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Bibliographische Angaben zur Publikation

MELBA - Psychologische Merkmalprofile zur Eingliederung Behinderter in Arbeit


Sammelwerk / Reihe:

Forschungsberichte des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Band F259


Autor/in:

Kleffmann, Anke; Weinmann, Sigbert; Föhres, Felizitas [u. a.]


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1997, 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, 103 Seiten: PDF


Jahr:

1997



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Abstract:


In dem Bericht wird das Profilvergleichsverfahren MELBA (Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit) vorgestellt. Im Jahre 1986 wurde eine Arbeitsgruppe vom Bundesminsterium für Arbeit und Sozialordnung damit beauftragt, in interdisziplinärer Zusammenarbeit ein Profilvergleichsverfahren zu entwickeln, mit dem Tätigkeitsanforderungen und Arbeitsfähigkeiten kompatibel abgebildet werden können.

Außer an den physischen und psychischen Folgen einer Behinderung leiden Behinderte oft unter der Ausgrenzung aus dem Berufsleben. Die Ausübung einer regelmäßigen, entlohnten Arbeitstätigkeit ist jedoch so stark mit einer Integration ins gesellschaftliche Leben verbunden, dass es gerade für Behinderte besonders wichtig ist, einer Berufstätigkeit nachzugehen. Dem steht die besonders hohe Arbeitslosigkeit bei Schwerbehinderten gegenüber. Die Quote liegt hier deutlich über dem Durchschnitt.

So sind verstärkte Bemühungen notwendig, um geeignete Arbeitsplätze zu finden. Im Kontext der beruflichen Rehabilitation und Integration wird einerseits immer wieder nach den Arbeitsfähigkeiten des Klienten gefragt. Auf der anderen Seite ist die genaue Kenntnis der Anforderungen einer Tätigkeit unabdingbar, wenn berufliche Eingliederung auf Dauer gelingen soll.

MELBA ist ein Verfahren, mit dem einerseits die Fähigkeiten eines Rehabilitanden und andererseits die Anforderungen einer Tätigkeit dokumentiert werden können. Dazu stellt das Verfahren ein Fähigkeits- und ein Anforderungsprofil bereit. Der Vergleich dieser beiden Profile ermöglicht darüber hinaus eine fähigkeitsadäquate Platzierung. MELBA wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung entwickelt und eignet sich vor allem zur beruflichen Integration von Personen, deren psychische Fähigkeiten behinderungsbedingt beeinträchtigt sind.

Das Fähigkeitsprofil:
Zu den Schlüsselqualifikationen, die zur Ausübung einer Arbeitstätigkeit notwendig sind, gehören u.a. Merkmale wie Konzentration, Ausdauer, Verantwortung und Kontaktfähigkeit. Das Fähigkeitsprofil von MELBA enthält die Schlüsselqualifikationen, die berücksichtigt werden müssen, wenn ein Klient beruflich (wieder-) eingegliedert werden soll. Hier kann auf einer 5-stufigen Skala dokumentiert werden, über welche Fähigkeiten ein Rehabilitand verfügt. edes Merkmal ist definiert, so dass auch Anwender aus unterschiedlichen Bereichen das Verfahren einheitlich nutzen können. Die Fähigkeitsprofile des Verfahrens MELBA, ermöglichen unter anderem die standardisierte Dokumentation von Potenzialen und Beeinträchtigungen; die systematische Kommunikation über die Stärken und Schwächen, sei es mit dem Klienten selber, einer anderen Einrichtung oder einem Arbeitgeber; de systematische Konzipierung von Förder- und Trainingsmaßnahmen; die Darstellung des Verlaufs und damit auch die Dokumentation des Erfolges einer Maßnahme; einen Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung der Fähigkeiten eines Klienten.

