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Bibliographische Angaben zur Publikation

Innovative Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit älterer Fachkräfte in Baden-Württemberg

Abschlussbericht des Projektes Qualifikationsbedarf in Industrie und Handwerk der Metall- und Elektrobranche



Autor/in:

Bangali, Lucy; Fuchs, Gerhard; Hildenbrand, Markus


Herausgeber/in:

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg


Quelle:

Stuttgart: Eigenverlag, 2006, 103 Seiten


Jahr:

2006



Link(s):


Link zu dem Abschlussbericht (PDF, 710 KB).


Abstract:


Dies ist der Abschlussbericht des Projektes zum Qualifikationsbedarf und zur beruflichen Weiterbildung älterer Arbeitnehmer in den Unternehmen in Baden-Württemberg. Besonders berücksichtigt wurde dabei die Gruppe der älteren Fachkräfte in der Metall- und Elektrobranche von Industrie und Handwerk. Um das Potenzial dieser Erwerbstätigengruppe bestimmen zu können, ist es notwendig, ihre aktuelle Beschäftigungsfähigkeit zu untersuchen. Das Projekt hat zum Ziel, Defizite in der Beschäftigungsfähigkeit der älteren Fachkräfte zu bestimmen und zu fragen, wie mit Hilfe von Qualifizierungsmaßnahmen ein Beitrag zur Aktivierung des Potenzials der älteren Fachkräfte geleistet werden kann.

Das Potenzial älterer Fachkräfte wird bislang vom Arbeitsmarkt in unzureichender Weise genutzt. Der Verzicht auf die Arbeitskraft älterer Fachkräfte bedeutet für die Wirtschaft einen Verlust an Know-how, Kompetenz und Erfahrung und somit auch einen Verlust an Wachstumschancen. Diesen Verlust kann sich Baden-Württemberg als innovativer Standort, besonders in Zuge des verschärften internationalen Wettbewerbs, nicht leisten.

Unter Berücksichtigung der Herausforderungen des demografischen Wandels, des Problems der Sicherung der sozialen Sicherungssysteme (Renten) und des Fachkräftemangels, aber auch um in Zukunft innovations- und wettbewerbfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen dringend mit dem Thema 'ältere Fachkräfte' beschäftigen.

Der Endbericht unserer empirischen Untersuchung setzt sich mit der betrieblichen Personalpolitik, der Organisation von Weiterbildungsangeboten und dem konkreten Qualifikationsbedarf unter Berücksichtigung der betrieblichen und arbeitskraftbezogenen Perspektiven zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit und Beschäftigungschancen älterer Fachkräfte auseinander.

Im Hinblick auf unsere Zielgruppe lautet die maßgebliche Frage: 'Wer ist eine ältere Fachkraft beziehungsweise ein älterer Arbeitnehmer?' Alter hat im Berufsleben in verschiedenen Branchen und in Abhängigkeit von Unternehmenskulturen eine sehr unterschiedliche Bedeutung. Das gilt auch für den Arbeitsmarkt, auf dem sich bereits ab dem 40. Lebensjahr die Berufschancen vermindern können. 'Alter' ist daher ein relativer und kein fest umrissener Begriff.

Da man in den Literatur keine einheitliche Definition findet, haben wir den Begriff anhand des kalendarischen Alters und der Branchenzugehörigkeit definiert und weniger anhand der sozialen und gesellschaftlichen Erwartungen. Das Hauptkriterium für die Wahl dieser Definition ist die Schwierigkeit, die Personengruppe ab dem 45. Lebensjahr auf dem Arbeitsmarkt in der Metall- und Elektrobranche zu vermitteln. In Stellenanzeigen ist das gewünschte Eintrittsalter der Bewerber meist niedriger angesetzt, das heißt, es liegt unter 45 Jahren oder manchmal sogar weit unter 40 Jahren. Unsere Definition von 'Alter' bezieht sich auf Personen in den Branchen der Metall- und Elektroindustrie und im Handwerk ab dem 45. Lebensjahr.

Ausgangspunkt für die Durchführung der Studie waren die Ergebnisse eines Workshops zum Thema 'Altern und Erwerbsarbeit', den die TA-Akademie im Mai 2001 durchführte. Die Diskussionen auf dem Workshop veranlassten die TA-Akademie dazu, ein Projekt zu den Möglichkeiten der Förderung der Beschäftigungsfähigkeit älterer Fachkräfte in Baden-Württemberg zu konzipieren. Für das Projekt wurde beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg eine Förderung beantragt. Das Projekt wurde vom Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg aus Mitteln der 'Zukunftsoffensive III Baden-Württemberg' gefördert. Für diese Unterstützung sei hier noch einmal herzlich gedankt.

