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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Rehabilitation der KHK aus gesundheitssystemanalytischer Perspektive

Auszug aus der Expertise für die Statuskonferenz Psychokardiologie, Stand: 25. April 2001



Autor/in:

Badura, Bernhard; Grande, Gesine


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Frankfurt am Main: Eigenverlag, Online-Ressource, 2001


Jahr:

2001



Abstract:


Die kardiologische Rehabilitation als Bestandteil der langfristigen medizinischen Versorgung von Herzpatienten gewinnt in den westlichen Industrieländern zunehmend an Bedeutung. Gesine Grande und Bernhard Badura betrachten in ihrem Artikel die Rehabilitation der KHK aus gesundheitssystemanalytischer Perspektive.

Biomedizinische Kausalmodelle, epidemiologische Risikofaktorenmodelle und ein biopsychosozialer Rehabilitationsansatz finden Eingang in die Zielformulierungen der kardiologischen Rehabilitation. Es besteht ein internationaler Konsens unter anderem im Hinblick auf die Versorgungsziele. Eigenverantwortung und Interventionsansätze zählen zu den Bereichen, in denen sich jedoch Unterschiede feststellen lassen. Probleme ergeben sich außerdem aus dem Fehlen eines übergreifenden Handlungsmodells der Rehabilitation.

Die Befähigung der Patienten zum eigenverantwortlichen Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen sollte die zentrale Aufgabe des rehabilitationsspezifischen Handlungsmodells sein. Das Handlungsmodell sollte den Berufsgruppen in der Rehabilitation Orientierung und Standards vermitteln können. Ziele und Angebote der kardiologischen Rehabilitation müssen an die veränderte Patientenstruktur angepasst werden. Die veränderte Bedeutung der Leistungskomponente in der Rehabilitation und die Individualisierung der Programme sind in diesem Zusammenhang zu diskutieren.

Über die Definition des Rehabilitationsprozesses und die Unterscheidung von drei oder vier aufeinander aufbauenden Phasen der kardiologischen Rehabilitation besteht in den Industrienationen Einigkeit. Unterschiede ergeben sich aus modernen akutmedizinischen Behandlungsmethoden, der veränderten Versorgungspolitik im Gesundheitswesen, sowie Unterschiede in der Gestaltung der Rehabilitation, die sich aus der Organisation und Vernetzung der Anbieter ergeben.

Eine vergleichende Bewertung der angeführten Versorgungsmodelle kardiologischer Rehabilitation im Hinblick auf die optimale Systembedingung ist bisher nicht möglich, da internationale Untersuchungen fehlen. Konzepte und Ziele weisen keine wesentlichen Unterschiede auf, deutlich unterscheiden sie sich jedoch in der Strukturqualität.

Besonders in den USA wird die aktuelle Gestaltung der Rehabilitation durch die anhaltenden Veränderungen in den medizinischen Versorgungsstrategien bestimmt. Das Leistungsangebot wird in diesem Zusammenhang modifiziert und die Rehabilitation im häuslichen Setting angestrebt. In Deutschland ist man besonders dem finanziellen Druck ausgesetzt und neue gesetzliche Regelungen haben in einigen Bereichen einen deutlichen Rückgang der Rehabilitationsmaßnahmen zur Folge. Maier und Meier sehen aus diesem Grund einen zukünftigen Ausbau der kardiologischen Rehabilitation für nicht mehr vertretbar.

Köhler und Held kommen zu dem Ergebnis, so die Autoren Grande und Badura, dass ausschließlich eine langfristige Rehabilitationsperspektive als effektiv angesehen werden kann, wenn die Sekundärprävention und die Anpassung an krankheitsbedingt veränderte Lebenssituation als zentraler und zukünftig wichtigster Zielbereich der Rehabilitation ist.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

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Referenznummer:

R/NV2243


Informationsstand: 13.02.2006

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