Das Anforderungsprofil:
Die gleichen Kriterien, die zur Beschreibung der Arbeitsfähigkeiten verwendet werden, werden auch genutzt, um die Anforderungen einer Tätigkeit zu beschreiben. Zu ihrer Dokumentation dient das Anforderungsprofil. Auf einer 5-stufigen Skala kann beurteilt werden, welche Anforderung in welcher Höhe gegeben ist. Wiederum ist jedes Merkmal definiert. So ist sichergestellt, dass verschiedene Anwender zu vergleichbaren Ergebnisse kommen. Mit dem Anforderungsprofil können die Anforderungen aller Tätigkeiten beschrieben werden, unabhängig davon, zu welchem Bereich oder zu welcher Branche eine Tätigkeit gehört. So erlauben die Anforderungsprofile des Verfahrens MELBA unter anderem die standardisierte Dokumentation der Anforderungsstruktur einer Tätigkeit; die systematische Kommunikation über diese Struktur; den Vergleich verschiedener Arbeitsplätze hinsichtlich ihrer Anforderungen; die Gestaltung einer Tätigkeit entsprechend einer gewünschten Anforderungsstruktur. Durch den identischen Aufbau der Profile ist es nun möglich, MELBA im Sinne eines Profilvergleichsverfahrens zu nutzen. Dazu kann man einfach die beiden Profile übereinander legen (das Anforderungsprofil besteht aus einer Folie) und so feststellen, bei welchen Merkmalen die Fähigkeiten mit den Anforderungen übereinstimmen, und wo dies nicht der Fall ist. Die Diskrepanzen können auf einem Dokumentationsbogen notiert werden.

Als Profilvergleichsverfahren genutzt ermöglicht MELBA unter anderem zu prüfen, ob eine gegebene Tätigkeit für eine bestimmte Person geeignet ist und damit die Auswahl einer den Fähigkeiten einer Person entsprechenden Tätigkeit; festzustellen beziehungsweise zu konkretisieren, warum die Ausübung einer bestimmten Tätigkeit Schwierigkeiten bereitet; die systematische und gezielte Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Platzierung, zum Beispiel durch Maßnahmen der begleitenden Hilfe nach dem Schwerbehindertengesetz. MELBA steht als Papier- und als PC-Version zur Verfügung. Es wurde praktisch erprobt und kann aufgrund seiner Struktur in einer Vielzahl von Anwendungskontexten und von unterschiedlichen Nutzern eingesetzt werden.

MELBA wird in nahezu allen Bereichen des ersten und zweiten Arbeitsmarktes eingesetzt, es findet in der Arbeit mit nahezu allen Behinderungsgruppen Anwendung. MELBA wird von Fachkräften unterschiedlichster Berufsgruppen eingesetzt. Dazu gehören Ergotherapeuten, Ingenieure, Sozialarbeiter, Psychologen, Lehrer, Schwerbehindertenvertrauensleute etc. MELBA wird verwendet in Sonderschulen, Werkstätten für Behinderte, Berufsbildungswerken, arbeitstherapeutischen Einrichtungen, in psychiatrischen und neurologischen Kliniken, Trainingszentren, Psychosozialen und Integrations-Fachdiensten, in Betrieben des ersten und zweiten Arbeitsmarktes etc. MELBA wird genutzt als Kommunikationsgrundlage, zur fähigkeitsgerechten Tätigkeitsgestaltung, zur Lohndifferenzierung in therapeutischen Einrichtungen, zur Dokumentation gegenüber Kostenträgern, zur Konzipierung und Erfolgskontrolle therapeutischer Maßnahmen etc. MELBA ist ein universell einsetzbares Instrument, das - eingebettet in ein Konzept zur beruflichen Rehabilitation - geeignet ist, die Erwerbstätigkeit Schwerbehinderter zu fördern.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung

2. MELBA und seine Anwendungsmöglichkeiten
2.1 Das Verfahren MELBA
2.2 Die Anwendungsmöglichkeiten von MELBA

3. Die Entwicklung des Verfahrens MELBA
3.1 Grundlagen
3.2 Entwicklung des Merkmalkatalogs
3.3 Definition und Skalierung der Merkmale
3.4 Entwicklung der Profile

4. Die Durchführung des Verfahrens
4.1 Das Erstellen von Anforderungsprofilen
4.2 Das Erstellen von Fähigkeitsprofilen
4.3 Der Profilvergleich
4.4 Schulung von MELBA

5. Empirische Erhebungen und ihre Ergebnisse
5.1 Anforderungsanalysen
5.1.1 Profilwertverteilungen
5.1.2 Itemkennwerte
5.2 Fähigkeitsanalysen
5.2.1 Profilwertverteilungen und Clusteranalysen
5.2.2 Itemkennwerte

6. Literaturverzeichnis


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

Psychological profile of characteristics for the integration of the disabled into labour


Abstract:


In this report the profile comparison procedure MELBA (Characteristic profile for the integration of altered achievers and the disabled into labour) is introduced. In the year 1986 a work group from the German Ministry of Labour and Social Order in an interdisciplinary cooperation was commissioned to develop a profile comparison procedure with which activity requirements and work abilities could be represented compatibly.

