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Bibliographische Angaben zur Publikation

Betriebliches Eingliederungsmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung: Eine neue Kooperationsform?

Vortrag auf dem Achtzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 9. bis 11. März 2009 in Münster



Autor/in:

Kohte, Wolfhard


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2009, Sonderausgabe, Seite 227-228, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2009



Abstract:


Die Untersuchung von Mathilde Niehaus zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) befasst sich besonders mit den Unternehmen, die ein strukturiertes BEM einsetzen. Die Quote der externen Unterstützung nimmt mit zunehmender Strukturierung des Verfahrens zu. Eine Quote von bis zu 66 Prozent erreichen die erfolgreichsten Unternehmen, während sie bei anderen deutlich niedriger liegt. Damit ist die Konzeption der Gesetzgebung bestätigt worden, die in bestimmten Fällen eine Rechtspflicht zur Einschaltung externen Träger formuliert hat.

Niehaus stellt in ihrer Untersuchung fest, dass an zweiter Stelle die Krankenkassen als externe Stellen einbezogen werden. Dies ist besonders beachtlich, da sich gerade die Krankenkassen bei dem Thema BEM sehr zurückhaltend verhielten. Die Ergebnisse der Untersuchung zum regionalen BEM, der Deutschen Rentenversicherung liefern erste Interpretationshilfen. Der Untersuchungsbericht zeigt, dass mit drei Krankenkassen eine stabile Zusammenarbeit aufgebaut werden konnte sodass eine beachtliche Zahl an Eingliederungsmaßnahmen zustande kam. Diese Maßnahmen wurden mit den AU-Fallmanagern abgestimmt und trafen auf große Bereitschaft bei den Versicherungsnehmern.

Ohne den Arbeitgeber durchgeführt, dienten diese Maßnahmen im Besonderen dem sozial-medizinischen Ziel der Früherkennung und der rechtzeitigen Beantragung und Erbringung der Leistungen zur Teilhabe. Gleichzeitig zeigt der Bericht der Deutschen Rentenversicherung die Erfolgsquote von Eingliederungsmaßnahmen unter Beteiligung der Arbeitgeber signifikant höher war. Wiederum wird die Gesetzgebung bestätigt, indem sie das Eingliederungsmanagement bewusst als betriebliche Organisationsform erstellt und verfasst hat.

Geht man mit diesen Grundannahmen zur Untersuchung von Mathilde Niehaus zurück, so findet man in den Betriebsberichten einen wichtigen Hinweis für die Interpretation, denn dort wird schon im Jahre 2004 von einem betrieblichen Gesundheitsmanagement berichtet. Daraus lässt sich ein Zusammenhang formulieren der Betriebe die das betriebliche Gesundheitsförderung durchführen zu Trendsettern des BEMs gehören. Dieses fordert nach weitere Überlegungen.

1986 wurde mit der Ottawa-Charta der WHO ein dynamisches Programm der betrieblichen Gesundheitsförderung erstellt. In ihr wurde Gesundheit nicht nur als physische Integrität sondern auch als umfassendes, körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden aufgefasst. Die Gesundheit war also nicht mehr nur ein statischer Zustand, sondern ein Prozess der jedem Einzelnen ein hohes Maß an Selbstbestimmung ermöglichte und den Weg von der Pathogenese zur Salutogenese öffnen sollte. Somit wurden wichtige Eckpunkte markiert, die als umfassenderer Gesundheitsbegriff, ganzheitlich und partizipativ-prozessualen Ansatz gekennzeichnet werden können. Diesem Ansatz wurden folgt letztendlich auch das BEM, das als Prozess mit freiwilliger Beteiligung der Beschäftigten und konkrete Verbesserungen der Arbeitsplätze in nennenswerter Zahl zu stimulieren.

Findet in der Zukunft eine sachliche und methodische Kooperation mit den Krankenkassen statt, die in die Möglichkeiten der jeweiligen Erfahrungen und Methoden der betrieblichen Gesundheitsförderung einfließen, können alle Beteiligten Gewinn daraus ziehen und zur Ausbreitung und Stabilisierung der BEM-Verfahren beitragen. Erste Ansätze zu einem solchen Brückenschlag sind bereits vorhanden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Innovation in der Rehabilitation - Kommunikation und Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV3358X28


Informationsstand: 29.04.2009

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