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Bibliographische Angaben zur Publikation

MBOR in der neurologischen Rehabilitation: Ergebnisse berufstherapeutischer Behandlung und zukünftige Steuerungskonzepte

Vortrag auf dem 22. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Claros-Salinas, Dolores; Greitemann, Georg


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 393-394


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund und Fragestellung:

Mit der Einrichtung einer Neurologischen Berufstherapie, die neuropsychologische Therapieangebote berufsorientiert ergänzt, können die Kliniken Schmieder die MBOR-Anforderungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in besonderer Weise umsetzen (Claros-Salinas et al., 2012). Charakteristisch für das Konzept der Neurologischen Berufstherapie ist die Integration von individueller berufsorientierter Belastungserprobung und gruppentherapeutischer Psychoedukation, bei der arbeitsplatzbezogene Kompensations- und Adaptations-Aspekte erarbeitet werden, um trotz oft persistierender Leistungsdefizite eine nachhaltige berufliche Teilhabe zu erreichen.

A) Für diejenigen Rehabilitanden, die im Jahr 2011 berufstherapeutisch behandelt wurden, wurde gefragt, welche übergreifenden Therapieziele hinsichtlich beruflicher Teilhabe formuliert wurden und welche sozialmedizinischen Leistungsbeurteilungen bei Entlassung erfolgten.

B) Ein MBOR-Steuerungskonzept, das bei zukünftiger weiterer Intensivierung berufsorientierter Neurorehabilitation entsprechende Behandlungspfade verbessern kann, wird dargestellt.

Methodik und Stichprobe:

Unter Anwendung eines EDV-gestützten Dokumentationssystems, bei dem wesentliche Daten zu Ziel, Inhalt und Ergebnis der Neurologischen Berufstherapie einem Datenbanksystem automatisiert zugeführt werden, wurde für das Jahr 2011 erhoben, wie oft die folgenden übergreifenden Therapieziele gewählt wurden:
-Therapieziel A: Arbeitsplatzbezogene Leistungsüberprüfung und-förderung von Rehabilitanden, die bei Rehabilitationsbeginn arbeitsunfähig waren, als Vorbereitung einer Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz
-Therapieziel B: Weiterer Erhalt der Arbeitsfähigkeit von Rehabilitanden, die bei Rehabilitationsbeginn
arbeitsfähig waren, deren Verbleiben am Arbeitsplatz jedoch gefährdet war
-Therapieziel C: Berufsbezogene Leistungsüberprüfung und Förderung von Rehabilitanden, die nicht mehr über einen Arbeitsplatz verfügen, als Vorbereitung einer Reintegration in den allgemeinen Arbeitsmarkt

Für jedes dieser Therapieziele wurden die bei Entlassung gegebenen sozial-medizinischen Leistungsbeurteilungen analysiert. Eingeschlossen wurden 1.662 Rehabilitanden (42,5 % weiblich, 57,5 % männlich). 10,5 % der Rehabilitanden waren jünger als 30 Jahre, 70,5 % im Alter zwischen 30 und 55 Jahren und 19 % älter als 55 Jahre. Ätiologisch standen Schlaganfall (39 %), entzündliche Erkrankungen, via. Multiple Sklerose (18 %) und Schädelhirntrauma (12 %) im Vordergrund.

Ergebnisse:

Bei 70,6 % der Rehabilitanden war Therapieziel A, bei 10,2 % Therapieziel B und bei 19,2 % Therapieziel C formuliert worden.
Für die Rehabilitanden mit Therapieziel A wurde bei Entlassung für 65 % eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz empfohlen (Leistungsfähigkeit > 6 Stunden: 46 %; 3 bis < 6 Stunden: 19 %). Diesen Rehabilitanden wurde in 15,6 % der Fälle eine Stufenweise Wiedereingliederung empfohlen, davon 6,4 % unmittelbar im Anschluss an das Rehabilitationsverfahren und 9,2 % erst mittelfristig. 91 % der Rehabilitanden mit Therapieziel B wurde eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz (Leistungsfähigkeit ? 6 Stunden: 73 %; 3 bis < 6 Stunden: 18 %) empfohlen. Rehabilitanden mit Therapieziel C wurde in 71 % der Fälle eine Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt vorgeschlagen (Leistungsfähigkeit ? 6 Stunden: 45 %, 3 bis < 6 Stunden: 26 %).

Schlussfolgerungen für ein MBOR-Steuerungskonzept:
Als Folge der MBOR-Initiative, bei der für jeden zweiten Patienten des neurologischen Indikationsbereichs eine besondere beruflichen Problemlage (BBPL) angenommen wird, dürfte der berufstherapeutische Behandlungsbedarf in der Neurorehabilitation künftig steigen. Bei gleichbleibenden therapeutischen Ressourcen sind daher Steuerungskonzepte notwendig, die MBOR-bezogene Therapie-Inhalte und -Intensität indikationsgerecht regeln. Ein Steuerungsmodell, das Faktoren wie: Zeit nach Ereignis, Alter, Verfügbarkeit eines Arbeitsplatzes oder bereits kritische Wiedereingliederungsverläufe wie: Gescheiterte Stufenweise Wiedereingliederung berücksichtigt und mögliche Schnittstellen zu intensivierter medizinisch-beruflicher Rehabilitation (Phase-II-Behandlungen) ebenso benennt wie Entscheidungswege zu Nachsorgeaktivitäten, wird dargestellt.

Diskussion:

Für die dargestellten berufstherapeutischen Behandlungsverläufe ist insgesamt das Überwiegen positiver Prognosen für die berufliche Teilhabe zu verzeichnen. Zu sichern ist, dass auch bei erhöhtem Bedarf an berufstherapeutischer Versorgung vergleichbare Ergebnisse erzielt werden. Daher kommt der Ausarbeitung und Evaluation indikationsbezogener MBOR-Steuerungsinstrumente gerade in der Neurorehabilitation besondere Bedeutung zu.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV357381


Informationsstand: 05.06.2013

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