Mit dem Vorhaben wurde eine dreifache Zielsetzung verfolgt. Das erste Ziel bestand darin, empirische Daten zur Beschäftigungsfähigkeit älterer technischer Fachkräfte zu generieren und die hier bestehende Forschungslücke zu schließen. Wir fragten, welche Anforderungen baden-württembergische Unternehmen des Handwerks und der Industrie an die Fähigkeiten, Einstellungen und Qualifikationen ihrer technischen Fachkräfte stellen, wie sie die Beschäftigungsfähigkeit ihrer älteren Fachkräfte einschätzen, und wo konkret sie einen Bedarf für die Entwicklung und Förderung der Beschäftigungsfähigkeit bei dieser Erwerbstätigengruppe erkennen. Die Erhebung des gegenwärtigen Stands der Beschäftigungsfähigkeit älterer Fachkräfte erfolgte durch qualitative Fallstudien in Unternehmen und durch eine repräsentative schriftliche Befragung.

Das zweite Ziel war es, auf der Basis der erhobenen empirischen Daten konkrete Anforderungen an berufsbegleitende Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit älterer Fachkräfte zu formulieren. Damit soll dem häufig auftretenden Mangel bei Weiterbildungsmaßnahmen entgegengewirkt werden, der darin besteht, dass sich diese einerseits in nicht ausreichendem Maß am variierenden Bedarf unterschiedlicher Branchen und Wirtschaftsregionen orientieren1, und andererseits die spezifischen Schwierigkeiten und Bedürfnisse des jeweiligen Teilnehmerkreises (hier: der älteren technischen Fachkräfte) in unzureichender Weise berücksichtigen. Im Rahmen unserer Untersuchung erfolgte eine differenzierte Analyse der Anforderungen nach Branchen und Wirtschaftszweigen.

Ein drittes Ziel war, die Ergebnisse des Vorhabens einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, das heißt, die älteren Fachkräfte selbst, die sie beschäftigenden Unternehmen, die in diesem Feld tätigen Bildungsträger sowie relevante Akteure aus Politik und Verwaltung für das Thema zu sensibilisieren und darüber hinaus die Grundlage dafür zu schaffen, dass die notwendige öffentliche Debatte auf der Basis empirisch gesicherter Befunde erfolgen kann. Einige Worte zum Aufbau des Berichtes.

Im anschließenden zweiten Kapitel stellen wir das Konzept der Beschäftigungsfähigkeit als Strategie und Chance für den längeren Verbleib älterer Fachkräfte in den Betrieben vor. Wir stellen das 'Employability'-Konzept aus dem Blinkwinkel der Arbeitnehmer und Arbeitgeber dar, vernachlässigen dabei aber nicht die gesellschaftliche Perspektive. Wir definieren Beschäftigungsfähigkeit als Ziel für ältere Fachkräfte, unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktsituation und ihrer Chancen, von den Betrieben eingestellt und weiterbeschäftigt zu werden. Wir werfen einen Blick auf die organisatorische Beschäftigungsfähigkeit, diskutieren den Wirkungszusammenhang zwischen betrieblicher Personalpolitik, der Ausgrenzung älterer Mitarbeiter und den Herausforderungen für die Unternehmen, die Arbeitnehmer und die Gesamtwirtschaft. Dabei gehen wir auf die Realisierungsmöglichkeiten des Konzepts anhand der Darstellung konkreter Maßnahmen für Unternehmen und ältere Arbeitnehmer ein, die das vorhandene Humanpotenzial besser nutzen sollen. Es geht dabei darum zu zeigen, dass Arbeitgeber ihre Haltung gegenüber älteren Arbeitnehmern überdenken und teilweise sogar eine positive Argumentation für die Beschäftigung dieser Gruppe entwickeln müssen.

Diese sollte sich auf folgende Punkte stützen:
- die Gewährleistung der Rentabilität von Investitionen in das Humankapital älterer Fachkräfte,
- die Vermeidung eines Mangels an Fachkräften,
- die Maximierung des Einstellungspotenzials,
- die Berücksichtigung der demografischen Veränderungen,
- die stärkere Diversifizierung des Arbeitskräftepotenzials.

Im dritten Kapitel werden die Forschungsmethoden der qualitativen und quantitativen Befragung ausführlich dargestellt. Im vierten Kapitel erläutern wir die Ergebnisse der quantitativen Untersuchung. Im fünften Kapitel werfen wir einen Blick auf die Ergebnisse der qualitativen Befragung. Im sechsten Kapitel stellen wir die konkreten Qualifikationsbedarfe zusammen, wie sie sich aus der qualitativen und quantitativen Studie ergeben. Im abschließenden siebten Kapitel formulieren wir aus der Gesamtuntersuchung resultierende Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Chancen und den Umgang mit dem Thema der 'Beschäftigungsfähigkeit älterer Fachkräfte'.

[Gemäß Einleitung]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
Homepage: https://wm.baden-wuerttemberg.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV0220


Informationsstand: 31.03.2006

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