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Bibliographische Angaben zur Publikation

Erfahrungen mit einem betriebsnahen Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz: Abschließende Ergebnisse aus dem Modellprojekt KomPAS und Ausblick

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Masius, Ute; Mittag, Oskar; Kampling, Hanna [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 132-133


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Betriebliche Gesundheitsförderung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Im Bereich der Deutschen Rentenversicherung wurden verschiedene betriebsnahe Präventionsprogramme entwickelt und als Modellprojekte implementiert. Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz hat das Programm 'Kombinierte Präventionsleistung für Arbeit mit Schichtanteilen (KomPAS)' aufgelegt, das speziell den besonderen gesundheitlichen Gefährdungen durch Schichtarbeit vorbeugen soll. Die Maßnahme besteht aus einer 10-tägigen stationären Phase in einer Rehaklinik sowie einer anschließenden achtwöchigen berufsbegleitenden Phase in ambulanten Rehabilitationseinrichtungen und einem anschließenden Auffrischungstag. Im Rahmen der stationären Eingangsuntersuchung wird eine Basisdiagnostik mit umfassender Blutentnahme und Funktionsdiagnostik durchgeführt, fakultativ Langzeitmonitoring von Blutdruck und EKG, Lungenfunktion, Schlafapnoescreening und Oberbauchsonografie. Drei Großbetriebe aus der Region beteiligen sich an dem Modellversuch. Erste Ergebnisse zu Akzeptanz, Zufriedenheit und Wirksamkeit wurden bereits vorgestellt. Inzwischen liegen weitere Evaluationsergebnisse vor, und es können Folgerungen für die Weiterentwicklung des Programms abgeleitet werden.

Methodik:

Teilnehmer an dem Modellprojekt KomPAS werden zwischen 11/2010 und 11/2013 zu fünf Messzeitpunkten schriftlich befragt (unter anderem WAI, IRES). Außerdem wurden Telefoninterviews und Fokusgruppen mit Teilnehmern durchgeführt, und die beteiligten Betriebe wurden hinsichtlich ihrer Erfahrungen mit der Abwicklung des Programms befragt.

Ergebnisse:

Bislang haben 118 Versicherte das Modellprojekt durchlaufen, vollständige Daten zum ersten Messzeitpunkt liegen von 80 Teilnehmern vor (68 Prozent), von 72 Teilnehmern (68 Männer, 4 Frauen) Daten mindestens zu zwei Messzeitpunkten. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 43 Jahre. Die mittlere Arbeitsfähigkeit (WAI) liegt gerade noch im mittleren Bereich. Am häufigsten werden muskulo-skeletale, Herz-Kreislauferkrankungen sowie psychische Probleme genannt. Im IRES zeigt sich eine hohe Belastung hinsichtlich des psychischen Befindens im Eingangsbefund. Die Zufriedenheit mit der stationären Maßnahme, und hier besonders mit der Bewegungstherapie, ist hoch. Informationen zu psychosomatischen Beschwerden wurden als weniger hilfreich bewertet. 94 Prozent der Teilnehmer geben an, die Maßnahme sei sehr oder vielleicht hilfreich für den Umgang mit Problemen, die aus der Schichtarbeit entstehen; dieser Wert sinkt nach Abschluss der ambulanten Phase auf 80 Prozent. Weniger positiv wurden das dicht gedrängte Behandlungsprogramm und das fehlende Freizeitangebot in den Abendstunden bewertet. In den Freitextangaben wurde auch der Wunsch nach dem Einbezug der Familien am Wochenende formuliert. Als Problem erwies sich die schleppende Rekrutierung, die dazu führte, dass die angestrebte Teilnehmerzahl nicht erreicht wurde. Der Auffrischungstag im Anschluss an die ambulante Phase erwies sich als undurchführbar. Der Rücklauf der Fragebogen im Verlauf war mit circa 30 Prozent sehr gering.

Diskussion und Ausblick:

Das Programm fand eine hohe Akzeptanz bei den Teilnehmern. Die gewünschte Zielgruppe wurde erreicht. Die oben genannten Probleme bestehen auch bei Programmen anderer Träger. Die Erfahrungen aus dem Modellprogramm führten zu Vorschlägen für die zukünftige Programmgestaltung: Die stationäre Phase soll zeitlich verkürzt und vorrangig für ein umfassendes Assessment sowie zur Motivationssteigerung der Teilnehmer genutzt werden. Weiterhin wird die Einführung eines Präventionsmanagers und die Einbeziehung innerbetrieblicher Maßnahmen zur Verhältnisprävention angestrebt. In KomPAS werden diese Änderungen ab 2014 bereits teilweise umgesetzt werden, und es sollen neue Betriebe eingeschlossen werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Projekt Kombinierte Präventionsleistung bei Arbeit mit Schichtanteilen (KomPAS)
Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362246


Informationsstand: 17.04.2014

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