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Bibliographische Angaben zur Publikation

Rückkehr zur Arbeit/Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit: Kooperative Netzwerke mit Klein- und Mittelbetrieben

Vortrag auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Neubauer, Jürgen; Weisenburger, R.


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 311-312


Jahr:

2013



Abstract:


Problemstellung:

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement hat das Ziel, das Arbeits- oder Beschäftigungsverhältnis der Beschäftigten zu erhalten. Adressat des gesetzlichen Auftrages ist der Arbeitgeber. Dieser hat das Recht und die Pflicht, Kontakt mit außerbetrieblichen Akteuren aufzunehmen. Kommen Leistungen zur Teilhabe in Betracht, sind die gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation hinzuziehen. Zur Unterstützung der Arbeitgeber bei der Umsetzung ihres gesetzlichen Auftrags eignen sich daher als Kooperationspartner im besonderem Maße die Rentenversicherungsträger, da sie eine breit gefächerte, wirksame Palette an Beratungs- und Rehabilitationsleistungen zur Verfügung haben und sich mit der Zielorientierung für den Eingliederungserhalt und die Sicherung des Arbeitsplatzes einsetzen können (Kulick, Neubauer, 2008).

Die Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz hat, neben dem Angebot für Großbetriebe mit eigenem werksärztlichen Dienst (Modellprojekt 'Stärke durch Vernetzung', Kulick, Stapel, 2009), das auf die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Betriebe abgestimmte Serviceangebot 'BEM für Klein- und Mittelbetriebe' entwickelt. Insbesondere diese Betriebe haben bei der Umsetzung des gesetzlichen Auftrages beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement Probleme.

Regionale Netzwerke zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit:
Im Rahmen des landesweiten Angebotes 'BEM für Klein- und Mittelbetriebe' wird gegebenenfalls unter Beteiligung einer Krankenkasse mit Klein- und Mittelbetrieben bei der Einführung und der Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements kooperiert. Durch die Personalisierung der Ansprechpartner, mit der Möglichkeit der persönlichen Kontaktaufnahme, steht sowohl dem Betrieb als auch dem einzelnen Versicherten ein niederschwelliges, wohnortnahes Angebot zur Kontaktaufnahme zur Verfügung. Die am Modell beteiligten Rehabilitationskliniken bzw. die Ärzte der Gutachterstellen der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz übernehmen hierbei die Aufgabe der Abklärung eines eventuellen Rehabilitationsbedarfs, welcher in Großbetrieben durch den betriebsärztlichen Dienst erfolgt.

Somit kann bestehender Rehabilitationsbedarf frühzeitig erkannt und geeignete Leistungen zur Teilhabe zeitnah und unter Berücksichtigung der Arbeitsplatzbeschreibung durch den Betrieb mit dem Ziel 'Erhalt des Beschäftigungsverhältnisses' durchgeführt werden. Hauptzielsetzung des Modells 'Stärke durch Vernetzung' ist, entsprechend dem Ziel des Betrieblichen Eingliederungsmanagements, die wirksame Überwindung von Arbeitsunfähigkeit und eine zügige betriebliche Wiedereingliederung nach der medizinischen Rehabilitation. Das bedeutet, dass der gesamte Rehabilitationsprozess fokussiert werden muss und nur in Kooperation mit verschiedenen Akteuren gelingen kann.

Ergebnisse:

Seit Start des Modellprojekts 'BEM für Klein- und Mittelbetriebe' gab es Anfragen von Behörden und Unternehmen verschiedener Branchen aus allen Landesteilen. Hieraus sind bislang 16 Kooperationen entstanden. Die Beschäftigtenzahl der kooperierenden Betriebe umfasst das Spektrum der Kleinstunternehmen mit 7 Mitarbeitern und reicht bis zu 1.400 Mitarbeitern. Zudem ist eine steigende Nachfrage nach dem Serviceangebot feststellbar. War es im Jahr 2008 lediglich ein Betrieb, sind es im laufenden Jahr bereits 22 Unternehmen, die sich für das Kooperationsangebot interessiert haben. Insbesondere der hohe Unternehmensverbleib der Modellteilnehmer bei der Kooperation 'Stärke durch Vernetzung' ist als positives Ergebnis der vernetzten Zusammenarbeit hervorzuheben. Seit Beginn der Kooperation haben insgesamt n=415 Versicherte eine medizinische Rehabilitationsleistung im Rahmen des Modells 'Stärke durch Vernetzung' abgeschlossen, von denen 80 Prozent im Unternehmen (Stand April 2012) verblieben sind.

Fazit:

Die serviceorientierten, kostenlosen, arbeitgeberbezogenen Kooperationsangebote befähigen chronisch kranke Versicherte zur Rückkehr an den Arbeitsplatz und können dazu beitragen, die Beschäftigungsfähigkeit bis zum Erreichen der Altersgrenze zu sichern.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV357364


Informationsstand: 05.06.2013

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