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Bibliographische Angaben zur Publikation

WerkstattBudget - ein Projekt zur Umsetzung des Persönlichen Budgets für Werkstattbeschäftigte

Abschlussbericht



Sammelwerk / Reihe:

Projekte des Förderprogramms zur Strukturverstärkung und Verbreitung von Persönlichen Budgets, Band Projekt Nr. 25


Autor/in:

Kasper, Clemens M.; Finke, Bernd; Jacobs, Bernward [u. a.]


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM)


Quelle:

Frankfurt, Münster, Tilbeck, Bigge: Eigenverlag, 2011, 30 Seiten


Jahr:

2011



Abstract:


Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) will das Persönliche Budget festigen. Diesem Ziel sollte auch das Projekt 'WerkstattBudget' dienen. Seit September 2008 wurde es in zwei Komplexeinrichtungen in Westfalen-Lippe entwickelt und erprobt. Die 'Komplexleistung Werkstatt' sollte nach Vorgaben des Werkstättenrechts in sieben Einzelleistungen gegliedert werden. Diese wiederum wurden in Module, Bausteine und Elemente zerlegt und mit Preisen versehen.

Projektnehmer: BAG:WfbM
Alle Untersuchungen und Statistiken zur Umsetzung des Persönlichen Budgets sowie die eigenen Umfragen der BAG:WfbM zeigen, dass diese Leistungsform bei Teilhabeleistungen am Arbeitsleben - und insbesondere in Werkstätten - unterdurchschnittlich vertreten ist.

Die FDP hat eine Kleine Anfrage (BT-Drs. 16/6687) zu den 'Ursachen der geringen Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets für Teilhabeleistungen in Werkstätten' gestartet. In der Antwort der Bundesregierung nennt sie Zahlen von 3 v. H. für den Arbeitsbereich bzw. 2 v. H. für den Berufsbildungsbereich. Das betrifft alle Budgetnehmer, auch die außerhalb der Modellregionen.

Bis jetzt bekannt gewordene Modelle zeigen, dass das Persönliche Budget zwar von den Werkstattbeschäftigten in Anspruch genommen wird. Es überwiegen allerdings Leistungen außerhalb von Werkstätten (z. B. Freizeitmaßnahmen oder im Bereich Wohnen). Zuweilen wird der Betrag in der Höhe des für die Sachleistung entsprechenden Betrags (als 'identischer Kostensatz') den Budgetnehmern ausgezahlt. Die treten ihn dann eins zu eins an die Werkstatt ab. Die Absicht des Gesetzgebers ist damit sichtbar nicht erfüllt.

Die Gründe für diese Zurückhaltung sind vielfältig. Zum großen Teil sind sie identisch mit denen, die auch außerhalb von Werkstätten ausgemacht werden können. Diese werden in der genannten Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der FDP beschrieben. Das Projekt WerkstattBudget dient also zunächst dazu, Persönliche Budgets bei den Werkstattbeschäftigten bekannter werden zu lassen.

Als weiterer Grund der geringen Inanspruchnahme des Persönlichen Budgets werden aber auch bestimmte sich aus dem komplexen Werkstättenrecht ergebende Probleme ausgemacht, die sowohl Leistungserbringer, Leistungsträger wie auch die Leistungsberechtigten zögern lassen, das Persönliche Budget als Finanzierungsform zu wählen. So besteht der Eindruck, dass das bestehende Recht sich in einigen Punkten nicht mit dem Werkstättenrecht vereinbaren lässt.

Auf diese Weise hat ein großer Personenkreis von Menschen mit Behinderungen keinen Zugang zu dieser Leistungsform. Insbesondere von Selbsthilfeverbänden wird die Vermutung geäußert, dass etliche Leistungsberechtigte eine Alternative zur Werkstatt gar nicht erst erwägen, da Leistungs- und Nachteilsausgleiche nur an die Institution gebunden sind und nur über sie wahrgenommen werden können. Die Bundesregierung hat dieser Vermutung deutlich widersprochen und ermutigt die Antragsteller, nach geeigneten Umsetzungsformen zu suchen.

Der vom zuständigen Referat Va 3 vorab grundsätzlich zugesagte begleitende Kontakt zum BMAS bei Umsetzung und Erprobung des Persönlichen Budgets verspricht weitreichende erfolgversprechende Auswirkungen für die Teilhabe behinderter Menschen insbesondere in Werkstätten. Die haben bisher aufgrund der Regelungsdichte im Werkstättenrecht um die Leistungsform Persönliches Budget eher einen Bogen gemacht. Das Modell sucht nach Wegen, Leistungsberechtigten auch in diesem Sinne 'barrierefrei' den Zugang zur Leistungsform Persönliches Budget zu eröffnen.

Das Projekt hatte insofern Modellcharakter, als sich hier erstmals Werkstätten bewusst als Teil von Komplexeinrichtungen der Umsetzung des Persönlichen Budgets zuwenden. Damit wurderd nicht nur die Umsetzung des Persönlichen Budgets in der Werkstatt gefördert, es können darüber hinaus problemlos andere Leistungsarten damit verbunden werden (die teilnehmenden Werkstätten verfügen bereits über Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget im Bereich ambulant betreutes Wohnen). Somit sind trägerübergreifende Persönliche Budgets künftig leichter zu bewerben.

Der Antragsteller und die kooperierenden Partner sind der Auffassung, dass das im 'Programm' genannte Ziel des Persönlichen Budgets nicht nur für Werkstattbeschäftigte angeboten werden sollte, die auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wechseln wollen. Es soll Werkstattbeschäftigten, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt nie ermöglicht werden kann, die volle Nutzung des Persönlichen Budgets ermöglichen. Schließlich ist das Persönliche Budget eine weitere Form, das Wunsch- und Wahlrecht umzusetzen.

Ziel des Projektes war es daher auch, exemplarisch an zwei Werkstätten aufzuzeigen, welches Potenzial in der Umsetzung dieser Leistungsform gerade für Werkstattbeschäftigte steckt. Dabei sollte die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten ausgeschöpft werden, insbesondere auch der Teile, die vor dem bisher geltenden Recht nicht umsetzbar erscheinen.

Durch dieses Projekt sollte erreicht werden, dass die Leistungsform Persönliches Budget sowohl beim Zugang zur Werkstatt, beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wie auch innerhalb der Werkstatt an Selbstverständlichkeit gewinnt und auf andere Werkstätten übertragbar ist.

Ziel war die diskriminierungsfreie individuelle Bedarfsstillung durch Inanspruchnahme von Einzelleistungen in der Werkstatt aufgrund einer Zielvereinbarung und deren Umsetzung unter Berücksichtigung des Wunsch- und Wahlrechtes des Beschäftigten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Adresse: Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. - BAG:WfbM




Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Das BMAS hatte den Gesamt-Programmbericht sowie die Berichte der Einzelprojekte
mit Handlungsempfehlungen, Seminarunterlagen und Videoclips ursprünglich
im Portal 'einfach teilhaben' als Downloads zur Verfügung gestellt.
Homepage: https://www.einfach-teilhaben.de/DE/AS/Home/alltagssprache_n...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV6110x04


Informationsstand: 18.12.2012

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