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Bibliographische Angaben zur Publikation

Ursachen und Folgen von Abbrüchen in der beruflichen Rehabilitation am Beispiel des BBRZ Linz

Endbericht: Teil 1 - Textband: Projektstruktur und Projektverlauf, Ergebnisse der Rehabilitandenbefragung, Zusammenfassung und Schlussfolgerungen



Autor/in:

Mörth, Ingo; Bacher, Marion; Blumberger, Walter [u. a.]


Herausgeber/in:

Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung an der Universität Linz (IBE)


Quelle:

Linz: Eigenverlag, 1998, 101 Seiten: PDF


Jahr:

1998



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Abstract:


Das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) in Linz verfolgt das Ziel, behinderte Menschen durch Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation so weit wie möglich in die Gesellschaft zu (re)integrieren oder Maßnahmen zu setzen, die geeignet sind, dem Eintritt beziehungsweise der Verschlechterung einer Behinderung vorzubeugen. Diese Zielsetzung wird im wesentlichen durch zwei Vorgangsweisen zu realisieren versucht:

(1) Aufgrund der Erkrankung beziehungsweise Behinderung ist es den Klienten nicht mehr möglich, den früheren Beruf weiter auszuüben, sodass eine neue berufliche Orientierung notwendig ist. Durch die Teilnahme an Berufsfindungsmaßnahmen wird der Klient darin unterstützt, eine neue berufliche Perspektive zu finden.

In der Berufsfindung wird also geklärt, welche Begabungs- und Neigungsschwerpunkte beim Klienten gegeben sind, und welche Berufswahl mit der Erkrankung beziehungsweise Beeinträchtigung vereinbar ist. Oftmals schließt an die Berufsfindung eine Vorförderung beziehungsweise ein Rehabilitationsvorbereitungslehrgang an, wodurch die Klienten, die sich für eine neue Berufsausbildung entschieden haben, auf den Ausbildungsbeginn und auf die leichtere Bewältigung der Ausbildung vorbereitet werden.

(2) Die zweite und bedeutendere Vorgangsweise im Rahmen der beruflichen Rehabilitation ist die Ausbildungsmaßnahme selbst. Es gibt fünf verschiedene standardisierte Ausbildungsmaßnahmen: Bürokaufmann (einschließlich modifizierter Bürokaufmann), Bautechnischer Zeichner, technischer Zeichner Maschinenbau, Elektromechaniker Schwachstrom und die Optikerausbildung. Diese sogenannten 'Regelausbildungen' dauern drei oder vier Semester und werden mit der Ablegung der Lehrabschlussprüfung abgeschlossen. In den letzten Jahren wurde die Regelausbildung von einem traditionellen, berufsschulähnlichen Modell auf ein offeneres, projektorientiertes Modell umgestellt. Neben den Regelausbildungen gibt es darauf aufbauende Zusatzausbildungen, die als Ziel die Spezialisierung im jeweiligen Berufsbereich anstreben und hinsichtlich der persönlichen Neigungen der Klienten, der Arbeitsmarktchancen sowie der Zielvorstellungen der Kostenträger entsprechend gestaltet werden. Neben standardisierten Zusatzausbildungen (siehe unten) wurde in den letzten Jahren individualisierte Zusatzausbildungen ermöglicht.

Die beruflichen Maßnahmen der Rehabilitation erfordern jedoch auch Kosten: zunächst die finanziellen Leistungen der Kostenträger, aber auch die zeitlichen Kosten der Rehabilitanden, und nicht zuletzt werden die Ressourcen der Rehabilitationseinrichtung beansprucht. Solange die Reha-Maßnahmen mit einem positiven Abschluss beendet werden, erscheinen diese Kosten als sinnvolle und notwendige Investitionen, die den Rehabilitanden eine neue berufliche Existenz eröffnen (siehe dazu auch Blumberger und andere 1995). Anders verhält es sich, wenn die Maßnahmen frühzeitig abgebrochen werden. Die bis dahin verursachten Kosten können als Fehlinvestition bewertet werden, die es nach Möglichkeit zu vermeiden gilt, beziehungsweise es sind Kriterien sichtbar zu machen, um trotz Abbruch einer Maßnahme die oben angeführten Ziele der Rehabilitation ganz oder teilweise als erreicht zu betrachten beziehungsweise betrachten zu können.

Anfang 1994 vergab daher das Berufliche Bildungs- und Rehabilitationszentrum Linz (BBRZ) den Auftrag, Ursachen und Folgen von Abbrüchen der beruflichen Rehabilitation bei seinen KlientInnen näher unter die Lupe zu nehmen. Abbrüche in der beruflichen Rehabilitation wurden dabei zunächst als ein eher negatives Phänomen gesehen, insoferne sowohl Kosten (der Kostenträger) als auch Zeit (der Rehabilitanden) und Ressourcen (des BBRZ) aufgewendet werden, ohne gesteckten Ziele zu erreichen.

Über diesen Aspekt der beruflichen Rehabilitation gab es bisher keine vertieften Studien und Forschungen. Als 'Typ 1' möglicher Berufsverläufe waren Abbrecher zwar in der ersten größeren österreichischen Untersuchung zum Berufsverlauf von AbsolventInnen der beruflichen Rehabilitation (s. Blumberger/Denz/ Frischenschlager 1984, 1991) mit erfasst, die dort erhobenen Daten sind jedoch hinsichtlich der genaueren Ursachenanalyse zu wenig aussagekräftig sowie hinsichtlich der Folgenabschätzung wegen der Veränderungen von Rehabilitation und Arbeitsmarkt seit dem damaligen Beobachtungszeitraum (1975-1983) teilweise überholt.

Ein allgemeines Untersuchungsinteresse war daher, generell genauere Informationen über und ein vertieftes Verständnis für das Ereignis Abbruch der Rehabilitation zu gewinnen, indem Betroffene detailliert zur Abbruchsituation und zum weiteren Berufs- und Lebensverlauf befragt werden sollten. Hauptziel war darüber hinaus, Empfehlungen für den Auftraggeber BBRZ abzuleiten, wie die Abbruchrate in der beruflichen Rehabilitation reduziert werden kann, und welche Maßnahmen unter Umständen im Bereich anderer Institutionen der beruflichen Rehabilitation nach erfolgten Abbruch bestimmte negative Folgen abwenden oder mildern könnten.

Die Ziele der Studie sind folgende:
- Bestimmung von Abbruchursachen;
- Beschreibung typischer Abbrechergruppen;
- Darstellung des Prozessverlaufs von Abbrüchen;
- Feststellung von Risikofaktoren/Indikatoren für einen bevorstehenden Abbruch;
- Analyse von Möglichkeiten der Verhinderung von Abbrüchen;
- Interventions-/Hilfemöglichkeiten nach erfolgtem Abbruch;
- Untersuchung der Folgen abgebrochener Rehabilitationsmaßnahmen, und zwar:
- Auswirkungen auf die weiteren Lebensläufe der Betroffenen;
- Auswirkungen auf die persönliche, soziale, gesundheitliche und berufliche Situation.

(Gem. Kontext und Ziele des Projektes)


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung
an der Johannes Kepler Universität Linz (IBE)
Homepage: https://www.ibe.co.at/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV0642


Informationsstand: 02.06.2004

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