Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

BORIS - Ein trägerübergreifendes Reha-Assessment zur Verbesserung der beruflichen Wiedereingliederung Suchtkranker

Poster auf dem Zweiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 4. bis 6. März 2013 Mainz



Sammelwerk / Reihe:

Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?


Autor/in:

Lange, Nikolaus; Trattnig, S.; Hoffmann, S. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2013, Seite 97-99


Jahr:

2013



Abstract:


Einleitung und Ziele:

Im Rahmen der Medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (Deutsche Rentenversicherung Bund, 2012), die sich indikationsspezifisch aktuell für die Abhängigkeitserkrankungen noch in Entwicklung befindet, haben sich im Oktober 2008 Reha-Einrichtungen verschiedener Träger mit der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz zusammengeschlossen und erproben in der Region Südpfalz ein berufliches Assessment für Abhängigkeitskranke im Modellprojekt BORIS - Berufs-Orientierungs-Center für die Rehabilitation und Integration Suchtkranker (Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz, 2012). Die Evangelische Heimstiftung Pfalz mit den Fachkliniken Landau und Pfälzer Wald, der Therapieverbund Ludwigsmühle mit den Fachkliniken Ludwigsmühle, Villa Maria und Flammersfeld sowie der ambulanten Reha-Stelle Nidro und die Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz mit der Fachklinik Eußerthal bieten dabei indikationsübergreifend für alkohol-, medikamenten- und drogenabhängige Rehabilitanden dieses berufliche Reha-Assessment an. Bei der Zielgruppe handelt sich um suchtkranke Menschen, die gravierende Störungen in ihrer Erwerbsbiographie aufweisen.

Durch das berufliche Reha-Assessment im BORIS sollen zusätzliche Erkenntnisse gewonnen werden, die dazu beitragen,
- die stationäre und ambulante Reha zu unterstützen,
- die Reha-Prozesse zu optimieren,
- die Rehabilitanden gezielter zu fördern und zu fordern
- und die Chancen auf Teilhabe am Erwerbsleben zu erhöhen.

Methode:

Das ganztägig externe Reha-Assessment ergänzt und optimiert die arbeitsweltbezogene Diagnostik der jeweiligen Reha-Einrichtung und ermöglicht dadurch differenzierte Aussagen zur sozialmedizinischen Leistungsbeurteilung. Die multiprofessionellen Behandlerteams der beteiligten Reha-Einrichtungen können aus einem Themenkatalog Aufträge zur Klärung individueller Fragestellungen zur beruflichen Wiedereingliederung an das BORIS-Team stellen, z. B. die Voraussetzungen für den erlernten, ausgeübten oder angestrebten Beruf zu prüfen, ein Fähigkeitenprofil zu erstellen, Fragen zur beruflichen Neuorientierung nachzugehen oder den individuellen Förderbedarf zu ermitteln. Als Alleinstellungsmerkmal von BORIS ist herauszuheben, dass das berufliche Reha-Assessment außerhalb der beteiligten Institutionen stattfindet und die Rehabilitanden sich unter Alltagsbedingungen ersten Anforderungen auf dem Weg zur beruflichen Wiedereingliederung stellen.

Neben verschiedenen ergotherapeutischen und psychologischen Testverfahren ist eine spezifische Verhaltensbeobachtung, bei der Ressourcen und Defizite in der Kommunikation und der sozialen Kompetenz festgestellt werden können, ein Schwerpunkt des Assessments. Bei der Verhaltensbeobachtung kommen zum Beispiel Videosimulationen im Gruppensetting zum Einsatz. Die Ergebnisse des Reha-Assessments werden den Behandlerteams der Reha-Einrichtungen in Form eines ausführlichen Ergebnisprotokolls zur Verfügung gestellt. In den Reha-Einrichtungen werden die Ergebnisse mit den Rehabilitanden besprochen, fließen in die weitere Rehabilitationsplanung ein und werden im stationären Entlassungsbericht für den Leistungsträger dokumentiert. Die Ergebnisprotokolle werden den Reha-Beratern der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz im Rahmen der weiteren Betreuung des Rehabilitanden zur Verfügung gestellt. BORIS trägt damit dazu bei, die beruflichen Wiedereingliederungschancen einer besonders schwer beeinträchtigten Zielgruppe zu verbessern. Die Evaluation des Modellprojekts BORIS erfolgt über eine Befragung zur Rehabilitandenzufriedenheit sowie über eine Anwenderbefragung.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse der Rehabilitandenbefragung (n gleich 312) zeigen, dass Inhalte, Durchführung, Organisation von den Teilnehmern sehr gut angenommen werden. Des weiteren befürwortet die Mehrheit der Rehabilitanden, die Ergebnisse im weiteren Verlauf der Rehabilitation zu verwenden und bewertet BORIS als einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur beruflichen Wiedereingliederung. In 106 Fällen konnte eine Anwenderbefragung durchgeführt werden. Nach Angaben der Anwender wurden die Ergebnisse von BORIS in die weitere Reha-Planung und Reha-Durchführung mit einbezogen und genutzt.

Ausblick:

Aktuell haben die Jobcenter der Bundesagentur für Arbeit Interesse an der Nutzung der Ergebnisprotokolle bekundet. Dies wäre eine Möglichkeit, eine wichtige Schnittstelle in der beruflichen Rehabilitation Suchtkranker zu optimieren und die bisherige Evaluation zu erweitern.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '22. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Teilhabe 2.0 - Reha neu denken?'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV357310


Informationsstand: 04.06.2013

in Literatur blättern