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Bibliographische Angaben zur Publikation

Berufsbedingte langjährige körperliche Inaktivität und metabolisches/kardiales Risiko: Eine Querschnittsuntersuchung mit Zahnärzten und Sportlehrern

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Kemmler, Woflgang; Bauer, J.; Bebenek, Michael [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 136-137


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Berufsbezogene Erkrankungen belasten zunehmend die Gesundheitssysteme vieler Länder. Stress und/oder körperliche Inaktivität am Arbeitsplatz sind Risikofaktoren für unterschiedliche Erkrankungen, die sich insbesondere in einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität der betroffenen Berufsgruppen manifestieren können. In diesem Zusammenhang weisen Zahnmediziner im Vergleich zur Gesamtbevölkerung eine erhöhte kardiale und metabolische Morbidität, Mortalität und Suizidrate auf. Neben hohem Stresspotential, hohen Erfordernissen an Konzentration und feinmotorischer Arbeit bei gleichzeitig marginaler körperlicher Aktivität, wird der Umfang der körperlichen Aktivität oder des körperlichen Trainings in der Freizeit für diese Berufsgruppe als unterdurchschnittlich gering beschrieben. Ziel der vorliegenden crossectionalen Pilotstudie war es daher, das Risiko metabolischer und kardialer Risikofaktoren von Zahnmedizinern im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit vermeintlich optimalem Bewegungsverhalten zu ermitteln.

Methodik:

Insgesamt 100 randomisiert ausgewählte männliche Zahnmediziner und Sportlehrer zwischen 55 und 65 Jahren mit mehr als 20 Jahren Berufsausübung wurden über das Studienvorhaben sowie dessen Ein- und Ausschlusskriterien schriftlich informiert. 30 eligible, gesunde Zahnmediziner und 33 Sportlehrer erklärten sich bereit, an dem Studienvorhaben teilzunehmen, und wurden in die Untersuchung eingeschlossen. Primäre Endpunkte der Studie waren das Framinghamstudien-basierte 10-Jahres Risiko für eine koronare Herzerkrankung und die Prävalenz des metabolischen Syndroms gemäß Internationaler Diabetes Föderation. Als weiterführende Determinanten beider Risikoscores wurden die Körperzusammensetzung mittels Dual-Energy-x-Ray Absorptiometrie (DXA), sowie die körperliche Leistungsfähigkeit mittels Kraft- und Ausdauertests gemessen. Neben Covariaten (Ernährung, Medikamente, Erkrankungen, Lifestyle) unserer Studienendpunkte wurde speziell Umfang und Intensität körperlicher Aktivität mittels validierter Fragebögen erfasst.

Ergebnisse:

Während sich keine wesentlichen Unterschiede bezüglich der körperlichen Aktivität außerhalb der Berufstätigkeit zeigten, lag der Gesamtumfang des körperlichen Trainings sowie die Zeitdauer einer regelmäßigen Sportausübung hochsignifikant unterschiedlich. 37 Prozent der Zahnärzte gab an, zu keiner Zeit regelmäßig Sport betrieben zu haben. Bezogen auf die primären Studienendpunkte lag das 10-Jahres-KHK-Risiko wie auch die Inzidenz des Metabolischen Syndroms für die Zahnärzte signifikant ungünstiger als für die Sportlehrer. Die einzelnen Determinanten beider Risikoscores zeigten insbesondere für anthropometrische Größen (Taillenumfang, gesamte/abdominale Fettmasse, LBM) jeweils signifikante, für Laborparameter tendenzielle-signifikante Unterschiede zugunsten der Sportlehrer, während für den Blutdruck vergleichbare Werte erfasst wurden. Auch die VO2max als unabhängiger Prädiktor des Herz-Kreislauf Risikos zeigte signifikant günstigere Werte für die Sportlehrer.

Fazit:

Zahnärzte haben im Vergleich zu Personen mit einem hohen Umfang an körperlicher Bewegung beziehungsweise Sporttreiben aber auch im Vergleich zu einem Normalkollektiv gleichaltriger Männer ein erhöhtes Risiko für eine KHK. Dem Einwand, dass diese Unterschiede bereits basal vorlagen, also nicht über die Berufsausübung generiert wurden, kann mit vergleichbaren Risikoscores junger Zahnmedizin- und Sportstudenten begegnet werden. Es erscheint nötig, dieser Berufsgruppe ein körperliches Training anzuraten, um die berufsbedingte körperliche Inaktivität und Fehlbelastung zu kompensieren und somit die Gefahr metabolischer und kardialer Ereignisse günstig zu beeinflussen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362248


Informationsstand: 17.04.2014

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