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Bibliographische Angaben zur Publikation

Heilverfahren, Arbeitsunfähigkeit, MdE und Kosten bei oberer Sprunggelenkfraktur: Beschreibung und Prädiktion

Vortrag auf dem 22. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Günther, Sebastian; Fach, Eva‐Maria; Bohley, Stefanie [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 377-379


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

Die Studie 'Versorgungsstrukturanalyse' untersuchte Aspekte der Prozess- und Ergebnisqualität des Heilverfahrens der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unter anderem am Beispiel der oberen Sprunggelenkfraktur (OSG-Fraktur) (Bohley, Slesina, 2009; Kohlmann et al., 2009). Ein Untersuchungsziel war es, Prädiktoren für die Dauer der Heilbehandlung (HB), die Dauer der Arbeitsunfähigkeit (AU), die frakturbedingte Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) der Verletzten und die Kosten der Heilbehandlung zu ermitteln.

Methodik:

Es handelte sich um eine Verlaufsstudie auf der Grundlage von Routinedaten der DGUV (Swart, Ihle, 2005). Neun regionale Unfallversicherungsträger (Branchen: Bau, Chemie, Metall, Gesundheits-/Wohlfahrtspflege, öffentlicher Dienst) wurden ausgewählt, von denen vier Träger die Fallsteuerung durch Reha-Management praktizierten. Nach folgenden Kriterien wurden Verunfallte mit OSG-Fraktur in die Studie aufgenommen: Alter 21-65 Jahre, Heilverfahren im Zeitraum 2006-2008 durchgeführt und abgeschlossen. Als Datenbasis der Analyse dienten die pseudonymisierten Berichte zum Heilverfahren der Betroffenen sowie Angaben der UV-Träger über die Heilbehandlungskosten. Zur Prädiktion der HB- und AU-Dauer, des Grades der MdE und Heilbehandlungskosten wurden, je nach Skalenniveau der Kriteriumsvariablen, multiple lineare oder ordinale Regressionsanalysen gerechnet.

Ergebnisse:

Die Stichprobe umfasste 138 DRF-Verletzte. Davon 42 % Männer und 58 % Frauen, Durchschnittsalter 45 Jahre, 55 % Arbeitsunfälle und 45 % Wegeunfälle. Bei 33 % der OSG Frakturen handelte es sich um leichte, bei 40 % um mittelschwere, bei 27 % um schwere Verletzungen. Die Dauer des Heilverfahrens betrug durchschnittlich 110 Tage (min. 18, max. 521 Tage) und die Dauer der Arbeitsunfähigkeit im Mittel 96 Tage (mindestens 0, maximal 461 Tage). Bei 44,5 % der Verunfallten wurde keine MdE, bei 35,9 % eine MdE <20 % und bei 19,5 % eine MdE > 20 % festgestellt (bei letzteren besteht ab der 26. AU-Woche ein möglicher Anspruch auf Verletztenrente). Die vier UV-Träger mit Reha-Management (RM) hatten bei 59 % der 49 DRF-Verletzten ein RM durchgeführt. Die Kosten der Heilbehandlung (ambulante, stationäre, physiotherapeutische Versorgung, ohne Fahr- und Transportkosten) beliefen sich insgesamt durchschnittlich auf 5.151 Euro. Die multiplen Regressionsanalysen auf der Grundlage von 18 soziodemografischen, berufsbezogenen, verletzungs- und versorgungsbezogenen Variablen ergaben die in Tabelle 1 aufgeführten signifikanten Prädiktoren (p<0,1). In allen vier Regressionsmodellen bildeten Indikatoren des Versorgungsverlaufs (zum Beispiel Anzahl der behandelnden Einrichtungen) und Indikatoren der Verletzungsschwere relevante Prädiktoren, ferner in drei Modellen die Anzahl unfallunabhängiger Erkrankungen. Von geringerem prädiktiven Gewicht waren soziodemografische Merkmale.

Diskussion:

Eine methodische Begrenzung der Studie liegt in der ausschließlichen Verwendung von Routinedaten der UV-Träger. Mit den für die Analyse verfügbaren Variablen konnte nur ein begrenzter Anteil der Varianz der vier Kriteriumsvariablen aufgeklärt werden, was auf weitere Einflussfaktoren hindeutet. Am besten prädizierbar waren mit den einbezogenen unabhängigen Variablen die Gesamtkosten des Heilverfahrens, am geringsten der Grad der MdE und die Dauer der Heilbehandlung.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

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Referenznummer:

R/NV357380


Informationsstand: 05.06.2013

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