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Bibliographische Angaben zur Publikation

Psychometrische Evaluation des Fragebogens ReHadapt zur Diagnostik von Anpassungsleistungen in der beruflichen Rehabilitation

Vortrag auf dem 22. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Frost, Martina; Arling, Viktoria; Spijkers, Wilhelmus


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 274-276


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

Für eine erfolgreiche berufliche Reintegration spielt die Fähigkeit, sich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen an veränderte Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im beruflichen, gesundheitlichen und sozialen Bereich anpassen zu können, eine wichtige Rolle. Frost et al. (2012a) definieren Anpassungsleistungen (AP) von Rehabilitanden als Einstellungen und Verhaltensweisen, welche diese dazu befähigen ihre aufgrund eines Gesundheitsschadens veränderte Arbeits- und Lebenssituation zu bewältigen. Zur Erfassung von AP wurde von Frost et al. (2012b) der Fragebogen ReHadapt entwickelt. Dieser soll wissenschaftlichen Gütekriterien entsprechen und ökonomisch praxisrelevante Anpassungsleistungen von Teilnehmern in Rehabilitationsmaßnahmen erfassen, sowie die Ableitung gezielter Fördermaßnahmen ermöglichen. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die psychometrische Überprüfung dieses Fragebogens.

Methodik:

Basierend auf Experten- und Rehabilitandenbefragungen sowie bereits existierenden Instrumenten zur Erfassung von Anpassungsleistungen, wurde eine erste Version des Fragebogens (ReHadapt 1.0) mit 81 Items zu vier Inhaltsbereichen (subjektbezogene, umschulungsbezogene, gesundheitsbezogene und soziale AP) entwickelt. Diese wurde im März 2012 von insgesamt 344 Teilnehmern beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen aus fünf verschiedenen Berufsförderungswerken (BFW) mit Hilfe des Online-Tools testMaker auf einer fünfstufigen Antwortskala beantwortet. Das Alter der Teilnehmer betrug durchschnittlich 37 Jahre (SD=8,0). Zur Untersuchung der dimensionalen Struktur des Fragebogens wurde mittels des Analyseprogramms MPlus (GEOMIN oblique rotation) eine explorative Faktorenanalyse für ordinale Daten, sowie konfirmatorische Faktorenanalysen zur Modellierung theoretisch ableitbarer Messmodelle durchgeführt.

Ergebnisse:

Die explorative Faktorenanalyse ergab eine sechsfaktorielle Lösung. Nach dem Kriterium maximaler Faktorenladungen (Ladungen ?.50) wurden insgesamt 35 Items extrahiert. Zwei der Faktoren waren jedoch inhaltlich nur schwer interpretierbar und jeweils nur durch drei Items repräsentiert. Es wurden daher verschiedene theoretisch begründbare Messmodelle durch Elimination und Zusammenfassung von Items modelliert. Die beste Passung (CFI=0.97, TLI=.95, RMSEA=0.07, WRMR=0.84) wies eine vierfaktorielle Lösung auf. Die vier Faktoren werden durch 12 Items abgebildet. Diese lassen sich sinnvoll den vier bereits genannten Inhaltsbereichen zuordnen. Die internen Konsistenzen (Cronbach´s Alpha; .62???.79) der vier Skalen sowie die Trennschärfen (.37?rit?.66) und Schwierigkeiten (.65?P?.90) der Items liegen nur im zufriedenstellenden Bereich. Demzufolge wurden bestehende Items revidiert, sowie neue Items entwickelt und eine revidierte Version des Fragebogens (ReHadapt 2.0) erstellt. Diese umfasst 93 Items zur subjektbezogenen umschulungsbezogenen gesundheitsbezogenen und sozialen AP, sowie den zwei Zusatzskalen Commitment an die neue berufliche Tätigkeit (in Anlehnung an Felfe et al., 2006) und wahrgenommene Veränderungen.

Diskussion und Schlussfolgerungen:

Die bisherigen Ergebnisse liefern eindeutige Hinweise darauf, dass Anpassungsleistungen von Rehabilitanden sich anhand von vier Faktoren abbilden lassen. Zur konfirmatorischen Überprüfung des Vierfaktorenmodells sowie zur Bestimmung der konvergenten und diskriminanten Validität bearbeiten zurzeit (aktueller Stand: n=406) Teilnehmer beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen aus sieben verschiedenen BFWen die revidierte Version des Fragebogens. Ebenso werden Flexibilität der Zielanpassung (Brandtstädter, Renner, 1990; HZV/FZA), Anpassungsleistungen im Arbeitskontext (Kröger, Staufenbiel, 2012), Persönlichkeit (NEO-FFI) sowie reha-bezogene Erwartungen und Motivationen (FREM-8; PAREMO) erfragt. Zur Bestimmung der Kriteriumsvalidität werden der Reintegrationsstatus, der Maßnahmeabbruch, IHK-Noten, die subjektive Prognose der beruflichen Integration (SPR) sowie die Lebensqualität (WHOQoL) erhoben. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden zur Tagung vorliegen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV357348


Informationsstand: 05.06.2013

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