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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufsspezifisches Risiko für das Auftreten von Arbeitsunfähigkeit durch Muskel-Skelett-Erkrankungen und Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems


Sammelwerk / Reihe:

baua: Bericht, Band Projekt F 2355


Autor/in:

Liebers, Falk; Brendler, Claudia; Latza, Ute


Herausgeber/in:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)


Quelle:

Dortmund: Eigenverlag, 2016, 351 Seiten: PDF, ISBN: 978-3-88261-165-6


Jahr:

2016



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Abstract:


Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) und Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) zählen zu den wichtigsten Krankheitsgruppen. Die Prävention dieser Erkrankungen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Präventionsbedarf lässt sich über die berufsspezifische Arbeitsunfähigkeit (AU) abschätzen. Aktuelle AU-Statistiken der gesetzlichen Krankenkassen mit direktem Bezug zu diagnosespezifischen Erkrankungsrisiken in einzelnen Berufen liegen bisher nicht vor.

Die Zielsetzung des Projekts ist die Beschreibung der berufsspezifischen Arbeitsunfähigkeit durch relevante Erkrankungen des Kreislaufsystems sowie des MuskelSkelett-Systems.

In einer Sekundärdatenanalyse wurden aggregierte Daten (13,7 Mio. Männer, 12,5 Mio. Frauen) zur Arbeitsunfähigkeit durch acht häufige Erkrankungen des Kreislaufsystems (ICD-10, Kapitel IX) und zehn häufige Erkrankungen des Muskel-SkelettSystems (ICD-10, Kapitel XIII) sowie die Mononeuropathien der oberen Extremität (ICD-10 G56) ausgewertet. Die Daten stammen von Bundesverbänden und Krankenkassen der gesetzlichen Krankenversicherungen aus dem Jahr 2008.

Zur Beschreibung der Berufszugehörigkeit wird die Klassifikation der Berufe 1988 (KldB 1988, Berufsordnung) bzw. die Berufsklassifikation nach BLOSSFELD (1985) verwendet. Effektschätzer ist das altersstandardisierte Morbiditätsratio (SMR) für Arbeitsunfähigkeit. Referenzgruppe sind Bürofachkräfte bzw. Beschäftigte aus der Gruppe der kaufmännischen und qualifizierten Verwaltungsberufe.

Die Ergebnisse zeigen, dass in den Berufsgruppen der Produktion und des Dienstleistungsbereichs Arbeitsunfähigkeit häufiger und mit spezifischen Spektren nachweisbar ist. Das gilt dort vor allem für Arbeitnehmer mit geringem und mittlerem Qualifikationsniveau und für beide Geschlechter gleichermaßen. Diagnoseübergreifend sind einzelne Berufe auffällig, z. B. Männer im Beruf als Metallarbeiter bzw. Frauen im Beruf als Raum- und Hausratreiniger.

Die Auswertungen dokumentieren hohe Unterschiede in der Häufigkeit von Arbeitsunfähigkeit zwischen Berufen. Präventionsschwerpunkte sind so definierbar. Der Datenkörper ist hoch bis vollständig repräsentativ für viele Berufe. Das Auswertungsschema ist auf andere Erkrankungen übertragbar.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

Occupation specific risk for sick leave due to musculoskeletal disorders or cardiovascular diseases


Abstract:


Cardiovascular diseases (CVDs) and musculoskeletal disorders (MSDs) are among the most important diseases. The prevention of CVD and MSD is becoming increasingly important. Specific need for prevention can be estimated based on statistics of occupation-related sick leave. The current statistics of the statutory health insurances funds are limited regarding diagnosis-specific risks of sick leave in single occupations.

The primary objective is to provide detailed descriptions of sick leave for CVDs and MSDs in single occupations.

The project based methodically on a secondary analysis of data on sick leave due to eight of the most frequent CVDs (ICD-10 chapter IX), ten of the most frequent MSDs (ICD-10 chapter XIII) and additionally the single diagnosis 'Mononeuropathia of the upper extremities' (ICD-10 G56). Data from almost all statutory health insurances funds representing insured employees aged between 18 and 64 years in 2008 were acquired (13.7 million men, 12.5 million women).

The first three digits of the German classification of occupation KldB 1988 are used to identify single occupations. Occupational groups are formed based on the classification of BLOSSFELD (1985). Occupation specific standardized morbidity ratios (SMR) of sick leave occurrence stratified by sex are reported as effect estimates. Office workers and higher qualified occupations in administration and business are considered as reference group.

The results indicate that sick leave is significantly more frequent for most of the considered diagnoses in manufacturing and service with low and medium-level qualifications. Some occupations, like men or women working as metalworkers and household cleaners are generally more frequently affected than office worker independently of the analyzed diagnosis.

The results document large differences in the diagnosis-specific incidence of sick leave between occupations. The data set is highly representative for most of the occupations due to the aggregation of data of nearly all statutory health insurances funds. The study design and the methods used could be applicable to other diseases.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Homepage: https://www.baua.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV8596


Informationsstand: 28.09.2017

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