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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Nutzung der ICF bei der Ausgestaltung der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben - berufliche Rehabilitation

Empfehlung der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation vom 31.3.2009



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Deutsche Vereinigung für die Rehabilitation Behinderter e.V. (DVfR)


Quelle:

Heidelberg: Eigenverlag, 2009, 8 Seiten


Jahr:

2009



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Abstract:


Im Oktober 2007 hat der Hauptvorstand der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) ein Positionspapier zur Anwendung der ICF in der beruflichen Rehabilitation verabschiedet. Gleichzeitig hat er einen Ad-hoc-Ausschuss eingesetzt und diesem die Aufgabe übertragen, Empfehlungen zur Nutzung der ICF in der beruflichen Rehabilitation zu erarbeiten.

Die Empfehlung der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation soll dazu beitragen, die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) zukünftig im gesamten Bereich der beruflichen Rehabilitation zu nutzen. Langfristig, so heißt es in dem Artikel, wären einheitliche und standardisierte Nutzungsformen der ICF sinnvoll, die allerdings zunächst noch entwickelt und in der Praxis erprobt werden müssten.

Eine der wesentlichen Neuerungen des SGB IX ist die konsequente Ausrichtung aller Leistungen auf ein selbstbestimmtes Leben. Teilhabe ist eine der wesentlichen Komponenten der ICF. Eine wichtige Voraussetzung für die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ist die Teilhabe am Arbeitsleben, denn hierdurch erhalten gerade auch Menschen mit Behinderung die Chance, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Das SGB IX bildet die verbindliche Grundlage für den Rechtsanspruch auf Leistungen zur Teilhabe. Zudem enthalten weitere Sozialgesetzbücher trägerspezifische Regelungen.

Sind zum Erwerb berufsrelevanter Kenntnisse und Fähigkeiten Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben notwendig, müssen sie nach den §§ 33 folgende SGB IX auch erbracht werden. Allerdings werden zur Bedarfsermittlung bisher unterschiedliche Instrumente verwendet. Hier bietet die ICF eine Verbesserung, da sie eine Grundlage für die einheitliche Beschreibung des Bedarfs in Abhängigkeit von beispielsweise der Lebenslage und den persönlichen Voraussetzungen bereitstellt.

Des Weiteren sind individuelle Zielvereinbarungen unabdingbar, da sie das individuelle Wunsch- und Wahlrecht berücksichtigen und dies mit den Leistungsangeboten der Rehabilitationseinrichtungen verknüpft. Derzeit finden die Prozesse für die Einleitung und Ausführung der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in einem heterogenen System mit zahlreichen Schnittstellen statt. Auch hier kann die ICF zu einer Verbesserung führen, indem zum Beispiel die Bedarfsfeststellung und die Dokumentation verbessert werden. Die ICF hat allerdings auch Grenzen. So fehlt unter anderem eine Klassifizierung der personenbezogenen Kontextfaktoren.

Der Prozess der Leistungserbringung beginnt mit der Antragstellung und wird mit der Überprüfung des Rehabilitationserfolgs abgeschlossen. Grundlage der Prozesssteuerung ist die individuelle Integrations- und Förderplanung, die die Stärken und Schwächen der Leistungsberechtigten berücksichtigt. Die Nutzung der ICF ermöglicht in diesem Zusammenhang eine einheitliche und berufsgruppenunabhängige Betrachtungsweise und Prozesssteuerung.

Für den optimalen Erfolg benötigen die Beteiligten ein möglichst einheitliches System der Kommunikation und der Dokumentation. Bisher seien jedoch viele ICF-Projekte überwiegend ohne Vernetzung entwickelt worden und weisen ein individuelles Design auf. Diesbezüglich sollte geprüft werden, ob die Darstellung der ICF-Daten vereinheitlicht werden kann und in welchem Umfang das geschehen soll.

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation plädiert für die Entwicklung einer Darstellungsform, die für möglichst viele Nutzungszwecke kompatibel ist. Hierbei sollte stufenweise vorgegangen werden und die Kapitel-Struktur der ICF-Komponenten als Basis für die Dokumentation genutzt werden. Insgesamt umfassen die ICF-Komponenten 30 Kapitel, die 1.424 Kategorien mit Kodierungsmöglichkeiten enthalten.

Heute, fast acht Jahre nach der Verabschiedung der ICF und vier Jahre nach Fertigstellung der deutschsprachigen Fassung, seien auf dem Gebiet der beruflichen Rehabilitation zahlreiche Ansätze der modellhaften Anwendung der ICF vorhanden. Um die Nutzung der ICF in der beruflichen Rehabilitation zu fördern, strebt die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation zahlreiche Ziele und Aktivitäten an, die in dem Artikel kurz zusammengefasst werden.

Abschließend heißt es in dem Artikel, dass es nun an der Zeit sei, die Nutzung der ICF auf breiter Ebene voranzutreiben. Hierfür bedürfe es vorzeigbarer Muster der Umsetzung, an denen sich Interessierte orientieren können. Wichtig sei auch ein Austausch über Erfahrungen mit funktionierenden Ansätzen und eine in die Breite gehende Information der Fachöffentlichkeit.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR)
Homepage: https://www.dvfr.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV1934


Informationsstand: 28.10.2009

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