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Bibliographische Angaben zur Publikation

Erhöhung der Patientenzufriedenheit bezüglich der Therapiezielerreichung durch Einführung ICF-basierter Rehabilitationskonzepte

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Straßer, Katrin; Weigl, Martin


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 222-223


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Aufgrund der gesetzlich geforderten Qualitätsmanagement-Systeme für Rehabilitationskliniken ist die Anwendung von Behandlungskonzepten auf Grundlage der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) unerlässlich. Die Vollversion der ICF ist jedoch für den Einsatz im Klinikalltag nicht geeignet. Somit sind die Rehabilitationskliniken aufgerufen, entsprechende Konzepte zu entwickeln und anzuwenden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung ICF-basierter Behandlungskonzepte in einer Rehabilitationsklinik sowie mit der Frage nach der Veränderung der Zufriedenheit mit der Therapiezielerreichung, wenn diese Ziele gemäß ICF mit dem Patienten vereinbart und gemessen werden.

Methodik:

Projekt ICF-Implementierung. In drei Fachbereichen (Orthopädie, Kardiologie, Onkologie) wurden interdisziplinäre Workshops durchgeführt. Das Ergebnis waren Kategorien-Kurzlisten der jeweiligen Hauptindikationen, die im Krankenhaus-Informations-System (KIS) hinterlegt wurden. Bei der ärztlichen Aufnahmeuntersuchung werden mit der/dem Patientin/Patienten Therapieziele aus den Kategorien-Kurzlisten Körperfunktion, Aktivitäten und Partizipation festgelegt. Die interdisziplinäre Informationsweitergabe ist durch Hinterlegung der vereinbarten Therapieziele auf dem Pflege- und Therapiestammblatt gewährleistet. Für die Messung des jeweiligen Therapiezieles am Ende der Reha-Maßnahme ist eine Berufsgruppe definiert. Das Messergebnis wird im KIS dokumentiert und steht der/dem behandelnden Ärztin/Arzt bei der Abschlussuntersuchung sowie für die Berichterstellung zur Verfügung.

Fall-Kontroll-Studie:

PatientInnen in der stationären Anschlussheilbehandlung nach Implementierung Hüft-TEP wurden mit einem Fragebogen am Ende der Rehabilitation evaluiert. Hierzu wurden Fragen aus dem IRES-Fragebogen Version 3.1 entnommen. Zusätzlich wurde die Frage 'Wie zufrieden sind Sie mit der Erreichung der Therapieziele?' gestellt, welche mit Hilfe einer Ranking-Skala zu beantworten war. Die Kontrollgruppe wurde vor der Implementierung der ICF-Systematik befragt, die Fallgruppe danach; jeweils 30 konsekutive (Abreisedatum) PatientInnen (n=30) wurden kontaktiert. Die Rücklaufquote betrug in der Kontrollgruppe 77 Prozent (n=23), in der Fallgruppe 86 Prozent (n=26). 53 Prozent der PatientInnen waren zwischen 70 und 79 Jahre alt, die Mehrheit (57 Prozent) war weiblich. Unterschiede zwischen Fall- und Kontrollgruppe wurde einseitig mit Hilfe des Chi-Quadrat nach Pearson auf Signifikanz überprüft. Weiterhin wurde der Zusammenhang zwischen Variablen des Fragebogens mit bivariaten Korrelationen unter Verwendung des Korrelationskoeffizient Spearman's rho analysiert. Aufgrund der kleinen Stichprobe in dieser Studie wurde zur Interpretation das Auswertungsverfahren von Ebermann verwendet.

Ergebnis:

Die Studienergebnisse zeigen einen höheren, jedoch nicht signifikant veränderten, Zufriedenheitsgrad (p = 0,411) hinsichtlich der Erreichung der Therapieziele in der Fallgruppe. Innerhalb der Fallgruppe finden sich bei der Variablen 'Zufriedenheit mit der Erreichung der Therapieziele' zwei mittelstarke Korrelationen jeweils mit den Variablen 'Der Therapieplan wurde mit der/dem Ärztin/Arzt besprochen' (0,581) und 'Bewertung der Reha-Behandlung insgesamt' (0,583).

Diskussion:

In der Studie zeigte sich keine signifikante Erhöhung der Zufriedenheit mit der Therapiezielerreichung vor/nach Einführung der Behandlungskonzepte. Eine mögliche Ursache hierfür ist, dass bereits zum Zeitpunkt der Evaluation der Kontrollgruppe die Mitarbeiter in ICF-basierten Behandlungskonzepten geschult waren. Wenn die Mitarbeiter dieses Wissen angewandt haben, bevor die ICF-basierten Konzepte EDV-basiert eingeführt wurden, so kann dies zu einer Reduktion des Effekts beigetragen haben. Weitere wesentliche Limitationen dieser Studie sind die kleine Stichprobe und die eingeschränkte Generalisierbarkeit aufgrund der Begrenzung der Studienpopulation auf eine Diagnose. Die PatientInnen profitieren bei der Anwendung von ICF-basierten Reha-Konzepten von einer standardisierten und dokumentierten Hinterlegung von Therapiezielen, die von ihnen mit der/dem behandelnden Ärztin/Arzt vereinbart und dadurch überprüfbar werden. Die MitarbeiterInnen der medizinischen Bereiche entwickeln ein umfassendes Verständnis hinsichtlich der Planung von Rehabilitationsprozessen und insbesondere hinsichtlich der Messung von Zielen. Weiterhin eröffnet dieses Konzept die Möglichkeit, neben der Struktur- und Prozessqualität einer Rehabilitationsklinik auch die Ergebnisqualität zu überprüfen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://deutsche-rentenversicherung.de/
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

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Referenznummer:

R/NV362257


Informationsstand: 17.04.2014

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