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Bibliographische Angaben zur Publikation

Schwarzbuch medizinische Hilfsmittelversorgung

Der Verlust der Patientenwahlfreiheit in Deutschland



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Aktionsbündnis meine Wahl!


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2010, 27 Seiten: PDF


Jahr:

2010



Link(s):


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Abstract:


Mit Inkrafttreten der Gesundheitsreform haben sich die Rahmenbedingungen der Hilfsmittelversorgung in Deutschland grundlegend verändert. Im April 2008 verpflichtete das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) die gesetzlichen Krankenkassen, die Hilfsmittelversorgung ihrer Versicherten zum Beispiel mit Bandagen, Rollstühlen oder Produkten zur Inkontinenz- und Stomaversorgung spätestens ab dem 1. Januar 2009 ausschließlich durch feste Vertragspartner zu regeln.

Eine grundsätzliche Verpflichtung, diese Vertragspartner über Ausschreibungen zu ermitteln, wurde mit Nachbesserungen zu den Regelungen des GKV-WSG durch den Bundestag am 17. Oktober 2008 verhindert. Trotzdem gilt: Ausschreibungen können durchgeführt werden, sofern diese zweckmäßig sind. Mit den Ausschreibungen von medizinischen Hilfsmittelversorgungen kamen auf die Versicherten tiefgreifende Veränderungen zu. Es besteht die Gefahr, dass die in jahrelanger vertrauensvoller Zusammenarbeit gewachsenen Netzwerkstrukturen zur Versorgung und Unterstützung kranker Menschen zerschlagen werden.

Das Recht der Versicherten auf Mitbestimmung bei der Wahl des Versorgungspartners - Sanitätshaus, Apotheke oder Homecare-Unternehmen - ist bei Ausschreibungen faktisch entfallen. Die Mitsprache bei der Produktwahl wird massiv erschwert. Patienten werden mit neuen, ungewohnten und eventuell weniger geeigneten Produkten und Versorgern konfrontiert. Dies führt zu schwerwiegenden Belastungen für die Betroffenen.

Leistungserbringer und Hilfsmittelhersteller befürchten aufgrund von Ausschreibungen massive Wettbewerbsverzerrungen durch
einen forcierten Preiskampf und die Bildung von Oligopolen. Qualitätsverluste bei Produkten sowie bei der Patientenversorgung und ein Innovationsstau sind die möglichen Folgen. Mit dem Gesundheitsfonds treten die gesetzlichen Krankenkassen ab 2009 erstmals in einen Leistungswettbewerb. Durch den einheitlichen Beitragssatz ist für Versicherte nicht mehr der Preis das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl der Kasse. Patientenfreundliche Kriterien in Form von Wahlfreiheit und qualitativ hochwertiger Versorgung treten in den Vordergrund. Patienten haben die Wahl: Sie können sich bewusst für oder gegen eine Krankenkasse entscheiden.

Bei allen bis September 2009 erfolgten Ausschreibungen war immer der Preis das wichtigste (oftmals auch einzige) Zuschlagskriterium. Darunter leidet die Qualität der Versorgung.

Das Aktionsbündnis 'meine Wahl!' schätzt, dass circa 12 Millionen Menschen in Deutschland vom Verlust ihrer Wahlfreiheit durch Ausschreibungen bedroht sind. Das Schwarzbuch medizinische Hilfsmittelversorgung zeigt anhand lebensnaher Fallbeispiele, welche fatalen Folgen die Ausschreibungspraxis der gesetzlichen Krankenversicherungen hat. Damit fordert das
Aktionsbündnis 'meine Wahl!' alle Verantwortlichen zum Umdenken auf. Denn bei allen notwendigen Sparmaßnahmen, muss der Mensch im Zentrum allen Handelns stehen.

[Aus: Information des Herausgebers]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Aktionsbündnis 'meine Wahl!'
Schönhauser Allee 37
10435 Berlin

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV5801


Informationsstand: 16.08.2010

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