppe, die durchgängige erwerbsbezogene Orientierung und die individuell notwendige 'MBOR-Dosis' sichergestellt werden. Daneben kristallisierte sich die wahrgenommene berufliche Schwerpunktsetzung in der Rehabilitationsmaßnahme durch die Rehabilitand:innen als entscheidender Moderator für den Erfolg arbeitsbezogener Strategien heraus.

Der MBOR-Umsetzungsgrad wurde zunehmend in die externe Qualitätssicherung der DRV integriert, was die Kliniken vor die Aufgabe stellt, ihr MBOR-Konzept kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Das MBOR-Anforderungsprofil ist im Rahmen der externen Qualitätssicherung Bewertungsgrundlage für MBOR-Konzepte und deren Umsetzung in den Kliniken.

In den unterschiedlichen Phasen der Entwicklung und Implementierung von MBOR-Konzepten fehlen den Kliniken häufig Anhaltspunkte, in welchem Ausmaß sie diese Anforderungen bereits erfüllen beziehungsweise inwieweit sie die Konzepte klinikintern anpassen müssen. Daher ist es für die Kliniken hilfreich, wenn sie ihr MBOR-Konzept einer Stärken- und Schwächenanalyse (MBOR-Check-up) unterziehen, welche eine individuelle, passgenaue und zeitnahe Analyse des Umsetzungsgrads der MBOR-Angebote (MBOR-Reifegrad) aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Interessensgruppen liefert.

Der modulare MBOR-Check-up ist ein indikationsübergreifendes und verfahrensunabhängiges Angebot für Kliniken, die MBOR-Angebote neu in das Konzept aufnehmen bzw. sich neu in Richtung einer MBOR-Anerkennung entwickeln wollen, als auch für Einrichtungen, die bereits Angebote auf MBOR-Stufe B-C vorhalten.

Hiermit lassen sich aus unterschiedlicher Perspektive Kennzahlen ableiten, die als Basis für eine kontinuierliche Verbesserung der MBOR-Ausrichtung im Sinne eines PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) genutzt werden und gleichfalls auch im Verlauf den Umsetzungsgrad messen können. Dies kann mit den Instrumenten des internen Qualitätsmanagements (Rehabilitandenbefragung, Projekte, Qualitätszirkel, Audits, Managementreview) oder auch mit externer Unterstützung erfolgen.

Neben einer verbesserten 'MBOR-Qualität' ermöglicht der MBOR-Check-up Klinikvergleiche, schafft Anreize zur Verbesserung und ermöglicht klinikübergreifende Lernprozesse ('Lernen von den Besten'). Hiermit kann vermieden werden, dass lediglich isolierte erwerbsbezogene Therapiebausteine ergänzend zur 'Standard-Reha' implementiert werden, die häufig am Bedarf vorbeigehen und gleichfalls hohe Investitionen verursachen.

Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass eine aus der Nutzerperspektive hohe MBOR-Umsetzung zentrale und für die Belegungssteuerung relevante Parameter der externen Qualitätssicherung positiv beeinflussen, was für die Kliniken ein zusätzlicher Anreiz für eine gute MBOR-Umsetzung sein sollte.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

WMR-check-up

Modular assessment methods for the evaluation of determination and further development of WMR concepts in Rehabilitation Clinics

Abstract:


Work is often linked to identity, social status, structure and fixed procedures, social contacts, fulfillment of role expectations and, last but not least, income. For most people, work has an important meaning in order to participate in work and society within the scope of their possibilities.

The medical rehabilitation of the pension insurance aims to enable insured persons with - especially chronic - illnesses to return to their jobs or to start another profession. It is intended to eliminate an 'impairment of earning capacity' or to prevent or postpone 'premature retirement'.

In the future development of rehabilitation, the maintenance of earning capacity and thus also Work-Related Medical Rehabilitation (WMR) will play an increasingly important role for reasons of demographic development alone.

Numerous studies have shown that WMR can increase the probability of stable occupational participation in orthopaedic, and with some limitations, psychosomatic and cardiological rehabilitation in the medium and long term compared to conventional medical rehabilitation. However, WMR is only effective if early and valid identification of the target group, consistent job-related orientation and the individually necessary 'WMR dose' are ensured. In addition, the perceived occupational focus of the rehabilitation measure by the rehabilitants has crystallised as a decisive moderator for the success of work-related strategies.

The degree of WMR implementation was increasingly integrated into the external quality assurance of the DRV, which confronts the clinics with the task of continuously reviewing and developing their WMR concept. Within the framework of external quality assurance, the WMR requirement profile is the evaluation basis for WMR concepts and their implementation in the clinics.

In the various phases of the development and implementation of WMR concepts, clinics often lack indications of the extent to which they already meet these requirements or the extent to which they need to adapt the concepts within the clinic. It is therefore helpful for clinics to subject their WMR concept to an analysis of strengths and weaknesses (WMR check-up), which provides clinics with an individual, tailored and timely analysis of the degree of implementation of the MBOR offers (WMR maturity level) from the perspective of different interest groups.

The modular WMR check-up is a cross-indication and process-independent service for clinics that want to include WMR offers in their concept or develop towards MBOR recognition, as well as for institutions that already offer WMR levels B-C.

This allows key figures to be derived from different perspectives, which can be used as a basis for a continuous improvement of the WMR orientation in the sense of a PDCA cycle (Plan-Do-Check-Act) and can also measure the degree of implementation in the course of the process. This can be done with the instructors of internal quality management (rehabilitation survey, projects, quality circles, audits, management review) or with external support.

In addition to improved 'WMR quality', the MBOR check-up enables clinic comparisons, creates incentives for improvement and facilitates cross-clinic learning processes ('learning from the best'). In this way, it can be avoided that only isolated, acquisition-related therapy modules are implemented in addition to 'standard rehabilitation', which often miss the need and also cause high investments. Various studies point out that a high WMR implementation from the user's perspective also positively influences central parameters of external quality assurance that are relevant for occupancy control, which should be an additional incentive for clinics to implement a good WMR.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


PSMR Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation
(gegründet unter dem Titel: Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation)
Homepage: https://www.psychologie-aktuell.com/journale/praxis/bisher-e...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA0044/0120


Informationsstand: 15.03.2022

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