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Bibliographische Angaben zur Publikation

EVASA Abschlussbericht

Erschließung von Arbeitsplätzen für sehgeschädigte Arbeitslose mit geringer fachlicher Qualifikation



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Berufsförderungswerk Düren - GmbH - Projektkonsortium EVASA


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2002, 1. Auflage, 139 Seiten: 1 sw. u. 25 farb. Abb., ISBN: 3-9808618-0-5; 978-3-9808618-0-9


Jahr:

2002



Abstract:


Der Bericht steht am Ende einer Reihe von Veröffentlichungen, die den jeweiligen Entwicklungsstand des Bundesmodellversuchs EVASA -Erschließung von Arbeitsplätzen für sehgeschädigte Arbeitslose mit geringer fachlicher Qualifikation - während einer Laufzeit vom 01. März 2000 bis 30. August 2002 abbilden. Die vergleichsweise umfassenden Einzelberichte des Projektkonsortiums EVASA folgen chronologisch und kumulativ der Projektlogik und dokumentieren Schritt für Schritt verschiedene Stationen der Projektentwicklung, von der Forschungsphase (Zielgruppenbefragung, Arbeitsmarktanalyse, Arbeitsplatzanalysen), über die Konzeptions- und Entwicklungsphase (Zuschnitt von Reha-Maßnahmen) bis zur Umsetzungs- und abschließenden Auswertungsphase (Erfahrungsbericht über die modellhafte Qualifizierungsdurchführung) . Der Zuschnitt der einzelnen Berichtsteile wurde so gewählt, dass sie zwar in logischen Bezügen zueinander stehen, aber dennoch - je nach Interessensschwerpunkt - selbstständig lesbar sind.

Bei dem Projektkonsortium - bestehend aus zwei Bildungsträgern, dem Spitzenverband der Selbsthilfe sowie einer externen wissenschaftlichen Begleitung - handelt es sich um einen zeitlich begrenzten Zusammenschluss von unterschiedlichen Einrichtungen mit unterschiedlichen Funktions- und Wirkungsweisen. Bezüglich des gemeinsam vorzulegenden Abschlussberichts wurde die Vereinbarung getroffen, diese Unterschiede bei der Darstellung nicht künstlich einzuebnen, sondern als Charakteristika der Institutionen beziehungsweise Organisationen durchaus deutlich werden zu lassen. Dies betrifft sowohl die Form (Gliederung, der von den einzelnen Beteiligten verfassten Kapitel) als auch den Inhalt (Bewertung einzelner Punkte bei der Selbstdarstellung).

Auf eine gemeinsame/wechselseitige Betrachtung unterschiedlicher Vorgehensweisen und Standpunkte in Form eines direkten Maßnahmevergleichs wurde verzichtet. Vielmehr soll es der Leserschaft überlassen bleiben, sich selbst ein Bild zu machen. Da jede Forschungs-, Bildungs- oder Selbsthilfeeinrichtung je nach Rahmenbedingungen und Zielgruppe einen eigenen Stil und eigene Arbeitsschwerpunkte hat, werden auch keine pauschal verallgemeinernden Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Die RezipientInnen sollen für sie interessante Handlungsempfehlungen aber möglichst mühelos aus dem Textfluss herausfiltern können. Zu diesem Zweck sind an entsprechender Stelle kleine Lesehilfen eingebaut, die einige Kernaussagen und besonders markante Textstellen kennzeichnen und so einen schnellen Überblick ermöglichen.

Mit dem Inkrafttreten des neuen Sozialgesetzbuch Neunter Teil (SGB IX) während der Laufzeit von EVASA wurde neben der Novellierung von Vorschriften und Verordnungen auch der bislang übliche Sprachgebrauch in der ' Behindertenpolitik' einer kritischen Revision unterzogen und entsprechend den neuen Zielen überarbeitet. Sprache formt und Sprache spiegelt Bewusstsein; und so soll -analog zu einer konsequenten geschlechtsspezifischen Differenzierung - auch in dieser Arbeit nicht länger die Behinderung (alt: der Sehbehinderte), sondern der Mensch (neu: der sehbehinderte Mensch) im Mittelpunkt stehen. Dieser neue, teilweise etwas gewöhnungsbedürftige Sprachgebrauch betrifft eine ganze Reihe häufig unreflektiert gebrauchter Wendungen und Fachbegriffe wie 'Teilhabe am Arbeitsleben' statt 'berufliche Eingliederung' ' Leistung' statt 'Maßnahme' 'Integrationsamt' statt 'Hauptfürsorgestelle' usw. In einem Modellversuch, bei dem es darum geht, neue Mittel und Wege einer zukunftsweisenden beruflichen Bildungsarbeit mit sehgeschädigten Menschen aufzuzeigen, versteht es sich von selbst, die neue Terminologie einzuüben und weitmöglichst durchzuhalten, auch wenn man anfänglich über einen ungewohnten Begriff stolpert.

