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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das ZAZO-Gruppentraining: Ergebnisse aus der Implementierungsstudie in der medizinischen Rehabilitation

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Hinrichs, Jens; Fiedler, Reinhard; Hawener, I. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 226-228


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Das ZAZO-Gruppentraining (Zielanalyse und Zieloperationalisierung) unterstützt Rehabilitanden bei der Analyse berufsbezogener Anliegen und Ziele (implizite Motive), fördert und stärkt die Zielumsetzung sowie die berufliche Zielorientierung (volitionaler Steuerungsprozess) und erhöht die Zielbindung und damit die Zielerreichungswahrscheinlichkeit. Das Trainingsprogrammv wurde für den medizinischen Rehabilitationsbereich entwickelt und evaluiert. Basierend auf dem ZAZO-Trainingsmanual wird im Rahmen dieser Implementierungsstudie die Transferierbarkeit des ZAZO-Gruppentrainings in der Routineversorgung der Rehabilitation evaluiert.

Methodik:

Mitarbeiter aus kooperierenden Rehabilitationseinrichtungen nahmen an Train-the-Trainer ZAZO-Workshops teil (Optimierung der Durchführungsobjektivität) und führten das Training im eigenen Behandlungssetting ihrer Klinik durch. In einem quasi-experimentellen Studiendesign wurden in einem Prä-post-Design die Teilnehmer summativ und formativ evaluiert. Dabei stehen folgende Outcome-Parameter im Mittelpunkt: Berufliche Motivation; Subjektive Prognose der Erwerbstätigkeit; Selbstwirksamkeitserwartung; berufliche Wiedereingliederung; AU-Tage; Dauer der Arbeitslosigkeit. Im Follow Up werden die Teilnehmer nach 6 und 12 Monaten wiederholt befragt.

Ergebnisse:

Im Projektverlauf wurden 12 ZAZO-Workshops durchgeführt, an denen 199 Mitarbeiter (50 Prozent Ärzte/ Psychologen; 23 Prozent Pädagogen; 17 Prozent Sport-/Physiotherapeuten; 10 Prozent andere Professionen) aus 25 Klinken teilnahmen (Indikationsschwerpunkt: Psychosomatik; Orthopädie; Sucht). Die Evaluation der Workshops zeigte bei den Teilnehmern ein hohes Interesse für das Thema Arbeitsmotivation. Der berufliche Nutzen wurde als gut (Note 2,1) eingeschätzt. Es nahmen 14 Reha-Kliniken an der ZAZO-Implementierungsstudie teil. Das Training wurde als Intervention der MBOR-Phasen 2 und 3 (Rehabilitanden mit beruflicher Problemlage) eingesetzt. Eine Zugangshürde bestand darin, dass zum Teil die Rehabilitanden nicht motiviert waren, an einem berufsbezogenen Motivationstraining teilzunehmen. Eine Betonung auf gesundheitsbezogene Aspekte ('Belastungsreduktion durch Förderung der motivationalen Balance im Beruf') ab dem letzten Drittel der Projektlaufzeit zeigte einen positiven Effekt auf die Teilnahmemotivation.

Diskussion und Ausblick:

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass das ZAZO-Gruppentraining besonders in der Förderung volitionaler Fähigkeiten (Ziel-Aktivität mit positiver Tendenz; Ziel-Inhibition mit negativer Tendenz; Selbstwirksamkeitserwartung mit positiver Tendenz) einen zusätzlichen Nutzen für Rehabilitanden mit beruflicher Problemlage hat. Die Transfereinschätzung der Rehabilitanden nach 6 Monaten zeigt zudem, dass die in den Trainings selbstgesetzten berufsbezogenen Ziele von circa 70 Prozent der Teilnehmer noch verfolgt werden, was die Annahme einer stärkeren Zielbindung zulässt. Das motivationale Selbstbild hingegen hat sich erwartungskonform über die Zeit kaum verändert, da es sich hierbei um zeitstabile Dispositionen handelt.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362259


Informationsstand: 17.04.2014

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