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Bibliographische Angaben zur Publikation

Effizienz stationärer Rehabilitationsmaßnahmen (AHB/Tumornachsorge) auf die Leistungsfähigkeit Erwerbstätiger

Vortrag auf dem 22. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Müller, Christian; Zermann, Dirk-Henrik


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 430-431


Jahr:

2013



Abstract:


Einleitung:

Die uroonkologische Rehabilitation nach Tumortherapie verfolgt neben einer Verbesserung von funktionellen Defiziten (z. B. Harninkontinenz und Erektile Dysfunktion nach Prostatektomie) auch die Reintegration in das berufliche und soziale Umfeld. So ist die Verbesserung der psychischen und physischen Befindlichkeit ebenfalls von zentraler Bedeutung (Müller, Zermann, 2010). Insbesondere die Steigerung der physischen Leistungsfähigkeit und die Motivation des Patienten zur regelmäßigen körperlichen Aktivität rücken dabei, auch im Sinne der dauerhaften Wiedereingliederung ins Berufsleben, in den Mittelpunkt.

Zahlreiche Studien haben außerdem die positiven Wirkungen regelmäßiger körperlicher Aktivität in Bezug auf ein verringertes Rezidivrisiko belegt (Steindorf et al., 2011). Auch typischen Volkserkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, KHK) soll entgegengewirkt werden. In stationären Rehabilitationskonzepten (Zermann, Förster, 2007) sind diese Erkenntnisse bereits implementiert. Dabei steht neben sporttherapeutischen Interventionen auch die nachhaltige Motivation und Anleitung des Patienten zur regelmäßigen körperlichen Aktivität im Vordergrund. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es die Effizienz stationärer Rehabilitations-Maßnahmen auf eine nachhaltige physische Leistungssteigerung uroonkologischer Patienten nach Abschluss der akuten Tumortherapie zu evaluieren.

Methodik:

Von März 2011 bis September 2012 wurde konsekutiv bei allen erwerbstätigen uroonkologischen Patienten die körperliche Leistungsfähigkeit mittels 6-Minuten Gehtest gemessen. In die Auswertung eingeschlossen wurden nur die Patienten, die sowohl ihre Anschlussrehabilitation (AHB) als auch eine Tumornachsorgemaßnahme (REHA) nach 12 Monaten in unserer Einrichtung durchführten. Alle Patienten absolvierten zu beiden stationären Aufenthalten ein individualisiertes fachspezifisches uroonkologisches Rehabilitationsprogramm. Inhalte waren Physiotherapie (zum Beispiel Kontinenztraining), Sporttherapie (zum Beispiel medizinische Trainingstherapie, Liege-/Ergometer-training), Maßnahmen zur medizinisch-beruflichen Integration, Einzelanwendungen (zum Beispiel balneologische Maßnahmen), psychoonkologische Interventionen, sowie edukative Maßnahmen zur Gesundheitsförderung. Der 6-Minuten Gehtest wurde zu beiden stationären Aufenthalten jeweils am Anfang (T0- AHB, T2-REHA) und am Ende (T1-AHB, T3-REHA) durchgeführt. Nach standardisierten Durchführungsbedingungen (ATS, 2002) wurde die maximal mögliche Gehstrecke gemessen. Anhand der Formeln nach Enright und Sherill (1998) wurden individuelle Sollstrecken für den vergleichbaren Gesunden errechnet. Die Auswertung der Ergebnisse des 6-Minuten-Gehtestes erfolgte mittels SPSS Version 17. Die Vergleichsanalyse erfolgte mittels T-Test (95 % Konfidenzintervall).

Ergebnisse:

90 Patienten im erwerbstätigen Alter wurden ausgewertet. Die Indikationen waren wie folgt verteilt: Prostatakarzinom n=67, Nierenzellkarzinom n=12, Harnblasenkarzinom n=10, Hodenkarzinom n=1. Untersucht wurden 7 Frauen und 83 Männer. Zu beiden Aufenthalten konnte jeweils eine hochsignifikante Steigerung (p<0,001) der mittleren Gehstrecke erreicht werden. So verbesserte sich die Gehleistung im Rahmen der AHB (T0 - T1) durch die fachspezifische Rehabilitation von 522 m (±75,2) auf 589 m (±79,7). Ein Jahr später, durch Absolvieren der Tumornachsorgemaßnahme (T2 - T3), steigerte sich die Leistung von 557 m (±77,6) auf 617 m (±105,2). Dabei waren die Ergebnisse zu Beginn der Tumornachsorgemaßnahme (T2) hochsignifikant geringer als zum Ende der AHB (T1). Die mittlere Sollstrecke für das Untersuchungskollektiv betrug 537 m (±61,2). Die Analyse zeigte, dass die Gehleistung zum Ende der AHB (T1) noch hochsignifikant (p<0,001) besser war, hingegen zu Beginn der REHA (T2) die Gehleistung nur noch gering (p<0,05) über den Vergleichswerten Gesunder lag.

Schlussfolgerung:

Eine fachspezifische stationäre Rehabilitation kann sowohl unmittelbar nach einer Tumortherapie, als auch ein Jahr danach, die physische Leistungsfähigkeit hochsignifikant steigern.
In dem Zeitraum zwischen den beiden Rehabilitationsaufenthalten ist jedoch eine deutliche Verringerung der Leistung festzustellen. Die Untersuchung unterstreicht den Wert einer wiederholten stationären Rehabilitation, um die körperliche Leistungsfähigkeit des Erwerbstätigen nachhaltig zu erhalten beziehungsweise zu steigern.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV357384


Informationsstand: 05.06.2013

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