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Bibliographische Angaben zur Publikation

Anforderungen zur Durchführung der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation aus der Perspektive der Gesetzlichen Rentenversicherung

Vortrag auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Streibelt, Marco; Buschmann-Steinhage, Rolf


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 206-208


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) ist eine spezifische Form der medizinischen Rehabilitation, die mittlerweile etabliert und gut erforscht ist (Hillert et al., 2009). Ihr zusätzlicher Nutzen bei Patienten mit besonderen beruflichen Problemlagen (BBPL) konnte indikationsübergreifend belegt werden (Bethge, Müller-Fahrnow, 2008; Kittel, Karoff, 2008; Streibelt et al., 2009). Zur Identifikation dieser Patienten stehen mittlerweile umfassend getestete Instrumente bereit (Streibelt, 2010).

Trotzdem wurden bislang nur vereinzelt entsprechende Klinikkonzepte entwickelt. Die Gründe hierfür sind vielfältig, insbesondere ist jedoch eine bislang fehlende Konkretisierung der MBOR zu konstatieren. Die Entwicklung eines MBOR-Anforderungsprofils zur Definition der inhaltlichen und strukturellen Ausgestaltung der MBOR aus der Perspektive der Deutschen Rentenversicherung ist deshalb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem evidenzbasierten bedarfsadäquaten Rehabilitationsmanagement.

Zielstellung:

Der Beitrag stellt ein solches Anforderungsprofil - vorerst fokussiert auf somatische Indikationen - ausführlich vor.

Methodik:

Das Anforderungsprofil wurde 2009 in einer Expertengruppe entwickelt und in einem ausführlichen Diskussionsprozess innerhalb der Deutschen Rentenversicherung überarbeitet. Die Grundlage dafür bildete der Ergebnisbericht der Würzburger Arbeitsgruppe um Silke Neuderth zur systematischen Erfassung berufsbezogener Leistungen in der medizinischen Rehabilitation in Deutschland (Gerlich et al., 2007). Mit der Entwicklung verbunden war das Ziel der Verbreitung berufsbezogener Konzepte in der medizinischen Rehabilitation. Hierzu wurde das Modellprojekt 'MBOR-Management' entwickelt, welches einerseits das Anforderungsprofil in der Praxis testen, zugleich aber auch Empfehlungen für ein flächendeckendes Angebot von MBOR-Konzepten liefern soll.

Ergebnisse:

MBOR wird
a) als konkrete berufsbezogene Ausgestaltung therapeutischer Maßnahmen selbst sowie
b) als durchgängige Philosophie im Denken und Handeln der beteiligten Akteure definiert.

Es werden drei Abstufungen in der MBOR unterschieden: Während MBORBasismaßnahmen (Stufe A) für alle Rehabilitanden der Rentenversicherung in allen Einrichtungen erbracht werden, sind MBOR-Kernmaßnahmen (Stufe B) und spezifische MBORMaßnahmen (Stufe C) explizit auf besonders definierte Subgruppen konzentriert. Im Anforderungsprofil werden die relevanten diagnostischen und therapeutischen berufsbezogenen Maßnahmen diesen Stufen zugeordnet und hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung beschrieben. Dabei werden die zentralen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung der MBOR definiert: MBOR-Konzepte im Sinne der DRV sollten bedarfsbezogen, kognitivbehavioral und multimodal ausgestaltet, intensiviert im Vergleich zur herkömmlichen medizinischen Rehabilitation und manualisiert sein.

Diskussion und Schlussfolgerung:

Die entscheidende Leistung des MBOR-Anforderungsprofils ist die Konkretisierung der bislang oft recht allgemein formulierten Anforderungen an die MBOR durch die Deutsche Rentenversicherung. Im aktuell laufenden Modellprojekt 'MBOR-Management' wird die Machbarkeit der MBOR in der Reha-Praxis pilothaft getestet. Die daraus erarbeiteten Empfehlungen hinsichtlich Steuerung, Durchführung und Finanzierung bieten die Basis für eine flächendeckende Umsetzung der MBOR unabhängig von Setting und Indikationsbereich.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336625


Informationsstand: 29.03.2011

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