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Bibliographische Angaben zur Publikation

Leistungsketten in der beruflichen Rehabilitation: Ergebnisse einer Längsschnittanalyse

Vortrag auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Radoschewski, Friedrich Michael; Lay, Waltraud; Mohnberg, Inka


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 286-289


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

Die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) der Deutschen Rentenversicherung bieten ein breites Spektrum an Maßnahmen zum Erhalt des Arbeitsplatzes oder der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit und Integration in das Arbeitsleben. Die Leistungsarten werden oft kombiniert nacheinander oder wiederholt eingesetzt. Die Routinestatistik der Deutschen Rentenversicherung lässt zwar bereits erkennen, dass ein Teil der Rehabilitanden mehr als eine Leistung abgeschlossen hat (z. B. 2010 ca. 1,2 Leistungen/Rehabilitand), das wirkliche Ausmaß des Leistungseinsatzes für einzelne Rehabilitanden erschließt sich jedoch erst aus personenbezogenen Längsschnittanalysen.

Datenbasis/Methodik:

Das Forschungsdatenzentrum der Deutschen Rentenversicherung stellt seit Mitte 2012 den Längsschnittdatensatz 'SUF Abgeschlossene Rehabilitation im Versicherungsverlauf 2002-2009' für Analysen zur Verfügung (FDZ-RV). Für LTA wurde eine 40 %-Stichprobe von Personen gezogen, die im Versicherungsverlauf mindestens einen Datenblock für LTA aufzuweisen haben (n = 486.606). In der Stichprobe haben im Berichtszeitraum 2002 bis 2009 182.804 eine LTA erhalten bzw. abgeschlossen, darunter 109.674 (60 %) mit LTA und medizinischen Rehabilitationsleistungen und 73.130 mit ausschließlich LTA Abschluss/Erhalt. Die Leistungen wurden nach Leistungsarten in Anlehnung an den Reha-Bericht 2012 (DRV Bund, 2012) zusammengefasst, um typische Abfolgen von Leistungsarten zu identifizieren.

Ergebnisse:

Im Verlauf der 8 Jahre haben 57,5 % der Rehabilitanden nur eine, 23,4 % zwei, 10,5 % drei und 8,6 % vier oder mehr LTA abgeschlossen bzw. erhalten. Häufigste singuläre Leistungen sind Leistungen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes (37 %) (darunter insbesondere Arbeitsausrüstung/technische Hilfen), die Leistungsauswahl oder Eignungsabklärung (22 %) und Bildungsleistungen (21 %). Am häufigsten folgen weitere Leistungen nach Leistungen zur Leistungsauswahl oder Eignungsabklärung bzw. Leistungen zur Berufsvorbereitung. Da die verschiedenen Arten der LTA zum Teil sachlich und zeitlich aufeinander aufbauen, ist zu erwarten, dass sich charakteristische, den jeweiligen individuellen Bedarfslagen angepasste Abfolgen darstellen.

Über alle im Acht-Jahresverlauf erbrachten Leistungen betrachtet folgen
- auf die Auswahl von Leistungen oder Eignungsabklärung in 41 % Leistungen zur Berufsvorbereitung und in 36 % Leistungen zur beruflichen Bildung,
- nach Leistungen zur Berufsvorbereitung in 66 % Leistungen zur beruflichen Bildung,
- nach Bildungsleistungen zu 40 % weitere Bildungsleistungen und in 29 % Leistungen an Arbeitgeber,
- auf Leistungen zu Erhalt oder Erlangung eines Arbeitsplatzes zu 49 % die gleichen Leistungsarten sowie in 20 % eine Bildungsmaßnahme und
- auf Leistungen an Arbeitgeber zu 41 % weitere Leistungen an Arbeitgeber und zu 33 % Bildungsmaßnahmen.

Grundsätzlich ist bei der Darstellung von Leistungsabfolgen zu berücksichtigen, dass die Länge des Beobachtungszeitraum die Analyse der Abfolgen limitiert. Wurde eine LTA bereits im Jahr 2002 abgeschlossen, so ist mit deutlich mehr erfassten Folgeleistungen, bei Abschluss 2009 mit mehr vorhergehenden Leistungen zu rechnen. So sind z. B. im Jahr 2002 86 % der Bildungsleistungen Erstleistungen (weil vorhergehende Leistungen nicht mehr in den Berichtszeitraum eingehen) im Jahr 2009 nur noch 1/3. Ketten von Folge- und Vorleistungen werden hier nur beispielhaft demonstriert, aber umfassender präsentiert. Betrachtet man die auf im Jahr 2002 realisierte Leistungsauswahl oder Eignungsabklärung folgenden Leistungen, so zeigen sich durch die Häufigkeit charakterisierte, plausible, bevorzugte Abfolgen. Der Leistungsauswahl folgen - je nach individuellen Voraussetzungen - am häufigsten berufsvorbereitende Leistungen an die sich dann Bildungsleistungen anschließen oder direkt Bildungsleistungen. Auf Bildungsleistungen folgen häufig noch Leistungen an Arbeitgeber.

Diskussion und Ausblick:

Umfassendere Analysen der Datenkörper werden gegenwärtig im Rahmen eines von der Deutschen Rentenversicherung Bund geförderten Projekts erarbeitet. Dabei sind insbesondere Zusammenhänge von Leistungsketten mit bedarfsrelevanten Variablen und ihre Ergebnisrelevanz von besonderem Interesse. So zeigt sich beispielsweise, dass 55 % aller LTA auf Versicherte entfallen die vor der Antragstellung noch erwerbstätig waren (ganz überwiegend mit Ganztagsarbeit) und 3/4 der Leistungen zum Erhalt oder der Erlangung eines Arbeitsplatzes auf diese Gruppe entfallen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV357353


Informationsstand: 05.06.2013

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