Apart from the physical and psychological results of a disability, disabled people often suffer from exclusion from working life. The carrying out of a regularly paid work activity is however so strongly linked to the integration into society that it is especially important for disabled people to pursue employment. They are faced with the especially high unemployment among the severely disabled. The unemployment quota is clearly above the average. Thus stronger attempts are necessary to find suitable workplaces.

On the one side, in the context of the vocational rehabilitation and integration the client´s ability to work is always in question. On the other side the exact information about the requirements of an activity are indispensible if the vocational integration is to be successful permanently.

MELBA is a procedure in which on the one side the abilities of a rehabilitant and on the other side the requirements of an activity can be documented. For this the procedure presents an ability and requirements profile. Over and above this, the comparison of both of these profiles allows a placement appropriate to ability.

MELBA was developed at the request of the German Ministry of Labour and Social Order and is specially suitable for the vocational integration of people whose mental abilities are impaired due to disability.

The ability profile:
As a part of the key qualifications neccesary for carrying out a job are among others characteristics like concentration, endurance, responsibility and sociability. The ability profile of MELBA contains the key qualifications which must be taken into account when a client is to be vocationally (re)integrated. The rehabilitant´s abilities are documented on a scale of 5 levels. Each characteristic is defined so that the procedure can also be uniformly used by users from different areas. The ability profile of the procedure MELBA allows among others a standardised documentation of potentials and impairments; the systematic communication about strengths and weaknesses, whether with the client themselves, another institution or an employer; the systematic concept of support and training measures; the presentation of the course and thus also the documentation of the success of a measure; a comparison of self-and outside estimation of the abilities of a client.

The requirement profile
The same criteria used for describing the work abilities are also used to describe the requirements for an activity. The requirement profile serves for documentation. A 5 level scale assesses which level the requirement is given. Again each characteristic is defined. Thus it is ensured that different users have comparable results.

With the requirement profile the requirements of all activities can be described independent of which area or branch an activity belongs to. Thus the requirement profiles of the procedure MELBA allow among others a standardised documentation of the requirement structure of an activity; the systematic communication about this structure; the comparison of different workplaces with respect to their requirements; the organisation of an activity with respect to a desired requirement structure.

Due to the identical setting up of the profiles it is then possible to use MELBA in the sense of a profile comparison procedure. For this the two profiles can simply be laid on top of each other (the requirement profile consists of a foil) and so establish which requirements match and where this is not the case. The discrepancies can be noted on a documentation sheet.

Used as a profile comparison procedure MELBA makes it possible among others to test whether a given activity is suitable for a particular person and thus the choice of one of the abilities of a person for a suitable activity; to establish or make clear why carrying out a particular activity leads to difficulties; the systematic and targeted diversion of measures for the improvement of placing, eg. by measures of accompanying help according to the severely disabled law. MELBA is available in a paper and PC version. It was practically tested and on the basis of its structure can be applied in numerous application contexts and used by different users. MELBA is used in nearly all areas of the first and second job markets, and there is a use in the work with nearly all groups of disabilities. MELBA is used by the specialist staff of very different vocational groups. Included in this are ergotherapists, engineers, social workers, psychologists, teachers, spokespeople for the severely disabled, etc.

MELBA is used in remedial schools, sheltered workshops for the disabled, vocational training centres, occupational therapy institutions, in psychiatric and neurological clinics, training centres, psychosocial and integration specialist services, in companies of the first and second job markets, etc. MELBA is used as a communication basis, for ability suited activity organisation, for wage differentiation in therapeutic institutions, for documentation for the sponsors, for conception and control of success of therapeutic measures, etc.

MELBA is a universally applicable instrument which embedded in a concept of vocational rehabilitation, is suitable for supporting the ability of the severely disabled to earn a living.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV8838


Informationsstand: 13.03.1998

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