Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Reha-Therapiestandards Chronischer Rückenschmerz und Anforderungsprofil für die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung: Wie passen beide Therapieanforderungen zusammen?

Vortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Vorsatz, Nadine


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 495-497


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Das Qualitätssicherungsprogramm der Deutschen Rentenversicherung, das seit rund 15 Jahren etabliert ist, umfasst unter anderem Anforderungen an die Leistungserbringer, die das erwartete Niveau der Reha-Leistungen und die strukturellen Voraussetzungen in den Reha-Einrichtungen vorgeben. Mit den Reha-Therapiestandards hat die Deutsche Rentenversicherung indikationsbezogene Mindestanforderungen an die therapeutischen Leistungen in Form von evidenzbasierten Therapiemodulen (ETM) definiert (DRV Bund, 2010b). Die Deutsche Rentenversicherung hat sich im Jahr 2010 auf gemeinsame Strukturanforderungen verständigt, die unter anderem die personelle Ausstattung der Reha-Einrichtungen indikationsbezogen festlegen (DRV Bund, 2010c).

Darüber hinaus wurde im Jahr 2010 rentenversicherungsweit ein Anforderungsprofil für die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) für Rehabilitanden konzipiert (DRV Bund, 2010a), die eine besondere berufliche Problemlage aufweisen und damit eine stärker auf den Beruf bezogene Diagnostik und Therapiegestaltung benötigen (Streibelt, 2010). Um sicherzustellen, dass die verschiedenen Leistungsbzw. Strukturanforderungen ineinandergreifen und einen nachvollziehbaren Rahmen darstellen, ist es erforderlich, zum einen die Vereinbarkeit der Reha-Therapiestandards mit dem MBOR-Anforderungsprofil zu untersuchen und zum anderen aufzuzeigen, welche Konsequenzen sich aus dem MBOR-Anforderungsprofil für die Anforderungen an die personelle
Ausstattung der Reha-Einrichtungen ergeben.

Methodik:

Im Rahmen einer Aufwandsanalyse wird zum einen die geforderte Therapiedauer für den Rehabilitanden, die sich aus den Reha-Therapiestandards Chronischer Rückenschmerz ergibt, ermittelt. Hierbei wird von einer Verweildauer von 23 Tagen ausgegangen. Zum anderen wird berechnet, wie sich die geforderte Therapiedauer für einen Rehabilitanden erhöht, der eine besondere berufliche Problemlage aufweist und nicht nur entsprechend der Reha-Therapiestandards sondern auch des MBOR-Anforderungsprofils therapiert wird.

Abschließend wird eine Aufwandsabschätzung für das Personal durchgeführt, um zu untersuchen, wie sich der geforderte Leistungsumfang aus dem MBOR-Anforderungsprofil auf die Inanspruchnahme der personellen Kapazitäten auswirkt. Dazu werden die berufsgruppenbezogenen beziehungsweise funktionsgruppenbezogenen Nettoarbeitszeiten auf Basis der definierten Personalausstattung mit dem berechneten Zeitaufwand für die Berufs- beziehungsweise Funktionsgruppe zur Leistungserbringung verglichen. Als Grundlage der Berechnung der Nettoarbeitszeit dienen Verfahren zur Personalbedarfsplanung. Da die Reha-Therapiestandards und das MBOR-Anforderungsprofil flexibel ausgestaltet sind, wird der erforderliche personelle Zeitaufwand abgeschätzt, indem über angenommene Kombinationen von Gruppen- und Einzelleistungen sowie möglicher Variation der Leistungsdauer ein minimaler und maximaler Wert je Funktions- beziehungsweise Berufsgruppe ermittelt wird.

Ergebnisse:

(1) Sowohl die Reha-Therapiestandards Chronischer Rückenschmerz als auch das MBOR Anforderungsprofil stellen Anforderungen an die berufliche Orientierung im Rahmen der orthopädischen Rehabilitation. Unterschiede zeigen sich im geforderten Umfang der Leistungen und der Zielgruppe. Beide Leistungsanforderungen stehen damit nicht im Widerspruch zueinander, sondern ergänzen sich sinnvoll.

(2) Die von den Reha-Therapiestandards Chronischer Rückenschmerz geforderte Mindesttherapiedauer für den Rehabilitanden liegt unter Berücksichtigung einer Verweildauer von 23 Tagen und der geforderten Mindestanteile durchschnittlich bei 10,4 Stunden pro Woche. Die geforderte Mindesttherapiedauer erhöht sich für Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen im Durchschnitt auf minimal 12,5 und maximal 14,6 Stunden pro Woche.

(3) Die Anforderungen von MBOR und Reha-Therapiestandards stehen bei Annahme einer Reha-Einrichtung mit 100 Rehabilitanden und einem 30 Prozent Anteil an Rehabilitanden mit besonderer beruflicher Problemlage in Einklang mit den Anforderungen an die personelle Ausstattung. Lediglich bei der Berufsgruppe Sozialarbeiter/Sozialpädagogen wird der zur Verfügung stehende Zeitrahmen in der Maximalversion überschritten. Auffällig ist, dass die Ausschöpfung der auf Basis der Strukturanforderungen verfügbaren Nettoarbeitszeit durch den geforderten Leistungsumfang im Rahmen von Reha-Therapiestandards und MBOR-Anforderungsprofil zwischen den Funktions- und Berufsgruppen stark variiert.

Ausblick:

Das aktuell durchgeführte Modellprojekt 'MBOR-Management' der Deutschen Rentenversicherung wird zeigen, inwieweit das MBOR-Anforderungsprofil in seiner jetzigen Ausgestaltung praktisch umgesetzt werden kann und welche Konsequenzen sich mit Blick auf die personellen Anforderungen insbesondere der Sozialarbeiter/Sozialpädagogen für das MBOR-Anforderungsprofil beziehungsweise für eine MBOR-spezifische Änderung der personellen Ausstattung ergeben.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336671


Informationsstand: 29.03.2011

in Literatur blättern