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Bibliographische Angaben zur Publikation

Bericht über die Durchführung des Schwerbehindertenrechts im Jahr 2004


Sammelwerk / Reihe:

LWL-Jahresbericht


Autor/in:

Adlhoch, Ulrich; Bröcker, Detlef; Klause, Udo


Herausgeber/in:

LWL-Integrationsamt


Quelle:

Münster: Eigenverlag, 2005, 65 Seiten: DIN-A4, Broschur


Jahr:

2005



Abstract:


Das Jahr 2004 brachte einen erneuten Anstieg der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen. Bei schwacher Konjunktur und erneut fortgeführtem betriebsbedingtem Personalabbau konnte der Sonderkündigungsschutz schwerbehinderter Menschen nach dem SGB IX hier nicht spürbar gegensteuern.

Der Kündigungsschutz ist nach dem Willen des Gesetzgebers und der ständigen Rechtsprechung der Verwaltungsgerichtsbarkeit auf behinderungsspezifische Kündigungssachverhalte ausgerichtet. Er wirkt sich daher auch nur dort in größerem Umfang arbeitsplatzsichernd aus.

Deshalb musste das Integrationsamt des LWL auch 2004 - wie schon in den von den gleichen Wirtschafts- und Arbeitsmarktbedingungen geprägten Vorjahren - erneut den Versuch unternehmen, so viele behinderungsbedingt gefährdete Arbeitsplätze wie möglich mit Maßnahmen und Leistungen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben zu erhalten.

Trotz der begrenzten Personalkapazität und der hohen Arbeitsbelastung durch Kündigungsschutzverfahren konnten die für die Arbeitsplatzsicherung zugunsten schwerbehinderter Beschäftigter maßgeblichen Beratungs- und Finanzierungsleistungen vom LWL-Integrationsamt auch im Jahre 2004 in erfreulich großem Umfang an den Mann und die Frau, das heißt an die Betriebe und Dienststellen gebracht werden.

Dafür bedanke ich mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LWL-Integrationsamtes, aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der örtlichen Fürsorgestellen und der im Auftrag des Integrationsamtes tätigen Integrationsfachdienste bei freien Trägern in Westfalen-Lippe.

[Aus: Information des Herausgebers]

Schwerpunkte des Berichts über die Durchführung des Schwerbehindertenrechts im Jahr 2004 auf einen Blick:

In Westfalen-Lippe
- leben rund 801.228 anerkannte schwerbehinderte Menschen. Das sind circa 4,4 Prozent der Bevölkerung. 361. 469 davon sind 15 bis unter 65 Jahre alt (im erwerbsfähigen Alter).
- waren am Jahresende 2004 rund 24.190 schwerbehinderte Menschen arbeitslos.

Das Integrationsamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat im Jahr 2004 insgesamt rund
- 54,8 Millionen Euro Ausgleichsabgabe eingenommen (davon 36,5 Millionen Euro Zahlungen der hiesigen Arbeitgeber, 12,9 Millionen Euro im Rahmen des Landerfinanzausgleichs und 4,6 Millionen Euro durch Zinsen, Darlehnsrückflusse und Anderes) - 16,5 Millionen Euro mussten davon an den Ausgleichsfonds beim Bundesministerium fur Gesundheit und Soziale Sicherung abgeführt werden;
- 37,4 Millionen Euro Ausgleichsabgabe fur die individuelle berufliche Integration schwerbehinderter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und 5,4 Millionen Euro Ausgleichsabgabe zur institutionellen Forderung (zum Beispiel von Werkstatten fur behinderte Menschen) verwendet. Dazu wurden auch Mittel aus einer Rücklage in Anspruch genommen.

Gemeinsam mit den örtlichen Fürsorgestellen hat das LWL-Integrationsamt 2004 unter anderem
- 497 Arbeits- oder Ausbildungsplatze neu geschaffen beziehungsweise behinderungsgerecht gestaltet.
- 3.234 Arbeits- oder Ausbildungsplätze mit notwendigen technischen Arbeitshilfen ausgestattet.
- in 2.709 Fällen Arbeitgebern außergewöhnliche Belastungen durch die Beschäftigung von schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ausgeglichen.
- mehr als 1.370 schwerbehinderten Menschen persönliche Hilfen (zum Beispiel für die Beschaffung einer behinderungsgerechten Wohnung, für die berufliche Fortbildung und so weiter) geleistet.
- mehr als 503 Beschäftigte in Integrationsprojekten gefördert.

Als Fachdienste des LWL-Integrationsamtes stehen zur Verfügung:
- der Fachdienst für psychosoziale und arbeitspädagogische Begleitung von behinderten Menschen,
- der Ingenieur-Fachdienst für behinderungsgerechte Arbeitsgestaltung,
- der Fachdienst für hörbehinderte Menschen,
- der Fachdienst für sehbehinderte Menschen und
- der Fachdienst für betriebliche Suchtprävention.

Das LWL-Integrationsamt hat 2004
- über 4.940 Anträge von Arbeitgebern auf Zustimmung zur Kündigung von schwerbehinderten Arbeitnehmern entschieden.
- in 57,1 Prozent der streitigen Kündigungsverfahren überwiegend durch Beratung, Einsatz der Fachdienste und finanzielle Förderung den Arbeitsplatz der behinderten Menschen erhalten können.
- fast 3.880 Schwerbehindertenvertretungen, Betriebs-/Personalräte und Beauftragte des Arbeitgebers in 96 mehrtägigen Seminaren und 144 eintägigen Informationsveranstaltungen geschult.
- mit breitem Publikumsinteresse seine Aufgaben während der REHACARE im Düsseldorfer Messegelände dargestellt und zu Fragen des Schwerbehindertenrechts beraten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie




Bezugsmöglichkeit:


Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL-Inklusionsamt Arbeit
Homepage: https://www.lwl-inklusionsamt-arbeit.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV413710


Informationsstand: 24.06.2005

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