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Bibliographische Angaben zur Publikation

Evaluation des Modellprojekts Berufliche Integration nach stationärer Suchtbehandlung (BISS)

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Styp von Rekowski, Anne; Indlekofer, W.; Seelig, Harald [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 484-485


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Eine intensive berufliche Nachsorge erfolgt in der Suchtrehabilitation häufig nicht. Der Ausbau von Projekten und Initiativen, die den (Wieder-) Einstieg sichern und fördern wird deshalb gefordert. Das Projekt 'berufliche Integration nach stationärer Suchtbehandlung' (BISS), durchgeführt vom Integrationszentrum Lahr der Rehaklinik Freiolsheim und gefördert von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, richtet sich an ehemalige Suchtmittelabhängige nach erfolgreichem Abschluss einer stationären Rehabilitationsmaßnahme. Klienten werden bei der Arbeitsintegration und der Aufrechterhaltung des Arbeitsplatzes über ein Jahr unterstützt, wobei auch deren Arbeitgeber vertraglich eingebunden werden. Zum Angebot gehören regelmäßige Gruppenangebote und unangekündigte Suchtmittelkontrollen, Arbeitgebergespräche sowie bedarfsbezogene Angebote wie Einzelgespräche und Krisen- beziehungsweise Rückfallinterventionen.

Methoden:

Die Evaluation umfasst summative und formative Zugänge. Die Fragestellungen bezogen sich auf den Bedarf, Erwartungen und Zielsetzungen, den Prozess, Effekte und Wirkungen sowie den Aufwand und die Kosten. Der Fragebogenstudie lag ein quasi-experimentelles Prä-Post-Vergleichsgruppendesign zugrunde. Zudem wurden teilstrukturierte Leitfadeninterviews mit den Teilnehmern, deren Arbeitgebern und relevanten Stakeholdern geführt. Die Stichprobe bestand aus der Interventionsgruppe (t1: n=39, t3: n=21), der Vergleichsgruppe (t1: n=65, t3: n=26), den Arbeitgebern der Klienten (n=12) sowie weiteren Stakeholdern (n=13). Es wurden Inferenzstatistische Gruppenvergleiche durchgeführt (U-Test nach Mann und Whitney beziehungsweise Chi-Quadrat) und Effektstärkemaße berechnet.

Ergebnisse:

Die Wirksamkeit konnte zum Zeitpunkt t3 insbesondere in Bezug auf suchtbezogene Faktoren nachgewiesen werden. Durch BISS war in der Interventionsgruppen (IG) ein höherer Anteil zur Abstinenz verpflichtet als in der Vergleichsgruppe (p=.000; Y=0,76). Die Abstinenzverpflichtung wurde in der IG auch häufiger von Kontrollen begleitet (p=.487; Y=0,35). Nach einem Jahr hatte die IG seltener Suchtmittel konsumiert (IG: 19 Prozent versus VG: 65,4 Prozent; p=.000; Y=-0,70). Bei dauerhafter Teilnahme an BISS wurde, auch bei kurzzeitigem Rückfall, eine abstinente Lebensführung erreicht. Die Prozessevaluation zeigte zudem eine gute Inanspruchnahme des gesamten Unterstützungsangebots sowie einen Integrationserfolg und eine hohe berufliche Stabilität bei den Teilnehmern, welche auch durch den Einbezug der Arbeitgeber gefördert wurden.

Diskussion und Ausblick:

Durch die regelmäßigen und bei Bedarf angebotenen Elemente, die aktive Einbindung des Arbeitgebers und die schnelle Hilfe bei Rückfälligkeit, unterstützt das Projekt BISS die dauerhafte berufliche Integration und die Aufrechterhaltung der Abstinenz. Methodische Einschränkungen im Gruppenvergleich ergeben sich aus dem hohen Drop-Out und der damit verbundenen kleinen Stichprobe zu t3. Es zeigte sich der Bedarf an weiteren Ressourcen zur adäquaten Umsetzung des Projekts sowie die Notwendigkeit der Weiterentwicklung von Abläufen (Rückfallintervention) und der ausführlicheren Dokumentation der Interventionen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362289


Informationsstand: 28.07.2014

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