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Bibliographische Angaben zur Publikation

Training von Planungskompetenz im Kontext der beruflichen Rehabilitation

Poster auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Arling, Viktoria; Grossmann, L.; Palme, S. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 96-97


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Für Alltag und Berufsleben hat Planungskompetenz als Fähigkeit, hinsichtlich zweck- und zielgerichteten Planens relevante Aspekte zu identifizieren und entsprechend zu berücksichtigen, eine große Bedeutsamkeit (Funke, Fritz, 1995). Dem entsprechend ist die Diagnostik beziehungsweise die Feststellung von gegebenenfalls notwendigem Förderbedarf auch für die berufliche Rehabilitation von ausdrücklicher Relevanz. Mit dem Tour-Planer wurde ein Verfahren zu Erfassung von Planungskompetenz in der beruflichen Rehabilitation entwickelt (Arling, 2006), aus dem mit der Generierung weiterer Verfahren in Kombination mit einem speziellen Vorgehen bei der Ergebnisrückmeldung ein Trainingskonzept abgeleitet wurde. Hinsichtlich der Rückmeldung lehnt sich das Trainingskonzept an das Selbstinstruktionstraining von Meichenbaum (1979) an. Ziel ist es, dem Teilnehmer in Form von Handlungsanweisungen zu Selbstinstruktionen zu verhelfen, die bei der Bearbeitung entsprechender Planungs- beziehungsweise Organisationsaufgabenstellungen zielführend sind.

Methode:

Beim Tour-Planer (TP) handelt es sich um einen sogenannten visualisierten Postkorb. Der Spieler ist angehalten mit Unterstützung durch ein Spielbrett eine Besichtigungstour durch eine fiktive Stadt zu planen. Bei der Planung gilt es Aspekte wie die Einhaltung von zeitlichen Randbedingungen (Öffnungszeiten etcetera) und spezifischen Abfolgen oder die Abwägung von verschiedenen Alternativen einzuhalten (vergleich Funke, Glodowski, 1990). Auf Basis des Tour-Planers wurden durch systematische Variation der oben genannten Aspekte mit dem Routen-Planer (RP) ein Parallelverfahren und mit dem Einkaufsplaner (EP; leichteste Variante) und dem Urlaubsplaner (UP; komplexer gegenüber dem Einkaufsplaner) zwei leichtere Versionen des ursprünglichen Planspiels generiert (zum Beispiel unterschiedliche Anzahl zu berücksichtigender Anlaufstellen). Das Training wurde an vier Terminen durchgeführt (1. Tour-Planer, 2. Einkaufsplaner, 3. Urlaubsplaner, 4. Routen-Planer [Erfolgkontrolle]). Die Teilnehmer erhielten ab dem 2. Termin vor Beginn der nächsten Testung Rückmeldung zum vorausgegangen Planspiel. Die Rückmeldung enthielt eine Aufklärung über Aufbau und Ziel des vorausgegangen Verfahrens. Sie wurden explizit dazu angehalten, bestimmte Fehler zu vermeiden. Darüber hinaus wurden ihnen spezifische Verhaltensstrategien zur Bearbeitung einer solchen Planungsaufgabe an die Hand gegeben. Zur Kontrolle von Lern- beziehungsweise Transfereffekten kamen die Parallelversionen des Büro-Tests (BT; Marschner, 1981) zur Anwendung (1. Termin: BT-A; 4. Termin: BT-B). Der Büro-Test erfasst Organisationsfähigkeit und kam im Rahmen der ursprünglichen Kriteriumsvalidierung des Tour-Planers zur Anwendung. Die Untersuchung wurde mit Unterstützung von n gleich 26 Rehabilitanden von einem freien Bildungsträger durchgeführt.

Ergebnisse:

Mittels einer einfaktoriellen ANOVA mit Messwiederholung berechnet sich bezüglich der Planspiele vom ersten zum vierten Termin eine signifikante Leistungssteigerung (F[1,3] gleich 5,97, p kleiner als 0,05; ?2 gleich 0,64). Im Tour-Planer werden 49,54 Prozent, im Einkaufsplaner 75,69 Prozent, im Urlaubsplaner 70,77 Prozent und im Routen-Planer 72,61 Prozent der möglichen Gesamtpunktzahl erreicht. Post-hoc-Vergleiche ergeben, dass die Leistungssteigerung vom Tour-Planer zum Einkaufsplaner beziehungsweise vom Tour-Planer zum Routen-Planer jeweils signifikant ist (p kleiner als 0,05). Für den Büro-Test zeichnet sich ebenfalls eine signifikante Leistungssteigerung ab (BTA/BT-B: t[15] gleich minus 4,65; p kleiner als 0,001; AMBT-A gleich 19,79, SDBT-A gleich 7,62; AMBT-B gleich 28,21, SDBT-B gleich 8,79) ab.

Diskussion:

Die Konzeption des Trainings kann in dieser ersten Erprobung als erfolgreich bezeichnet werden, da sich über die vier Messzeitpunkte eine signifikante Leistungsverbesserung dahingehend abbildet, dass einerseits der parallel konstruierte Routen-Planer signifikant besser bearbeitet wurde als der Tour-Planer und dass sich die Bearbeitung des zur Kontrolle eingesetzte Büro-Test mit Version B ebenfalls signifikant verbesserte. Letzteres Ergebnis zeigt, dass sich die Leistungssteigerung nicht nur als reiner Planspiel-Lerneffekt interpretieren lässt, sondern dass ein Transfer auf eine abweichende Aufgabenstellung geleistet wird, die zwar im Sinne von Organisationskompetenz mit Planung assoziiert ist, mit der Aufgabenstellung in den Planspielen aber nicht identisch ist.

Ausblick:

Geplant ist eine Erweiterung der Kriteriumsvalidierung des Trainings bezüglich der Leistungsfähigkeit (Arbeitsleistung im Umschulungsberuf) von Teilnehmern während der Reha-Maßnahme.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

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Referenznummer:

R/NV336608


Informationsstand: 29.03.2011

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