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Bibliographische Angaben zur Publikation

Förderung von Selbstbestimmung und Integration von Menschen mit geistiger Behinderung beim Übergang von der Schule in den Beruf mit Hilfe Personenbezogener Planung


Autor/in:

Döling, Katja


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

München: Grin, 2004, 366 Seiten


Jahr:

2004



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Abstract:


Examensarbeit an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg (Fachbereich Sonderpädagogik)

Einleitung
Ich gehe meine eigenen Wege, ein Ende ist nicht abzusehen, eigene Wege sind schwer zu beschreiten, sie entstehen ja erst beim Gehen - Heinz Rudolf Kunze

Wohin gehe ich und wie sieht der Weg dorthin aus? Dies sind Fragen, die sich jeder Mensch in seinem Leben mehrere Male stellt, und auf die man zunächst häufig noch keine Antwort weiß. Solch existentiellen Fragen tauchen meist zum ersten Mal auf, wenn der Schulabschluss näher rückt. Hiermit geht der Übergang in das Arbeits- und Berufsleben einher und häufig rückt auch der Auszug in die erste eigene Wohnung näher. Die nicht einfache Entscheidung für einen Beruf fällt in eine Zeit des Erwachsenwerdens, die von den meisten Jugendlichen als spannend und aufregend, häufig aber auch als schwierig wahrgenommen wird. Weitreichende Entscheidungen müssen allmählich selber getroffen und die Folgen mehr oder weniger selber getragen werden. Dies trifft allerdings nicht auf alle Jugendlichen zu.

Für die meisten jungen Menschen mit einer geistigen Behinderung war und ist der Lebensweg noch immer recht genau vorgezeichnet. Sie machen ihren Schulabschluss und beginnen dann überwiegend, in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu arbeiten. Der Auszug von zu Hause erfolgt auch heute meist nicht in eine selbst ausgesuchte Wohnung, sondern in eine Wohngruppe, in der gerade ein Zimmer frei ist. Sowohl Integration in die Gesellschaft als auch Selbstbestimmung in grundsätzlichen Entscheidungen ist für diese Personengruppe somit noch keine Selbstverständlichkeit. Beide Begriffe sind daher handlungsleitend für die Sonderpädagogik.

In Kapitel II erfolgt eine Begriffsbestimmung der Begriffe geistige Behinderung, Selbstbestimmung sowie Integration. Es wird außerdem auf das Normalisierungsprinzip, Möglichkeiten der Realisierung von Selbstbestimmung für Menschen mit geistiger Behinderung sowie das Empowerment-Konzept eingegangen.

Seit einiger Zeit wird ein vorgezeichneter Lebenslauf, der einer Einbahnstraße ähnelt, von vielen Personen mit geistiger Behinderung, ihren Familien und Bekannten und Fachleuten nicht mehr vorbehaltlos akzeptiert. Besonders die SchülerInnen, die in ihrer Schulzeit eine Integrationsklasse besucht haben, und somit die Separierung in einer Sonderschule nicht erlebt haben, wünschen sich auch im beruflichen Bereich keine Aussonderung. Um sowohl Schulabgängern als auch Beschäftigten in den Werkstätten für behinderte Menschen Möglichkeiten der Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen, wurde das Konzept der Arbeitsassistenz in Deutschland aufgegriffen. Dieses ist unter dem Begriff Supported employment im englischsprachigen Raum bereits länger bekannt.

In Kapitel III erfolgt ein Überblick über die derzeitigen Möglichkeiten, die Personen mit geistiger Behinderung in Bezug auf Arbeit und Beruf zurzeit in Deutschland haben. Die Darstellung schließt sich an das vorangegangene Kapitel an und, die vorhandenen beruflichen Möglichkeiten werden im Hinblick auf die Begriffe Selbstbestimmung und Integration vorgestellt. Im Zusammenhang mit dem Ziel der Integration von Menschen mit geistiger Behinderung wird hier außerdem auf den Begriff der Stigmatisierung beziehungsweise Entstigmatisierung eingegangen, da diese zu letzterem beiträgt.

