Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Sozialmedizinische Aspekte der Rehabilitation bei Sarkoidose: Ergebnisse der Studie Prospektive multizentrische Katamnesestudie Sarkoidose in der pneumologischen Rehabilitation (ProKaSaRe)

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Buhr-Schinner, H.; Braune, R.; Quadder, B. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 438-440


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Die Sarkoidose ist eine granulomatöse Systemerkrankung bisher unklarer Ätiologie, die prinzipiell alle Organe betreffen kann. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 20. bis 40. Lebensjahr mit einem 2. Gipfel bei Frauen um das 50. Lebensjahr. Die Datenlage zur Sarkoidose-Rehabilitation ist spärlich. Typisch sind bei chronischen oder rezidivierenden Verläufen deutliche funktionelle Beeinträchtigungen, eingeschränkte Lebensqualität oder Fatigue. Inwieweit die Rehabilitation Einfluss auf Aspekte des Erwerbsleben und Soziallebens haben kann, wurde in der prospektiven, multizentrischen Beobachtungsstudie ProKaSaRe mit einer 12-monatigen Beobachtungsphase als sekundäres Outcome untersucht.

Methode:

Von Januar 2011 bis Januar 2012 wurden konsekutiv alle teilnahmewilligen Patienten der 6 beteiligten Rehabilitationskliniken (siehe oben), die sich mit der Erstdiagnose Sarkoidose vorstellten, in die Studie aufgenommen. Erhoben wurden Parameter zur körperlichen Leistungsfähigkeit, Spirometrie, Atemmuskulatur sowie weitere klinische Outcomes zur Lebensqualität und Fatigue mittels standardisierter und international evaluierter Fragebögen. Zusätzlich wurde der sozialmedizinische Status abgefragt und ein sozialmedizinischer Patientenfragebogen ausgefüllt.

Ergebnisse:

Die Studie umfasst knapp ein Drittel aller in 2011 in Deutschland rehabilitierten Sarkoidosepatienten (n=296). Kostenträger waren überwiegend die Rentenversicherungsträger (85,9 Prozent). Die Reha-Maßnahme wurde den Patienten in 90,9 Prozent mit dem ersten Antrag bewilligt. Das mittlere Alter der Patienten betrug 49,0 Jahre, 52,8 Prozent waren weiblich. 79,4 Prozent der Patienten gaben zu Beginn der Rehabilitation alltagsrelevante Auswirkungen der Sarkoidose bezüglich ihres Privatlebens an, 83,3 Prozent bezüglich ihres Berufslebens. 68,6 Prozent der Patienten gaben an, wegen der Sarkoidose schon einmal länger als 2 Wochen krankgeschrieben
gewesen zu sein, im Mittel wurden 74,4 Arbeitsunfähigkeitstage in den 12 Monaten vor der Rehabilitation berichtet. Durch die Rehabilitation zeigten sich signifikante zum Teil bis 12 Monate nach Rehabilitation anhaltende Verbesserungen der gemessenen Parameter. Zu Beginn der Rehabilitation gaben 22 Patienten eine Arbeitsunfähigkeitsdauer von 3 bis 6 Monaten an, 39 waren mehr als 6 Monate krankgeschrieben, davon 12 mehr als ein Jahr. Durch die Reha-Maßnahme konnten 14 zuvor arbeitsunfähige Patienten sofort arbeitsfähig entlassen werden, 52 Patienten gaben an, nach weiteren 4 bis 6 Wochen eine Rückkehr in den Beruf zu planen. Die prozentuale Arbeitsfähigkeit der Patienten, die ihre Fragebögen zurückgeschickt haben, blieb bis zum Abschluss des Beobachtungszeitraumes stabil.

Diskussion:

Diese Ergebnisse belegen eine positive Wirkung der pneumologischen Rehabilitation auf die Erwerbsfähigkeit bei Sarkoidose. Es lässt sich auch nach langer AU-Zeit eine Reintegration in das Erwerbsleben durch die Reha-Maßnahme nachweisen. Der Aussagewert dieser Studie ist aufgrund der hohen Bereitschaft, an der Studie zu partizipieren und den guten Rücklauf der Fragebögen sehr hoch.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362279


Informationsstand: 25.07.2014

in Literatur blättern