Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Individualisierung und Behinderung

Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie am Fachbereich 2 - Erziehungswissenschaft - Psychologie - Sportwissenschaft - der Universität Siegen



Autor/in:

Rohrmann, Albrecht


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Siegen: Eigenverlag, 2003, 224 Seiten


Jahr:

2003



Link(s):


Link zu der Dissertation (PDF | 831 KB)


Abstract:


In der Arbeit wird das analytische Potenzial des Individualisierungsansatzes für das Verständnis von Behinderung und die Lebenslagen von Menschen mit Behinderung erschlossen.

Zunächst werden Theorie und Implikationen des Individualisierungsansatzes dargestellt (Kapitel 2).

Auf dieser Grundlage wird eine Rekonstruktion des Verständnisses von Behinderung und des institutionellen Umgangs mit Behinderung im Prozess industriegesellschaftlicher Modernisierung vorgenommen (Kapitel 3). Im Mittelpunkt der kritischen Erörterung stehen das medizinisch dominierte sozialrechtliche Zuschreibungsverfahren sowie die institutionalisierte Bearbeitung von Behinderung durch das Rehabilitationssystem und die Organisationen der Behindertenhilfe.

Im Anschluss wird untersucht, welche Auswirkungen der aktuelle Individualisierungsschub auf das Verständnis von Behinderung hat (Kapitel 4). Dabei dient die Leitidee der Antidiskriminierung als Folie zur Reflexion der nicht intendierten Folgen der Institutionalisierung von Behinderung. Es wird einerseits deutlich, dass es der Behindertenhilfe bisher versäumt hat, die Leitidee der Antidiskriminierung in ihre Praxis aufzunehmen, andererseits werden die Chancen eines solchen bürgerrechtlichen Ansatzes aufgezeigt.

Die Ausführungen werden durch die Auswertung von qualitativen Interviews illustriert, mit denen nach den Spuren der Individualisierung in lebensweltlichen Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen im Individualisierungsprozess gesucht wird (Kapitel 5). Es wird gezeigt, wie reflexives Wissen in lebenslaufrelevanten Entscheidungen wirksam und durch die Behinderung auf spezifische Weise restriktiv beeinflusst wird.

Im abschließenden Kapitel 6 werden die Chancen beschrieben, die der Individualisierungsansatz für die Modernisierung der Behindertenhilfe eröffnen kann. Es wird aber gleichzeitig ausgeführt, wie der Individualisierungsansatz selbst präzisiert werden kann, indem Lebenslagen untersucht werden, die in hohem durch Vorgaben des sozialen Sicherungssystems beeinflusst sind.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

Abstract:


This study deals with the analytical potential of the individualization approach for the concept of disability and the life situations of persons with disabilities. The study starts with presenting theory of the individualization approach and its various implications (Chapter 2). On this basis the concept of disability as well as the institutionalised forms of handling disability in the process of industrial modernization is reconstructed (Chapter 3). The discussion focuses on the processes of attributing disability status in legal welfare state frameworks that are dominated by the medical system. The processes are seen in the context of institutionalized forms of handling disability in the system of rehabilitation and disability services.

Chapter 4 analyses the impacts that the current push towards individualization has on the concept of disability. Here the principle of anti-discrimination is used as a category to reflect the non-intended effects of the institutionalization of disability. It becomes obvious, that the practice of disability services has so far not succeeded in taking anti-discrimination as a modern guideline for organizational performance. The possibilities of such a civil-rights approach are shown in the end of this chapter.

Chapter 5 illustrates the theoretical aspects of the study with the results of qualitative interviews that search for the traces of individualization in day-to-day-experiences of persons with disabilities in the general individualization process of society. It can be shown, how reflective knowledge becomes influential for individual life-course decision-making and how this process is restrictively framed by disability.

The final chapter 6 describes the chances of the individualization approach for the modernization of the disability service system. It is also pointed out, that the individualization approach itself can be enriched and shaped more precisely by analyzing life-situations of persons that are highly governed by indications of the social-security system.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Download des Dokuments unter:
Homepage: http://dokumentix.ub.uni-siegen.de/opus/volltexte/2005/53/
URN des Dokumentes: urn:nbn:de:hbz:467-534
Aufrufdatum: 13.04.2011

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV5170


Informationsstand: 13.04.2011

in Literatur blättern