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Bibliographische Angaben zur Publikation

Theorie der Unterstützten Kommunikation

Eine Grundlegung



Autor/in:

Renner, Gregor


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Berlin: Spiess, 2004, 282 Seiten, ISBN: 3-89776-007-X; 978-3-89776-007-3


Jahr:

2004



Abstract:


Die Unterstützte Kommunikation thematisiert die Kommunikationssituation von Menschen ohne Lautsprache. Sie ist in der Praxis entstanden und setzt neben dem klassischen Sprechtraining beziehungsweise der Logopädie auch alternative Kommunikationsmittel wie grafische Zeichen, Gesten und Gebärden, sowie Kommunikationshilfsmittel ein. Menschen ohne Lautsprache können so ihre Kommunikationsmöglichkeiten teilweise erheblich erweitern. Allerdings bleiben teilweise auch die erhofften Ergebnisse aus und angebotene Kommunikationsmittel werden nicht im erwarteten Umfang benutzt. Für die Identifizierung der entscheidenden Faktoren für den Erfolg oder Misserfolg von Maßnahmen der Unterstützten Kommunikation bedarf es einer Strukturierung der neuen Handlungsmöglichkeiten. Die vorliegende Forschung bearbeitet daher die Frage, wie diese theoretisch erfasst und zu Handlungsdimensionen systematisiert werden können.

Aus der Diskussion des internationalen Forschungsstandes im Theoriebereich der Unterstützten Kommunikation wird das Fehlen und die Notwendigkeit einer theoretischen Grundlegung herausgearbeitet und offene Aufgaben formuliert. Dafür wird ein methodisches Vorgehen entwickelt: die kategorial-analytische Theorieentwicklung.

Nach dieser Methode wird in einem ersten Schritt der Gegenstandsbereich auf der Grundlage der Beschreibung des Phänomens der Unterstützten Kommunikation konstituiert. In einem zweiten Schritt wird der Gegenstandsbereich in die drei Teilbereiche der sozialen Aspekte, der Kommunikationsmittel und der individuellen Aspekte gegliedert. Damit sind auch die sozialen Wirkungen von Kommunikation erfasst und eine Verbindung zur Partizipation hergestellt. Die Zusammenhänge zwischen den drei Teilbereichen (Schritt 3) werden folgendermaßen formu-liert: Individuen erreichen über die Verwendung von Kommunikationsmitteln soziale Wirkungen im sozialen Umfeld. Damit das funktioniert, müssen bestimmte zu untersuchende Bedingungen erfüllt sein - bei der Gemeinschaft, beim Kommunikationsmittel und beim Individuum.

Die Unterstützte Kommunikation und ihre Teilbereiche werden wissenschaftssystematisch eingeordnet (Schritt vier). Für Lern-, Entwicklungs- und Bildungsprozesse und -strukturen ist die Erziehungswissenschaft die teilbereichsübergreifende Bezugswissenschaftsdisziplin. Für das Teilgebiet der sozialen Aspekte ist das im wesentlichen die Soziologie, wobei für ethische Aspekte zusätzlich die Philosophie zu nennen ist. Das Teilgebiet der Kommunikationsmittel ist der Semiotik und der Linguistik zuzuordnen, zusätzlich ist die Technik relevant für die Hilfsmittel. Die individuellen Aspekte werden hauptsächlich von der Psychologie bearbeitet, wobei für physiologische Aspekte zusätzlich die Medizin und die Biologie von Bedeutung sein können. Schließlich wird im fünften Schritt daraus ein Theorierahmen, d.h. ein System von Rahmenaussagen, entworfen, der den theoretischen Möglichkeitsraum erfasst.

Aufbauend wird der Theorierahmen genutzt, um erziehungswissenschaftliche Aufgabenstellungen der Unterstützten Kommunikation zu formulieren - orientiert an der Frage, wie für Menschen ohne Lautsprache eine möglichst uneingeschränkte soziale Teilhabe erreicht werden kann und welche Rolle die Kommunikation dabei spielt, insbesondere im Konzept der Assistenz.

Die in dieser Arbeit entwickelte theoretische Grundlegung stellt eine Integration der bisherigen Theorieansätze dar. Der Theorierahmen ist geeignet, das Gesamtwissen der Unterstützten Kommunikation zu erfassen und zu strukturieren sowie Theorien anderer Wissenschaftsfelder zu integrieren. Diese Arbeit formuliert damit eine umfassende theoretische Perspektive auf die Unterstützte Kommunikation, die auch erweiterte und strukturierte Handlungsmöglichkeiten für die Praxis aufzeigt und dort als Orientierung genutzt werden kann.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Wissenschaftsverlag Volker Spiess GmbH

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV3382


Informationsstand: 20.01.2005

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