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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Funktion des Arbeitsmarktes für die Ausrichtung der Ziele beruflicher Rehabilitation


Sammelwerk / Reihe:

Die Berufsförderungswerke - Netzwerk Zukunft


Autor/in:

Alt, Heinrich


Herausgeber/in:

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE-BFW)


Quelle:

Frankfurt am Main: Eigenverlag, 2004, Seite 22-27


Jahr:

2004



Abstract:


Heinrich Alt, Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit (BA), erläutert in dem Artikel die grundsätzliche Zielsetzung der Rehabilitation, welche in § 1 SGB IX klar vorgegeben ist: gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Im Rahmen dieses Gesamtauftrages, der sich an eine Vielzahl von Sozialleistungsträgern richtet, hat die Teilhabe am Arbeitsleben besondere Bedeutung, da sich die gesellschaftliche Stellung vor allem über den Beruf definiert.

Abgesehen davon, dass es hier einen klaren gesetzlichen Auftrag gibt, entspricht es der geschäftspolitischen Zielsetzung der BA, mit dem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente auch die strukturelle Verhärtung der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Viele Arbeitslose haben aufgrund ihrer Qualifikation, ihres Alters, ihrer Leistungsfähigkeit und der langen Dauer ihrer Arbeitslosigkeit Schwierigkeiten, wieder ins Berufsleben zurückzukehren. Sie benötigen besondere Unterstützung bei der beruflichen Integration. Deshalb beteiligen die Agenturen für Arbeit auch weiterhin besonders förderungsbedürftige Personen angemessen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der BA werden aber Effektivität und Effizienz des Mitteleinsatzes stärker berücksichtigt werden als dies in der Vergangenheit der Fall war. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen dürfen nicht von ihrem Input her beurteilt werden, sondern es muss die Wirkung als Maßstab genommen werden - und dies bei einem wirtschaftlichen Mitteleinsatz.

Mit der Steigerung der Ausgaben für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wird der schwierigen Lage auf dem Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt und den weiterhin hohen Schulentlasszahlen Rechnung getragen. Es wird aber zunehmend kritisch hinterfragt, ob der Ausgabenzuwachs von Jahr zu Jahr berechtigt ist. Konkret wird dies an der Frage festgemacht, ob Kosten und Ergebnis der ausgewählten Maßnahmen tatsächlich in allen Fällen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

Nicht nur die Kostensituation, sondern auch strukturelle Änderungen bei der Klientel stellen die BA vor neue Herausforderungen. Nicht nur behinderte Menschen, die bereits im Erwerbsleben stehen oder standen, benötigen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, sondern immer mehr junge Menschen.

Heinrich Alt geht auf die Sorge ein, dass die Zahl von lernbehinderten jungen Menschen steigt. Ein großer Teil dieser Jugendlichen erhält eine Ausbildung in speziellen Reha-Einrichtungen. Auch die Zahl der Jugendlichen, die eine Berufsvorbereitung zur Vorförderung benötigen, nimmt zu.

Die BA ist Träger der Arbeitsmarktpolitik. Die Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben ist Teil der aktiven Arbeitsmarktpolitik und hat das Ziel, Arbeitslosigkeit zu vermeiden beziehungsweise ihre Dauer nachhaltig zu verkürzen. Die BA will mit ihren Maßnahmen primär Integration in Arbeit bewirken, nicht Arbeitsmarktentlastung für die Dauer der Maßnahme ohne anschließende Eingliederungsperspektive.

Auch die Vermittlung wird eine stärkere Bedeutung erlangen, als dies bisher der Fall war. Dabei wird die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Dritten ein Schwerpunkt sein. Private und gemeinnützige Vermittler werden zur Unterstützung des Eingliederungsprozesses von Arbeitslosen frühzeitig und zielgerichtet eingebunden. Auch die Reha-Einrichtungen sollten noch stärker als bisher am Eingliederungsprozess beteiligt sein.

Im Kontext zu den allgemeinen Zielsetzungen sind auch die geschäftspolitischen Vorstellungen der BA zur Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation zu sehen. Nach wie vor gelten die Grundsätze Vorrang allgemeiner Leistungen vor speziellen Leistungen und Integrationsorientierte Maßnahmestrategien. Eingliederungspläne sollen individueller gestaltet werden.

Mit der beruflichen Rehabilitation sollen nicht nur vorhandene Defizite abgebaut, sondern vielmehr verstärkt vorhandene Kompetenzen und Fähigkeiten weiter genutzt und gestärkt werden.

Der Referent erläutert weiterhin, welche Grundsätze den Hilfsangeboten für Jugendliche beziehungsweise die berufliche Ersteingliederung zugrunde liegen sollten. Ebenso werden die Grundsätze für Erwachsene beziehungsweise die berufliche Wiedereingliederung aufgezeigt.

Ein nach wie vor nur unzulänglich gelöstes Problem besteht laut Alt darin, dass berufliche Rehabilitationsmöglichkeiten erst dann aufgegriffen werden, wenn der Schadensfall Arbeitslosigkeit eingetreten ist. Berufliche Rehabilitation sollte aber zur Schadensvermeidung beziehungsweise -begrenzung möglichst schon im Beschäftigungsverhältnis greifen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Die Berufsförderungswerke - Netzwerk Zukunft' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke e.V. (BV BFW)
Homepage: https://www.bv-bfw.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV351202


Informationsstand: 12.07.2005

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