Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Diagnostik und Training von Planungskompetenz in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Vortrag auf dem 22. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Arling, Viktoria; Spijkers, Wilhelmus


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 278-281


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

Die Relevanz Planungskompetenz als kognitive Fähigkeit im Kontext der beruflichen Aus und Weiterbildung zu diagnostizieren und zu trainieren begründet sich in deren Bedeutsamkeit für die Bewältigung von Alltags- und Berufsleben (Funke, Fritz, 1995). Laut Harlow (1949) unterstützt das Erwerben von Problemlösefähigkeit einen Menschen darin, eine Lerneinstellung zu entwickeln, 'mit deren Hilfe er dann viele unterschiedliche Situationen besser bewältigen kann' (zit. nach Goldfried, Davison, 1979, S. 129). Er bezeichnet ein derartiges Problemlösetraining auch als Selbstkontroll- oder Unabhängigkeitstraining. So haben Problemlösetrainings das Ziel, den Klienten zum 'eigenen Therapeuten' zu machen, d. h. ihm werden nicht nur Problemlösungsansätze an sich, sondern auch Methoden vermittelt, die ihm eine Unabhängigkeit vom Therapeuten ermöglicht.

Methode:

Mit dem Tour-Planer (Arling, 2006) wurde ein Verfahren zur Erfassung von Planungskompetenz entwickelt. In Anlehnung an dieses Verfahren, wurde durch Generierung drei weiterer Planspiele in Kombination mit einem speziellen Vorgehen bei der Ergebnisrückmeldung ein Trainingskonzept (Arling et al., 2011) abgeleitet. Beim 'Tour-Planer' bzw. den abgeleiteten Trainingseinheiten (Einkaufs-Planer, Urlaubs-Planer und Routen-Planer) handelt es sich jeweils um strategische Planspiele, die in Form von visualisierten Postkörben Planungskompetenz erfassen und trainieren.

Ziel ist es, dem Teilnehmer in Form von Handlungsanweisungen zu Selbstinstruktionen zu verhelfen, die bei der Bearbeitung entsprechender Planungs- bzw. Organisationsaufgabenstellungen zielführend sind (vgl. Meichenbaum, 1979). Die Untersuchung wurde mit Teilnehmern einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme (n=34), Schülern eines Berufsbildungswerkes (n=13), Auszubildenden (n=15) und Studierenden (n=25) durchgeführt. Zur Kontrolle von Lern- bzw. Transfereffekten bearbeitete ein Teil der Stichprobe (n=22 Studierende, n=15 Auszubildenden, n=14 Teilnehmer der beruflichen Rehabilitationsmaßnahme) zusätzlich am ersten und letzten Termin die Parallelversionen des Büro-Tests von Marschner (1981) zur Erfassung von Organisationsfähigkeit. Darüber hinaus wurde in einer zweiten Studie untersucht, inwiefern Planungsfähigkeit am Ende einer zweijährigen beruflichen Umschulungsmaßnahme (n=70) Einfluss auf den Reintegrationserfolg nimmt.

Ergebnisse:

Es berechnen sich signifikante Leistungssteigerungen vom ersten zum vierten Planspiel (F[3]=38,21; p<0,00; ?2 = 0,59). Darüber hinaus bilden sich verschiedene Steigerungsniveaus zwischen den Stichproben ab (F[9]=2.36; p<0.05; ?2 = 0,08). Für den Büro-Test zeichnen sich analog signifikante Leistungssteigerungen ab (F[1]=37.01; p<0,001; ?2 = 0,44). Die Untersuchung der Planungsfähigkeit bei den Teilnehmern am Ende einer zweijährigen Umschulungsmaßnahme in der zweiten Studie ergab, dass reintegrierte Teilnehmer am Ende der Maßnahme eine signifikant bessere Planungskompetenz aufwiesen als nicht reintegrierte Teilnehmer. (Reintegrierte: MW = 23,19; SD = 6,5; Nicht-Reintegrierte: MW = 19,95; SD = 7,85; t[69] = -1,88, p ? 0,10; d = 0,45).

Diskussion:

Die Konzeption des Trainings kann in Anbetracht der erzielten (mittleren) Effektstärken in diesem Zusammenhang als erfolgreich bezeichnet werden. Bei allen vier Stichproben kam es zu einer Leistungssteigerung vom ersten zum vierten Planspiel. Gemäß ihrem Leistungsniveau berechneten sich für die Stichproben darüber hinaus signifikant unterschiedliche Leistungsverbesserungen. Mittels des Büro-Tests konnte nachgewiesen werden, dass sich die Leistungssteigerung nicht nur als reiner Planspiel-Lerneffekt interpretieren lässt, sondern dass ein Transfer auf eine abweichende Aufgabenstellung geleistet wird, die zwar mit Planung assoziiert ist, mit der Aufgabenstellung in den Planspielen aber nicht identisch ist. Für die erfasste Planungskompetenz zeichnen sich am Ende der Maßnahme Unterschiede von mittlerer Effektstärke zwischen den Teilnehmern ab. Reintegrierte Teilnehmer verfügten am Ende der Maßnahme über eine höhere Planungs- und Organisationsfähigkeit als nicht integrierte. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür Planungskompetenz im Maßnahmeverlauf zu erfassen und zu trainieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV357350


Informationsstand: 05.06.2013

in Literatur blättern