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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitsplatzängste und arbeitsbezogene Partizipationsstörungen bei Patienten in der kardiologischen Rehabilitation

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Muschalla, Beate; Glatz, J.; Linden, Michael


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 395-397


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Im Bundesgesundheitssurvey wird als Häufigkeit psychischer Erkrankungen bei Herzerkrankten eine Vierwochen-Prävalenz von 28,4 Prozent berichtet. Eine Sonderform psychischer Erkrankungen sind Arbeitsplatzängste. Im Kontext von Herzerkrankungen können diese entstehen, weil es auf dem Boden einer somatischen Erkrankung zu einer pathologischen Angstentwicklung kommen kann, die dann auch auf den Arbeitsplatz generalisiert. Die Herzerkrankung kann mit Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz einhergehen und damit mit der Möglichkeit des beruflichen Scheiterns und negativer Bewertungen. Es besteht die Möglichkeit einer Verschlimmerung des körperlichen Krankheitsstatus durch die Arbeit, was ebenfalls Angst erzeugen kann. Derartige Arbeitsplatzängste gehen häufig mit arbeitsbezogenen Partizipationsstörungen und Arbeitsunfähigkeit einher, weshalb sie von besonderer sozialmedizinischer Relevanz sind. Es sollte daher untersucht werden, wie häufig bei kardiologischen Patienten mit arbeitsplatzbezogenen Ängsten zu rechnen ist und in welchem Umfang diese zu Partizipationsstörungen führen.

Methode:

209 konsekutiv aufgenommene Patienten in der kardiologischen Rehabilitation wurden im strukturierten diagnostischen Interview MINI bezüglich genereller psychischer Erkrankungen gemäß DSM-IV sowie mit dem Arbeits-Angst-Interview AAI hinsichtlich spezifischer arbeitsplatzbezogener Ängste untersucht. Wenn eine Diagnose einer arbeitsplatzbezogenen Angst gestellt wurde, wurde nach daraus erwachsenden arbeitsbezogenen Partizipationsstörungen gefragt, das heißt ob es zu kurzzeitigem Fernbleiben oder Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Ängste gekommen war, oder ob der Betroffene Arbeiten an Kollegen abgeben musste oder Überstunden machte, oder ob es gar zu einem Verlust oder Wechsel des Arbeitsplatzes gekommen war aufgrund der Ängste.

Ergebnisse:

Von den untersuchten Patienten leiden 31,6 Prozent an einer Arbeitsplatzangst und darunter 4,5 Prozent aller Patienten an einer Arbeitsplatzphobie. Im Vordergrund stehen arbeitsplatzbezogene Anpassungsstörungen, hypochondrische Ängste, situative Ängste und soziale Ängste. Berichtet ist auch jeweils der Anteil unterschiedlicher Partizipationsstörungen für Patienten mit unterschiedlichen Formen von Arbeitsplatzangst. Die höchsten Beeinträchtigungsraten zeigen sich bei arbeitsplatzbezogenen Insuffizienzängsten, spezifischen sozialen Phobien und Hypochondrie. Kardiologische Rehabilitationspatienten mit hypochondrischen Ängsten, spezifischen sozialen Phobien und Insuffizienzängsten berichten vorrangig über Überlastungs- und Abwesenheitsprobleme, Arbeitsunfähigkeit, aber auch Überstunden und Delegieren von Arbeit an Kollegen.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse zeigen, dass bei einem Drittel der kardiologischen Rehabilitationspatienten mit arbeitsplatzbezogenen Ängsten zu rechnen ist, die erhebliche Auswirkungen auf die arbeitsbezogene Teilhabe mit sich bringen. Daher muss bei der sozialmedizinischen Leistungsbeurteilung eine mit der Herzerkrankung assoziierte Angstproblematik erkannt und in der Therapie wie sozialmedizinischen Beurteilung berücksichtigt werden. Derartige Probleme müssen gezielt exploriert werden, da von diesen Patienten Ängste auch durch die primär vorgetragenen körperlichen Symptome maskiert werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362277


Informationsstand: 25.07.2014

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