EVASA wurde konzipiert und auf den Weg gebracht, bevor das neue Job-AQTIVGesetz in Kraft trat, bevor der Paradigmenwechsel bei der Bundesanstalt für Arbeit (BA) eingeläutet wurde und bevor Begriffe wie Case-Management oder Job-Profiling in großem Stil die Runde machten. Qualifizierung müsse in enger Zusammenarbeit mit den Betrieben erfolgen und stets auf einen konkret vorhandenen Arbeitsplatz ausgerichtet sein, heißt in einer Presse-Information der BA vom 05.06.2002. Exakt diesen Weg hat EVASA beschritten. Die Auswahl von Praktikumsplätzen solle sich auf Betriebe konzentrieren, bei denen Arbeitskräftebedarf zu erwarten ist und eine Übernahmeoption besteht, fordert die Arbeitsverwaltung in ihren neu überarbeiteten Antragsunterlagen an Träger.2 Und weiter: Dabei solle eine intensive Betreuung im Betrieb sowie eine kontinuierliche Überprüfung des Lernerfolgs anhand eines persönlichen Bildungsplanes erfolgen und die Qualität des Praktikumsverlaufes regelmäßig evaluiert und gesichert werden. Allerdings: 'Auch ein hohes Engagement der Arbeitslosen bei der Stellensuche kann dies [das Zusammentreffen mehrerer Risikofaktoren, wie ein niedriges Qualifikationsniveau plus Behinderung A.d.V.] oft nicht ausgleichen.' Die Betroffenen haben bis zur Erreichung des Ziels der dauerhaften Teilhabe am Arbeitsleben einen hohen Unterstützungsbedarf, dem sie auch mit großer Anstrengung in der Regel nicht aus eigener Kraft entgegen treten können.

Das Bundesmodellprojekt kann für sich in Anspruch nehmen, hier tatsächlich Pionierarbeit geleistet und die jüngsten Forderungen der Politik bereits im Vorfeld der großen Reorganisation und öffentlichen Diskussion erfolgreich umgesetzt zu haben. Insofern dürfte die hier vorliegende Dokumentation über die Erfahrungen aus der Praxis - über die Arbeit mit der sehr speziellen Zielgruppe hinaus - von Wert sein. Dies gilt umso mehr, als sich die Wettbewerbsbedingungen nach Meinung der ExpertInnen inzwischen eher noch verschärft haben und der Versuch, gegen den allgemeinen Markttrend, d.h. gegen den Abbau von Arbeitsplätzen im Niedriglohnsektor die Teilhabe von (in dem Fall sehgeschädigten) Menschen mit geringer fachlicher Qualifikation zu erreichen, in jedem einzelnen Fall Sisyphosarbeit bedeutet.

Über den Projektauftrag im engeren Sinne hinaus haben die Projektpartner einige Mühe darauf verwendet, die Erfahrungen aus dem Modellversuch - etwa durch Einspeisung ins jeweilige Qualitätsmanagement, die permanente Rückkoppelung an den Regelbetrieb der Ausbildung sowie entsprechende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - für die Weiterentwicklung der Einrichtungen fruchtbar zu machen. Der vorliegende Abschlussbericht versteht sich in diesem Sinne ausdrücklich auch als Handreichung für eine an neuen Impulsen interessierte Fachöffentlichkeit.

[Einleitung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie




Bezugsmöglichkeit:


Projektkonsortium EVASA
Berufsförderungswerk Düren gGmbH

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV7030


Informationsstand: 19.11.2003

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