Ein weitgehend selbstbestimmtes Leben bedeutet, dass immer wieder Entscheidungen mit mehr oder weniger weitreichenden Folgen getroffen werden müssen. Dies gilt auch und gerade für die Entscheidung im Hinblick auf den Arbeitsplatz. Schwierigkeiten bei wichtigen Entscheidungen bestehen häufig darin, dass man zum einen zur Realisierung der angestrebten Ziele häufig Unterstützung von anderen Personen benötigt. Zum anderen ist man sich oft aber auch noch gar nicht sicher, welche Ziele man überhaupt anstreben möchte. Letzteres trifft besonders auf Personen zu, die es bisher kaum gelernt haben, Entscheidungen zu treffen, da ihnen in der Vergangenheit selten Wahlmöglichkeiten gegeben wurden. Dieses Problem ist besonders häufig bei Menschen mit geistiger Behinderung zu beobachten, da diesen auch heute noch oft nicht zugetraut wird, Entscheidungen selber treffen zu können.

Zur Unterstützung der Erarbeitung von Zukunftsplänen und deren Realisierung wurde das Konzept der Personenbezogenen Planung Ende der Achtziger Jahre in den USA entwickelt. Es soll dazu dienen, zu verhindern, dass nicht die Person selber mit ihren Wünschen und Bedürfnissen, sondern die Unterstützungsangebote der vorhandenen Einrichtungen der Behindertenhilfe das Leben von Menschen mit Behinderungen bestimmen. Zusammen mit nahestehenden Menschen, den sogenannten Unterstützern, werden Zukunftspläne für eine bestimmte Person entwickelt. Diese sogenannte Hauptperson steht im Mittelpunkt, und ihre Wünsche und Vorstellungen sollen handlungsleitend sein. Die gemeinsam erarbeiteten Zukunftspläne werden dann schrittweise gemeinsam umgesetzt. Grundsätzlich soll so eine erweiterte Selbstbestimmung der betreffenden Person erreicht werden und durch die Einbeziehung der Unterstützer wird sie stärker in die Gemeinschaft integriert.

In Kapitel V erfolgt eine Darstellung, am Beispiel der Lüneburger Assistenz gGmbH, wie das Konzept der Personenbezogenen Planung eingesetzt wird, um SchülerInnen bei ihrem Übergang von der Schule in den Beruf mehr Selbstbestimmung und Integration zu ermöglichen. In dem von der Lüneburger Assistenz gGmbH angebotenen Modellprojekt Arbeitsvorbereitungsjahr arbeitet diese mit der dortigen Schule für geistig Behinderte und einer Berufsschule zusammen, um den Schülerinnen den Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Die Arbeitsweise mit dem Konzept der Personenbezogenen Planung wurde in einem Experteninterview mit einer Mitarbeiterin der Lüneburger Assistenz gGmbH erarbeitet. Die so erhaltenen Informationen werden in diesem Kapitel dargestellt, wobei zusätzlich grundlegende Aspekte aus der entsprechenden Fachliteratur einfließen. Den zweiten Schwerpunkt des Kapitels stellt die Auswertung von Interviews mit Jugendlichen dar, welche zurzeit das Arbeitsvorbereitungsjahr absolvieren beziehungsweise dieses letztes Jahr beendet haben. Der Schwerpunkt des Forschungsinteresses lag hier auf der Ermittlung der subjektiv en Sichtweise der Jugendlichen auf ihre aktuelle Lebenssituation, insbesondere in beruflicher Hinsicht, sowie deren Zukunftsvorstellungen.

Der Ablauf der Untersuchung, die verwendeten Methoden sowie die leitenden Fragestellungen werden in Kapitel IV vorgestellt. Den Schluss der Arbeit stellt das Kapitel VI dar, in dem ein Fazit der vorangegangen Kapitel gezogen wird. Über jeden Teilaspekt dieser Arbeit beziehungsweise über jedes Kapitel für sich könnte jeweils alleine eine Examensarbeit geschrieben werden. Die Darstellung erfolgt daher beschränkt auf die wichtigsten Aspekte. Während zu den Themenbereichen Integration, Selbstbestimmung sowie Arbeit von Menschen mit geistiger Behinderung umfangreiche Literatur vorhanden ist, beschränkt sich diese zu dem Thema Personenbezogene Planung auf wenige deutschsprachige Artikel. Hier wurde daher auf englische Literatur zurückgegriffen, die im Text selber auf Deutsch übersetzt zitiert und im Originallaut als Fußnote dargestellt wird.

(Autorenreferat, Einleitung)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


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Referenznummer:

R/NV0661


Informationsstand: 15.08.2006

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