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Bibliographische Angaben zur Publikation

Sucht-Rehabilitation in Deutschland: Bestandsaufnahme und Perspektiven

Eine Expertise des Lehrstuhls Versorgungssystemforschung - Humboldt-Universität zu Berlin



Autor/in:

Müller-Fahrnow, Werner; Ilchmann, Ute; Kühner, Sophie [u. a.]


Herausgeber/in:

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2002, Sonderausgabe, Bad Homburg v. d. H.: WDV Wirtschaftsdienst


Jahr:

2002



Abstract:


Abhängigkeitserkrankungen und ihre gesundheitlichen und sozialen Folgen nehmen in der Rehabilitation durch die gesetzliche Rentenversicherung einen hohen Stellenwert ein. Die Rentenversicherung führt jährlich mehr als 40.000 Entwöhnungsbehandlungen für Betroffene im Erwerbsalter durch, was einem Anteil von 5,6 Prozent an den Gesamtleistungen in der medizinischen Rehabilitation der Rentenversicherung entspricht.

Entwöhnungsbehandlungen sind aufwendig, benötigen eine vergleichsweise lange Behandlungszeit und nicht selten drohen Rückfälle. Die Rentenversicherungsträger wenden für Entwöhnungsbehandlungen jährlich etwa 460 Mio. Euro auf, was einem Anteil von rund 15 Prozent der Aufwendungen für die medizinische Rehabilitation entspricht. Um so wichtiger ist es zu wissen, mit welchem Erfolg die Entwöhnungsbehandlungen durchgeführt werden, ob die entwickelte Versorgungsstruktur eine tragfähige Grundlage für Weiterentwicklungen darstellt und wo Entwicklungspotenziale für Optimierungen liegen.

In einer Situation, in der die Kosten im Gesundheitswesen steigen und in der die Evidenzbasierung von Gesundheitsleistungen generell, aber auch in der Rehabilitation, im Rahmen eines rationalen Ressourceneinsatzes immer wichtiger wird, hat der Fachverband Sucht e.V. in Bonn eine Bestandaufnahme zur Sucht-Rehabilitation in Deutschland durch das Institut für Rehabilitationswissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin durchführen lassen mit dem Ziel, Entwicklungsperspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung hat sich der VDR dazu entschlossen, die Expertise in der Schriftenreihe der DRV zu veröffentlichen, um damit die Diskussion zur Weiterentwicklung der Sucht-Rehabilitation zu fördern.

Aus der Sicht der Rentenversicherung erscheint dabei von besonderer Bedeutung, dass die Versorgungsstruktur im Rahmen des gegliederten Systems als tragfähige Grundlage für zukünftige Entwicklungen gesehen werden kann. Die Leistungsfähigkeit des Systems sowie der hohe fachliche Standard in der Rehabilitation Abhängigkeitskranker werden aufgezeigt. So sind insbesondere die kurz- und mittelfristigen Erfolgsquoten der Entwöhnungsbehandlungen und die Wiedereingliederungsraten in das Erwerbsleben bemerkenswert hoch und sollten deshalb in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werden.

Im Einzelnen enthält die Studie neben umfassenden beschreibenden Elementen eine Fülle von Anregungen für die Weiterentwicklung. Danach ist bei der Fortentwicklung der Sucht-Rehabilitation zum einen die Einbindung in das gesamte Gesundheitssystem zu berücksichtigen. Zum anderen sind die Ursachen des Suchtverhaltens insbesondere bei der Stärkung präventiver Ansätze mit zu reflektieren. Auf eine nach wie vor bestehende Versorgungslücke beziehungsweise Unter-Inanspruchnahme wird hingewiesen.

Um die Effektivität und die Effizienz weiter zu erhöhen ist eine noch stärkere Ausrichtung an den individuellen Problemlagen notwendig, die eine flexible Ausgestaltung der Behandlungsangebote einschließlich ambulanter Angebote notwendig erscheinen lassen. Einer erhöhten Aufmerksamkeit bedarf die Gruppe von Personen, die trotz erfolgreicher medizinischer Behandlung entweder arbeitslos oder beruflich noch nicht ausreichend integriert sind. Insbesondere in der ambulanten Sucht-Rehabilitation wird ein Forschungsbedarf konstatiert. Insgesamt zeigt die Expertise, dass sich die Investition in die Rehabilitation von Abhängigkeitserkrankungen lohnt.

[Aus: Vorwort]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV0414


Informationsstand: 23.01.2004

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