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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Arbeitsplatzphobieskala: Ein Screeninginstrument in der psychosomatischen Rehabilitation

Poster auf dem Zwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 14. bis 16. März 2011 in Bochum



Sammelwerk / Reihe:

Nachhaltigkeit durch Vernetzung


Autor/in:

Muschalla, Beate; Linden, Michael


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2011, Seite 80-81


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Arbeitsplatzphobien stellen eine häufige Ursache für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentungen dar. Sie sind jedoch schwer zu erkennen, da allein der Bericht darüber für Patienten angstauslösend und/oder peinlich sein kann. Die 'Arbeitsplatzphobieskala' ist ein Screeninginstrument, das die Identifizierung solcher Patienten unterstützen soll.

Methode:

Aus der differentialdiagnostisch konzipierten mehrdimensionalen Job-Angst-Skala (JAS, Linden et al., 2008) wurden die Items der Subdimensionen Antizipatorische Angst, Phobische Vermeidung und Globale Arbeitsplatzangst zu einer Kurzskala zusammengestellt. Diese 13 Items umfassen die für die Beschreibung eines Arbeitsplatzphobiesyndroms nötigen Symptome.

Die Items sind jeweils auf einer Likert-Skala von '0 gleich trifft gar nicht zu' bis hin zu '4 gleich trifft voll zu' von den Probanden zu beantworten. Die Items werden den Patienten unter dem Titel 'Fragebogen zu Arbeitsplatzproblemen' vorgegeben, der 'Situationen, Gedanken und Gefühle' erfragt, 'die man am Arbeitsplatz erleben kann':

- Wenn ich an meinen Arbeitsplatz denke, merke ich, wie sich alles in mir anspannt.
- Bei der Vorstellung, an diesem Arbeitsplatz einen kompletten Arbeitstag durchstehen zu müssen, bekomme ich Panikgefühle.
- In bestimmten Situationen am Arbeitsplatz befürchte ich, ich könnte körperliche Symptome bekommen, wie zum Beispiel Erröten, Zittern, Schwitzen, Herzrasen ...
- Lieber laufe ich einen Umweg, als dass ich die Straße entlanggehe, in der sich meine Arbeitsstelle befindet.
- Im Allgemeinen habe ich vor Arbeitstagen einen deutlich schlechteren Schlaf als vor Nicht- Arbeitstagen.
- Es kostet mich Überwindung, öffentliche Orte (zum Beispiel örtlicher Supermarkt) aufzusuchen, an denen ich Arbeitskollegen oder Vorgesetzte treffen könnte.
- Wenn irgend möglich, meide ich es, mich in die Nähe meiner Arbeitsstelle zu begeben.
- Ich musste mich ein oder mehrere Male krank schreiben lassen, weil ich die Probleme an meinem Arbeitsplatz nicht länger hätte ertragen können.
- Auf dem Weg hin zu meiner Arbeitsstelle würde ich am liebsten umdrehen.
- Nach der Arbeit beeile ich mich mehr als andere, bloß schnell von allem dort wegzukommen.
- Während ich arbeite, bin ich ständig auf der Hut, was als nächstes passieren könnte.
- Ich erlebe starke Befindlichkeitsstörungen oder Unbehagen, wenn ich an meinem Arbeitsplatz bin.
- Ich erlebe starke Befindlichkeitsstörungen oder Unbehagen, wenn ich an meinen Arbeitsplatz denke.

Ergebnisse:

Diese Arbeitsplatzphobieskala wurde an 212 Patienten, darunter 71,7 Prozent Frauen, einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik validiert. Faktorenanalytisch ergaben sich die zwei Dimensionen 'Panikerleben' (Angstsymptome) und 'spezifisches Vermeidungsverhalten' bezüglich des Arbeitsplatzes. Je höher der Wert auf der Arbeitsplatzphobieskala, desto häufiger wurde in einem diagnostischen Interview die Diagnose einer Arbeitsplatzphobie gestellt (Linden, Muschalla, 2007) und desto häufiger und länger waren die Patienten arbeitsunfähig. Die interne Konsistenz (Cronbach´s alpha) der Arbeitsplatzphobieskala ist mit .957 als sehr gut anzusehen (Muschalla, Linden, 2008). Eine nochmalige Überprüfung der Skala an n gleich 1.559 Patienten, die im Rahmen der klinischen Routine die Skala ausfüllten, erbrachte eine Bestätigung der Faktorenstruktur.

Schlussfolgerungen:

Die Arbeitsplatzphobieskala ist ein für den klinischen Gebrauch nützliches Screeninginstrument, das ohne großen Aufwand als Globalindikator für arbeitsplatzbezogene Ängste und die Ausprägung einer arbeitsplatzphobischen Symptomatik dienen kann.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '20. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Nachhaltigkeit durch Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV336606


Informationsstand: 29.03.2011

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