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Bibliographische Angaben zur Publikation

Entwicklung eines Manuals zur Reha-Fallbegleitung bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigen mit erwerbsbezogenen Problemen

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Jakob, Teresa; Schröder, A.; Hoffmann, S. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 488-489


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Das Modellprojekt 'Reha-Fallbegleitung bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigen mit erwerbsbezogenen Problemen' wurde von der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz (DRV RLP) in Zusammenarbeit mit klinischen Experten entwickelt. Es greift in innovativer Weise wesentliche Herausforderungen in der Rehabilitation Abhängigkeitskranker auf. Insbesondere der Bedarf nach einer verstärkten Förderung der beruflichen Reintegration Abhängigkeitskranker und einem verbesserten Schnittstellenmanagement in der Rehabilitation Abhängigkeitskranker - wesentlichen Zielkriterien der Reha-Fallbegleitung - sind gut belegt. Das Projekt wurde zwischen 2008 und 2012 modellhaft durchgeführt und evaluiert. Aufgrund zahlreicher positiver Ergebnisse der Evaluation des Modellprojekts wurde das Projekt 2012 von der DRV RLP in die Regelversorgung übernommen. Die Ergebnisse der Evaluation zeigten jedoch auch zwei wesentliche Verbesserungsbereiche der Reha-Fallbegleitung auf: Zum einen eine definitorische Schärfung beziehungsweise Operationalisierung von Prozessen, die für die Reha-Fallbegleitung zentral sind und zum anderen eine weitere Sensibilisierung der Beteiligten für die spezifischen Zielstellungen der Reha-Fallbegleitung. Diese Hinweise aufgreifend wurde eine Manualisierung der Reha-Fallbegleitung angestrebt, um die Erfolge der Maßnahme zu verstetigen und zu optimieren. Im vorliegenden Beitrag werden das Vorgehen und die Ergebnisse der Manualentwicklung vorgestellt.

Methodik:

Die Entwicklung des Manuals erfolgte in einem mehrstufigen Prozess unter Einbezug der Gruppe der zukünftigen Anwender (Reha-Fallbegleiter) und des Leistungsträgers (DRV RLP). Zunächst wurden alle am Modellprojekt beteiligten Reha-Fallbegleiter (n=16) und Vertreter des Leistungsträgers (n=2) zu wesentlichen Inhalten der Reha-Fallbegleitung schriftlich befragt. Die Befragung bestand vorwiegend aus offenen Fragen, um einen möglichst umfassenden ersten Eindruck zu Themen und Inhalten des Manuals zu erhalten. Auf der Basis dieser Ergebnisse und Ergebnisse der Evaluation des Modellprojekts wurde eine Arbeitsversion des Manuals erstellt. Im Rahmen eines zweitägigen Expertenworkshops mit einer kleineren Gruppe an Reha-Fallbegleitern (n=9) und Vertretern des Leistungsträgers (n=3) wurden die Inhalte des Manuals ausdifferenziert und konsentiert. Abschließend wurde die Gesamtgruppe der Reha-Fallbegleiter (n=15) im Rahmen einer zweiten schriftlichen Befragung erneut zu weiteren Änderungswünschen und zu ihren Einschätzungen hinsichtlich der Übersichtlichkeit, Verständlichkeit, Nützlichkeit, Vollständigkeit und des Anwendungsbezugs des Manuals befragt. Eine finale Abstimmung des Manuals erfolgte mit dem Leistungsträger.

Ergebnisse:

In der ersten schriftlichen Befragung wurde zum einen deutlich, dass ein Bedarf an Strukturierungshilfen für die Reha-Fallbegleitung besteht. Daher wurden für zwei zentrale Bereiche der Reha-Fallbegleitung - berufliche (Re-)Integration und Schnittstellenmanagement - Strukturierungshilfen entwickelt. Zum anderen wurde auch deutlich, dass das Manual für die Reha-Fallbegleitung im Wesentlichen übergreifend für die Indikationen Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit gestaltet werden kann. Bereiche, bei denen eine Differenzierung zwischen diesen Indikationen besonders relevant ist, wurden in der ersten Befragung identifiziert. Im Expertenworkshop wurde die Arbeitsversion des Manuals weiter ausdifferenziert. Beispielsweise wurden förderliche und hinderliche Kontextfaktoren für die Reha-Fallbegleitung und Maßnahmen zur Intervention bei Vorliegen spezifischer Kontextfaktoren ergänzt. Des Weiteren wurde eine Funktionsbeschreibung für Reha-Fallbegleiter präzisiert. Hohe positive Zustimmungsraten in der zweiten schriftlichen Befragung weisen darauf hin, dass das Manual von den Reha-Fallbegleitern als vollständige und praxisnahe Beschreibung der Reha-Fallbegleitung akzeptiert wird und insbesondere auch als hilfreich für neue Reha-Fallbegleiter eingeschätzt wird.

Schlussfolgerungen:

Durch wiederholte Abstimmungsprozesse mit Experten (Reha-Fallbegleitern) und der DRV RLP wurde ein Manual entwickelt, das eine bedarfsorientierte, alltagsnahe und handlungsorientierte Anleitung für die Durchführung von Reha-Fallbegleitungen darstellt. Das Manual kann in Zukunft dazu beitragen, dass die Reha-Fallbegleitung objektivierbarer und nachvollziehbarer gestaltet werden kann. Insbesondere die Überführung des Konzepts in die Routine, aber auch zum Beispiel die Übertragbarkeit in andere Regionen oder in bislang nicht an der Reha-Fallbegleitung beteiligte Einrichtungen wird durch das Vorliegen des Manuals unterstützt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV362291


Informationsstand: 28.07.2014

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