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Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebliches Eingliederungsmanagement und Betriebliches Gesundheitsmanagement - Chancen und Wechselwirkungen

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Kohte, Wolfhard


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 128-129


Jahr:

2014



Abstract:


Das vor zehn Jahren etablierte Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) hat sich in der Mehrzahl der Großbetriebe, aber auch in einigen mittleren Betrieben inzwischen stabilisiert. In der gerichtlichen Praxis sind inzwischen auch Qualitätskriterien formuliert worden, wie das BEM erfolgreich durchzuführen ist. Parallel dazu hat in den letzten zehn Jahren auch die Verbreitung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) zumindest in größeren Unternehmen deutlich zugenommen. In einer aktuellen Entscheidung des Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wird inzwischen das BGM definiert als systematische, zielorientierte und kontinuierliche Steuerung aller betrieblichen Prozesse, mit dem Ziel, Gesundheit, Leistung und Erfolg für die Beschäftigten und damit auch für den Betrieb zu erhalten und zu fördern.

Dies ist eine hilfreiche Definition, da bisher die Begriffe BGF, BGM und Arbeitsschutz nicht selten unsystematisch und wenig trennscharf genutzt werden. Eine solche integrative Organisation wird in der gesundheitswissenschaftlichen Diskussion nachhaltig gefordert, weil nur so die betrieblichen Prozesse hinreichend aufeinander abgestimmt und entwickelt werden können. Gerade durch die nachhaltig wachsenden Aktivitäten der BEM ist eine Entwicklung gestärkt worden, die Aktivitäten und organisatorischen Maßnahmen von Arbeitsschutz und Betrieblicher Gesundheitsförderung auch organisatorisch aufeinander abzustimmen und in einer Dachorganisation, dem BGM zusammenzuführen. In der neueren Literatur wird in Übereinstimmung mit der aktuellen Judikatur das BGM als ein 'Dach' verstanden, mit dem die verschiedenen Säulen des Arbeitsschutzes, des BEM und der BGF zusammengeführt und integriert werden. Zu den aktuellen Schlüsselfragen der Organisationswissenschaft gehört es, wie dem BGM eine hinreichend integrative Funktion zukommen kann.

Hier erweist sich ein funktionsfähiges BEM als ein Katalysator der Integration, denn das BEM ist nach beiden Seiten offen, entwicklungsfähig, aber auch entwicklungsbedürftig. Einerseits kann ein BEM nur dann nachhaltige Wirkungen erzielen, wenn seine Erfahrungen zur Verbesserung des betrieblichen Arbeitsschutzes, zum Beispiel zur verbesserten Lastenhandhabung, genutzt werden. Andrerseits geht es auch um die Motivierung der einzelnen Beschäftigten, die mit Hilfe des BEM rechtzeitig und zielgerichtet zur Teilnahme an Rehabilitationsmaßnahmen motiviert werden, die aus diesem Grund einen besseren Wirkungsgrad erzielen.

Zum andern ermöglicht die Durchführung eines BEM nach einer Reha-Maßnahme eine verbesserte Nachsorge, so dass die Effektivität der Maßnahmen zunimmt. Die bisherigen Studien belegen, dass in diesem Prozess den Betriebsärzten und ihrer Kooperation mit den Betriebs- und Personalräten eine Schlüsselrolle zukommt. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn eine organisierte Kooperation zwischen Reha-Einrichtungen und Betriebsärzten aufgenommen und vertieft wird. Diese Kooperation bewährt sich vor allem bei der Gestaltung der stufenweisen Wiedereingliederung, die am besten gelingt, wenn die Beteiligten effektiv miteinander kommunizieren.

Diese verschiedenen Aktivitäten sind wiederum geeignet, die Verbindung zwischen den einzelnen Säulen des betrieblichen Gesundheitsschutzes und dem Dach zu verbessern, so dass die stufenweise Wiedereingliederung bereits vor der Durchführung der Reha-Maßnahme konzipiert werden kann. Mit diesem Know-how trägt das BEM zur Stabilisierung und Integration des BGM bei.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362244


Informationsstand: 17.04.2014

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