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Bibliographische Angaben zur Publikation

Häufigkeit und Stellenwert von Patientenschulungen mit arbeits- und berufsbezogener Thematik: Ergebnisse einer bundesweiten Befragung deutscher Reha-Einrichtungen

Poster auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Driesel, Patrizia; Vogel, Heiner; Gerlich, Christian [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 268-270


Jahr:

2013



Abstract:


Hintergrund:

Im World Report on Disability der WHO wird die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben als wichtige Aufgabe der Rehabilitation genannt. Der Abbau individueller und umweltbezogener Barrieren kann durch Empowerment und Partizipation von Behinderten und chronisch Kranken erreicht werden (WHO, 2011). Gesundheitsrelevante Kenntnisse
und Fertigkeiten können und sollen im Rahmen von Patientenschulungen während der Rehabilitation vermittelt und erlernt werden. Studien konnten positive Effekte von psychoedukativen Gruppenprogrammen (Patientenschulungen) auf gesundheitsrelevante Outcomes nachweisen (Faller et al., 2011). Im Rahmen der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR), sollen Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen (BBPL) gezielt arbeits- und berufsbezogene Maßnahmen erhalten. Berufsbezogene Gruppenangebote stellen im MBOR-Anforderungsprofil der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund) eine Kernmaßnahme dar (DRV Bund, 2010). Ziel der Auswertung aus der größeren Untersuchung zur Situation der Patientenschulung in der Rehabilitation (Reusch et al., 2012) ist es, einen Überblick zur Schulungspraxis hinsichtlich psychoedukativen Gruppenangeboten mit arbeits- und berufsbezogenem Schwerpunkt in Deutschland zu gewinnen. Dazu wurden die Häufigkeit in Bezug auf verschiedene Indikationsbereiche, inhaltliche Schwerpunkte sowie Qualitätsindikatoren der Maßnahmen erfragt.

Methodik:

2010 wurden vom Zentrum Patientenschulung e.V. in Kooperation mit der Universität Würzburg bundesweit alle 1.473 rentenversicherungseigenen und von der DRV federführend belegten ambulanten und stationären Reha-Einrichtungen mittels Fragebogen angeschrieben. Der Rücklauf betrug mit insgesamt 908 Einrichtungen 61 %. Diese benannten 4.950 psychoedukative
Gruppenangebote. Erstmals wurden ausdrücklich auch berufsbezogene Gruppenangebote abgefragt. Die Datenauswertung der freitextlichen Angaben zu Schulungsprogrammen erfolgte inhaltsanalytisch. Dabei wurden die Nennungen sechs aus dem Material entwickelten Kategorien zugeordnet. Zur Prüfung der Qualität wurden die Kriterien des Zentrums Patientenschulung (Teilnehmerzahl, Didaktik, Manualisierung, Evaluation, Publikation; Ströbl et al., 2007) und die des MBOR-Anforderungsprofils der DRV (DRV Bund, 2010) zu Grunde gelegt. Diese Angaben wurden quantitativ ausgewertet.

Ergebnisse:

Lediglich 300 von 908 Einrichtungen gaben insgesamt 581 Patientenschulungen mit Schwerpunkt Arbeit und Beruf an. 108 Schulungen von 24 Einrichtungen wurden aus der weiteren Analyse ausgeschlossen, da sie keinen eindeutigen Berufsbezug hatten (z. B. 'Nichtrauchertraining', 'Gewichtsreduktion', 'Schlafstörungsseminar'). 473 Schulungen von 276 Einrichtungen wurden den sechs Kategorien zugeordnet. Die 473 berufsbezogenen Gruppenangebote entfallen auf die Kategorien Arbeitsplatztraining allgemein und Arbeitsplatztraining im Büro (18 %), Arbeitslosigkeit und Bewerbungstraining (18 %), Stress/Entspannung (12 %), soziale Kompetenz und Konfliktbewältigung (12 %) sowie Arbeit/Beruf im Allgemeinen (10 %) und auf sonstige (32 %). Hierunter fallen u. a. Angebote zu spezifischen psychischen Erkrankungen, Rückenschule, Schmerz und Leistungen zur Teilhabe/Sozialmedizin. Nach Indikationen betrachtet, werden Schulungen (ohne 'Sonstige') am häufigsten in den Bereichen Abhängigkeitserkrankungen, Psychosomatik und Orthopädie benannt. Für andere Indikation wie z. B. Dermatologie oder Neurologie liegen in der Befragung keine bzw. nur vereinzelte Angaben zu berufsbezogenen Gruppenprogrammen vor. 55 % der Patientenschulungen erfolgen in Gruppen von 8 bis 15 Personen. Ein Drittel der Angebote findet in Kleingruppen bis 8 Personen statt. 32 % der Patientenschulungen werden in Form von Übungen, 24 % in Diskussionsrunden, 23 % in Kleingruppen und 21 % als Vortrag durchgeführt (Mehrfachnennungen waren möglich). Die Anforderungen der DRV im Hinblick auf die thematische Breite und die Qualitätskriterien des Zentrums Patientenschulung hinsichtlich einer effizienten Gruppengröße und einer didaktischen Vielfalt wurden mehrheitlich erfüllt. Entwicklungspotenziale zeigten sich bei der Manualisierung, Evaluation und Publikation von berufsbezogenen Schulungsprogrammen.

Schlussfolgerung:

In der MBOR sollten weitere indikationsspezifische psycho-edukative Patientenschulungen für Rehabilitanden mit BBPL entwickelt werden. Darüber hinaus zeigen sich Verbesserungspotenziale bei der Hälfte der genannten berufsbezogenen Gruppenschulungen hinsichtlich des Vorhandenseins eines Manuals, der Evaluation und Veröffentlichung der Angebote. Geeignete Medien zur Verbreitung der Schulungsprogramme sind vorhanden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV357345


Informationsstand: 05.06.2013

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