Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Vorbereitung des Übergangs körperbehinderter Jugendlicher von der Schule ins Arbeitsleben


Autor/in:

Weinmann, Sigbert; Barlsen, Jörg; Bungart, Jörg [u. a.]


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1995, 350 Seiten


Jahr:

1995



Abstract:


Von 1990 bis 1994 wurde im Auftrag der Hauptfürsorgestelle Münster an der Westfälischen Schule für Köroerbehinderte (WSfK) in Münster unter Leitung von Prof. Dr. S. Weinmann, Universität/ Gesamthochschule Siegen, ein Forschungsprojekt durchgeführt, als Praxisforschung und Modellvorhaben konzeptionell und inhaltlich an die Schule angekoppelt. Das Unternehmen entstand aus dem Bedürfnis der Schule heraus, nach neuen Wegen zu suchen, ihre Schüler adäquater auf die nachschulischen Anforderungen vorzubereiten. Der Start des Projekts wurde durch eine Anschubfinanzierung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe ermöglicht, anschließend wurde die Finanzeirung durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA) übernommen.

Um konkrete Aussagen über die beruflichen Werdegänge der Schulabsolventen machen zu können, wurde eine retrospektive Längsschnittuntersuchung ehemaliger Schüler durchgeführt. Dieser empirische Teil des Forschungsberichtes verdient besondere Beachtung. 75 Prozent aller zwischen 1983 und 1990 entlassenen Schüler konnten 'aufgespürt' und in der Untersuchung berücksichtigt werden. Damit ist in Deutschland zum ersten Mal eine repräsentative Verbleibforschung bei körper- und mehrfachbehinderten Schulabgängern gelungen. Es konnten verschiedene typische Gruppen von Sonderschulabsolventen hinsichtlich ihres beruflichen Werdegangs identifiziert werden. Die Studie entzaubert manchen Rehabilitationsmythos.

Die beruflichen Integrationsergebnisse wirken in der Gesamtschau ernüchternd. Ein besonderer Handlungsbedarf wurde bei den Schülern nachgewiesen, deren berufliche Perspektiven in der 'Grauzone' zwischen Werkstatt für Behinderte und Ausbildung liegen und deren beruflicher Werdegang sich kompliziert und lanwierig gestaltet.

In Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium wurde versucht, durch eine veränderte Oberstufenkonzeption eine bessere Vorbereitung auf die nachschulischen Anforderungen zu gewährleisten. Hauptelemente dieser veränderten Schulwirklichkeit waren eine systematische Förder- und prozessdiagnostik, projektorientierter Unterricht in Arbeitsbereichen wie Büro, Gartenbau und Hauswirtschaft sowie regelmäßige Gruppenarbeit zur Förderung von Schlüsselqualifikationen.

Aus den positiven Innovationserfahrungen wurden Empfehlungen zur Verbesserung der vorberuflichen Bildung mehrfachbehinderter Schüler abgeleitet. Es wird erheblicher Handlungsbedarf postuliert. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer intensivierten vorberuflichen Bildung bereits während der Schulzeit und nach einer Verknüpfung der schulischen und nachschulischen Angebote, quer zu den bestehenden administrativen Zuständigkeiten.Das engagierte Lehrerkollegium der WSfK hat mit Unterstützung des Forschungsprojekts eindrucksvoll bewiesen, dass viele kleine Schritte zu produktiven Veränderungen führen. Um die ersten positiven Erfahrungen auszubauen, wurde Ende 1994 die Einrichtung einer Modell-Stelle zur nachschulischen Integrationsbegleitung von Körperbehinderten aus der Grauzone initiiert und eine Förderung durch das europäische Programm HORIZON sowie aus Mitteln der Ausgleichsabgabe realisiert.

(P. Beule; M. Schneider)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV1133


Informationsstand: 07.10.1996

in Literatur blättern